Postkarten-Check-in für Retrospektiven – Stimmenvielfalt und Stimmungsbarometer
TL;DR: Der Postkarten-Check-in ist eine Methode, die abstrakte Bilder oder Ansichtskarten nutzt, um die aktuelle Stimmung der Teilnehmer in Retrospektiven oder Meetings zu erfassen. Sie fördert, dass alle, auch zurückhaltende Stimmen, ihre Perspektive teilen, was zu einem tieferen Verständnis der Teamdynamik führt und die Verbundenheit stärkt.
Worum geht es?
In dieser Jubiläumsfolge des Methoden-Montags teilt Oliver Radtke, COO von Gruner + Jahr, seine Erfahrungen als Teilnehmer an agilen Retrospektiven. Er betont die Wichtigkeit, jedem Teammitglied eine Stimme zu geben, und stellt eine ihm besonders positiv in Erinnerung gebliebene Methode vor: den Check-in mit abstrakten Bildern. Diese Technik bricht den Meeting-Alltag auf, fördert Kreativität und ermöglicht es, auf spielerische Weise unterschiedliche Perspektiven und Emotionen im Team zu erfassen.
Die Methode auf einen Blick (Methoden-Steckbrief)
| Kriterium | Details |
|---|---|
| Einsatzgebiet | Retrospektiven, Check-ins in Workshops oder Meetings |
| Zielgruppe / Größe | Teams, Gruppen von Kollegen, Projektteams |
| Dauer | Nicht spezifiziert (jedoch “zwei, drei Sätzen” pro Person zur Erläuterung) |
| Material | Ansichtskarten oder verschiedene, abstrakte Bilder |
| Schwierigkeitsgrad | Leicht |
Der konkrete Mehrwert für das Team
- Die Methode gibt allen Teilnehmern eine Stimme, insbesondere auch den leiseren oder schüchternen Teammitgliedern.
- Sie ermöglicht das Verstehen und Akzeptieren unterschiedlicher Perspektiven und Empfindungen zu einem gemeinsamen Projekt oder Thema.
- Durch persönliche Erzählungen im Rahmen der Bildwahl lernen sich Teammitglieder besser kennen und stärken so die Verbundenheit und den Zusammenhalt im Team.
- Sie dient als kreativer Bruch im Meeting-Alltag, fördert das Querdenken und den Austausch auf einer persönlicheren Ebene.
Schritt-für-Schritt-Anleitung
- Bereiten Sie eine Auswahl an verschiedenen, möglichst abstrakten Bildern oder Ansichtskarten vor. Optional können diese bereits im Raum aufgehängt werden.
- Bitten Sie jeden Teilnehmer, sich intuitiv eine Karte auszusuchen, die am besten seine aktuelle Stimmung oder sein Gefühl bezüglich des Projekts oder der Situation widerspiegelt.
- Fordern Sie jeden Teilnehmer auf, seine gewählte Karte kurz (mit zwei bis drei Sätzen) zu erläutern und darzulegen, warum diese Karte seine aktuelle Lage am besten abbildet.
- Ermuntern Sie auch jene, die keine passende Karte finden, ihre Gedanken zu teilen. Fragen Sie zum Beispiel: „Wenn du eine Karte malen müsstest, wie sähe sie aus?“ oder „Warum passt keines der Bilder zu deiner aktuellen Situation?“.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Warum ist es wichtig, allen Teilnehmern eine Stimme zu geben?
Laut Oliver Radtke sind alle Kollegen an ihren Plätzen hochprofessionell und tragen mit ihren individuellen Perspektiven wesentlich zum Gelingen eines Projekts bei. Das Einbeziehen aller Stimmen, insbesondere der Leisen, fördert ein umfassendes Verständnis der Lage und schätzt die unersetzliche Rolle jedes Einzelnen.
Wie kann diese Methode unterschiedliche Sichtweisen aufzeigen?
Die Methode zeigt auf, dass gleiche visuelle Eindrücke (die Bilder) von verschiedenen Personen sehr unterschiedlich interpretiert werden können. Dies verdeutlicht, dass selbst bei scheinbar identischen Sachverhalten in Projekten die Empfindungen und Perspektiven der Beteiligten stark variieren können.
Was ist der besondere Reiz der Postkarten-Methode für Teams?
Neben dem Aufbrechen des Meeting-Alltags und der Förderung von Kreativität ermöglicht die Methode, persönliche Einblicke in die Kollegen zu erhalten. Durch kurze Nebensätze über die Wahl der Karte (z.B. Bezug zur Natur oder persönlichen Erfahrungen) lernen sich Teammitglieder besser kennen, was die Verbundenheit stärkt.
In welcher Phase einer Retrospektive wird diese Methode eingesetzt?
Diese Methode ist ideal für den Einstieg in eine Retrospektive, um die Stimmung im Team zu erfassen und einen gemeinsamen Startpunkt zu finden. Sie dient dazu, die Teilnehmer zu öffnen und eine Basis für den weiteren Austausch zu schaffen, also in der „Set the Stage“ Phase.
Der Kopf hinter dem Impuls
Oliver Radtke ist Chief Operations Officer (COO) bei Gruner + Jahr. In dieser Rolle ist er in der Geschäftsleitung unter anderem für den Vertrieb (Zeitschriftenvertrieb, Logistik, digitale Kundensuche), IT-Themen und das Datenthema verantwortlich. Er beschreibt sich selbst als „Hausmeister“, der die Dinge im Unternehmen zusammenhält und die „gute Seele vom Baumwahl“. Oliver Radtke engagiert sich in vielen Initiativen, darunter „App Aufwärts“, und war maßgeblich daran beteiligt, agiles Arbeiten bei Gruner + Jahr zu ermöglichen. Er schätzt die menschliche Komponente und die Effizienzsteigerung, die Agilität mit sich bringt.
Tiefer eintauchen: Die komplette Folge
Jubiläum! Folge 50 mit Special Guest Oliver Radtke
Kaum zu glauben: Dies ist schon die 50. Folge Methoden Montag! Eingeladen haben wir uns zum Jubiläum Oliver Radtke aus der Geschäftsführung von Gruner + Jahr. Oliver begleitet als Chief Operating Officer den Transformationsprozess des Hamburger Verlags – wie er sich selber und seine Rolle sieht und was er an Retrospektiven schätzt, verrät er in dieser Folge.
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