Scrum-Werte spielerisch vermitteln: Die 3+2 Methode für mehr Team-Magie
TL;DR: Die 3+2 Methode von Kai zerlegt die fünf Scrum-Werte (Offenheit, Mut, Respekt, Fokus, Commitment) in verdauliche Chunks, um sie leichter merkbar und zugänglicher zu machen. Sie löst das Problem abstrakter Wertediskussionen, indem sie persönliche Analogien nutzt, um eine tiefere Verankerung und Besprechbarkeit im Team zu fördern und die Basis für High-Performing-Teams zu legen.
Worum geht es?
Werte im agilen Kontext, insbesondere die fünf Scrum-Werte Offenheit, Mut, Respekt, Fokus und Commitment, sind oft abstrakt und schwer greifbar. Sie bilden jedoch das Fundament für jedes High-Performing-Team. Kai präsentiert eine innovative Herangehensweise, um diese Werte zu entschlüsseln und Teams dabei zu helfen, sie nicht nur zu verstehen, sondern auch aktiv zu leben. Seine „3+2 Methode“ bricht die Komplexität der Werte auf und bietet einen Weg, sie durch persönliche Bezüge erfahrbar und besprechbar zu machen, sodass die „Magie in Scrum“ tatsächlich entstehen kann.
Die Methode auf einen Blick (Methoden-Steckbrief)
| Kriterium | Details |
|---|---|
| Einsatzgebiet | Scrum Teams, Team-Begleitung, Workshops, Meetings, Retrospektiven, Teambuilding |
| Zielgruppe / Größe | Scrum Teams, Teammitglieder (im Beispiel ca. 20 Personen) |
| Dauer | Nicht spezifiziert (Prozess der Werte-Diskussion und -Definition) |
| Material | Nicht spezifiziert (bei digitalen Meetings: Magic One-Two-For-All) |
| Schwierigkeitsgrad | Mittel (erfordert offene Diskussion und Moderation) |
Der konkrete Mehrwert für das Team
- Werte werden besprechbar, konkret und verlieren ihre Abstraktion.
- Stärkt die Grundlage für High-Performing-Teams und eine effektive Zusammenarbeit.
- Fördert Transparenz, Mut und respektvollen Umgang in der Kommunikation.
- Erhöht das Commitment der Teammitglieder zueinander und zu gemeinsamen Zielen.
- Schafft ein tiefes Verständnis für die Bedeutung der Werte im Teamalltag.
Schritt-für-Schritt-Anleitung
- Einführung der 3+2 Zerlegung: Stelle die fünf Scrum-Werte Offenheit, Mut, Respekt, Fokus und Commitment vor. Erkläre die Idee, diese in zwei Chunks zu zerlegen: die „drei Grundwerte“ (Offenheit, Mut, Respekt) und die „zwei weiteren Werte“ (Fokus, Commitment).
- Definition der Grundwerte: Gib Interpretationshilfen für die ersten drei Werte. Zum Beispiel für Offenheit: „Don’t start by judging ideas, start by collecting ideas.“ Für Mut: Das Eingehen von „Smart Risks“, die Bereitschaft „fail fast, learn fast“ und die Courage, Teammitgliedern die Wahrheit zu sagen. Für Respekt: Die Wahrheit immer mit Respekt vermitteln, Stärken stärken und Schwächen der anderen (und eigenen) akzeptieren.
- Definition der weiteren Werte: Erläutere die verbleibenden Werte. Bei Fokus: Es geht nicht nur darum, fokussiert arbeiten zu wollen, sondern auch darum, dass die Organisation den Raum dafür einräumt. Bei Commitment: Beschreibe es als den Kleber, der die anderen Werte zusammenhält und das Team befähigt, gemeinsam Großartiges zu erreichen.
- Transfer ins persönliche Leben: Nutze persönliche Analogien, um die Werte greifbar zu machen. Stell die Frage: „Wo begegnen uns diese Scrum-Werte in unserem persönlichen Leben? Wo erlebe ich sie? Wo hätte ich sie gerne? Was würde passieren, wenn man sie nicht leben würde?“ Das Beispiel der Ehe wurde hierfür genannt.
- Diskussion anstoßen und Teamdefinition entwickeln: Fördere den Austausch im Team (z.B. durch eine „Magic One-Two-For-All“-Übung bei digitalen Meetings oder im direkten Gespräch). Das Ziel ist, dass das Team die Werte für sich neu definiert und festlegt, was sie konkret für ihre Zusammenarbeit bedeuten.
Stolpersteine & Tipps für die Moderation
Die Abstraktion von Werten ist ein häufiger Stolperstein. Um dies zu überwinden, hilft es, die Werte durch persönliche Analogien und konkrete Beispiele aus dem Alltag zu verankern, wie die Metapher einer Ehe oder anderer persönlicher Erfahrungen. Für den Wert Fokus ist es entscheidend, nicht nur den individuellen Willen der Teammitglieder zu thematisieren, sondern auch zu prüfen, ob die Organisation den nötigen Raum für fokussiertes Arbeiten schafft. Moderator:innen sollten diese organisatorischen Rahmenbedingungen aktiv ins Gespräch bringen. Zudem ist es wichtig zu verdeutlichen, dass Commitment als „Kleber“ des Teams von den anderen Werten abhängt. Fällt ein Wert wie Respekt, kann das Team-Commitment bröckeln, daher muss die Interdependenz der Werte stets betont werden.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Was ist die 3+2 Methode?
Die 3+2 Methode ist ein Ansatz, um die fünf Scrum-Werte (Offenheit, Mut, Respekt, Fokus, Commitment) in zwei leichter verdauliche Gruppen zu zerlegen: drei Grundwerte, die das Zwischenmenschliche betreffen, und zwei weitere Werte, die die Arbeitsweise beeinflussen.
Warum ist es wichtig, Scrum-Werte besprechbar zu machen?
Durch das Besprechbarmachen werden abstrakte Werte konkret und handhabbar. Teams können ein tieferes Verständnis entwickeln und die Werte aktiv im Alltag leben, was die Grundlage für High-Performing-Teams und eine effiziente Zusammenarbeit bildet.
Wie können Teams die Werte im Alltag verankern?
Teams können die Werte verankern, indem sie über persönliche Erfahrungen und Beispiele diskutieren, wo diese Werte in ihrem Leben eine Rolle spielen. Anschließend definieren sie gemeinsam, was diese Werte konkret für ihr Team und ihre Zusammenarbeit bedeuten.
Welche Rolle spielt die Organisation beim Wert Fokus?
Für den Wert Fokus ist entscheidend, dass nicht nur das Teammitglied den Fokus aufbringen möchte, sondern auch die Organisation den notwendigen Freiraum dafür schafft. Dies bedeutet, Multitasking zu reduzieren und unnötige Unterbrechungen zu vermeiden, damit konzentriertes Arbeiten möglich ist.
Der Kopf hinter dem Impuls
Kai ist Scrum Master und Agile Coach an der SUB (Niedersächsische Staats- und Universitätsbibliothek) in Göttingen. Dort entwickelt er mit seinem Team Software, hauptsächlich für Wissenschaftler. Kai brennt absolut für Scrum und Agilität und ist davon überzeugt, dass diese Ansätze die Welt ein kleines bisschen besser machen können, insbesondere durch das Leben der zugrundeliegenden Werte.
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Werte im Agilen und in Scrum-Prozessen sind groß, wolkig, schwer zu greifen – aber nicht mit Kay: Er ist unser heutiger Gast und erzählt, wie wir Werte begreif- und besprechbar machen können.