Auf ein Bier oder auf ein Wein mit – Ängste vor neuen Führungskräften abbauen und Menschen verbinden
TL;DR: Die Methode „Auf ein Bier oder auf ein Wein mit“ ist ein innovatives Rollenspiel, das Teams dabei hilft, Unsicherheiten und Ängste gegenüber neuen Führungskräften abzubauen. Durch den Perspektivwechsel werden Führungskräfte als Menschen mit eigenen Herausforderungen wahrgenommen, was zu mehr Verständnis und einer proaktiven, wertschätzenden Willkommenskultur führt.
Worum geht es?
In Zeiten großer organisatorischer Veränderungen, wie dem Zusammengehen von RTL und Gruner & Jahr, herrscht oft Ungewissheit in Teams. Diese Unsicherheit löst Stress aus und kann emotionale sowie körperliche Reaktionen hervorrufen. Die Methode „Auf ein Bier oder auf ein Wein mit“ wurde entwickelt, um Teams in solchen Phasen zu unterstützen, indem sie einen Perspektivwechsel ermöglicht, Emotionen integriert und den Blick für neue Handlungsspielräume erweitert.
Die Methode auf einen Blick (Methoden-Steckbrief)
| Kriterium | Details |
|---|---|
| Einsatzgebiet | Vorbereitung auf neue Führungskräfte, Teamentwicklung in Veränderungsprozessen, Workshops, Retrospektiven |
| Zielgruppe / Größe | Teams (mind. 2 Schauspieler + Beobachter) |
| Dauer | Nicht spezifiziert (Rollenspiel-Kern ca. 3-4 Minuten) |
| Material | Nicht spezifiziert (optional: rote Nasen für Präsenz-Setting) |
| Schwierigkeitsgrad | Leicht (Spielcharakter, mit Ermutigung der Moderation) |
Der konkrete Mehrwert für das Team
- Abbau von Berührungsängsten und Furcht vor neuen Führungskräften.
- Förderung einer menschlichen Verbindung statt eines Bedrohungsgefühls.
- Erweiterung der Perspektive und des Handlungsspielraums (Selbstwirksamkeit).
- Entwicklung einer proaktiven, wertschätzenden Willkommenskultur.
Schritt-für-Schritt-Anleitung
- Kontext schaffen: Erläutere die Situation der Unsicherheit durch Veränderung und die Notwendigkeit, Perspektiven zu erweitern und Emotionen zu berücksichtigen.
- Rollen auswählen: Wähle zwei Teammitglieder aus, die Rollen spielen. Eine Person spielt die neue Führungskraft, die andere deren besten Freund/in oder Ehepartner/in.
- Rollenspiel vorbereiten: Alle anderen Teammitglieder schalten ihre Kameras aus und hören als „Mäuschen“ zu.
- Rollenspiel durchführen: Die zwei ausgewählten Personen spielen ein spontanes Gespräch, wie die Führungskraft mit der Vertrauensperson über die bevorstehende neue Rolle spricht. Gib Impulsfragen wie „Was kommt auf dich zu?“, „Wie geht es dir damit?“
- Reflexion der Beobachter: Nach 3-4 Minuten beendet der Moderator das Rollenspiel. Die Zuhörenden schalten ihre Kameras wieder ein und teilen ihre Aha-Erlebnisse.
- Reflexion der Schauspieler: Die Schauspieler können ebenfalls ihre Erkenntnisse teilen.
- Ideenfindung: Sammelt gemeinsam Ideen, wie das Team die neue Führungskraft als Menschen abholen und willkommen heißen kann (z.B. ein Funfact-Organigramm erstellen).
Stolpersteine & Tipps für die Moderation
Es kann anfänglichen Widerstand gegen das Rollenspiel geben („Oh nee, ich will nicht“). Als Moderator ist es wichtig, die Teilnehmer aktiv auszuwählen, anstatt um Freiwillige zu bitten. Ermutige sie mit einer positiven, gut gelaunten Haltung („Doch, doch, das schaffst du schon“). Betone den spielerischen Charakter der Methode – es geht darum, Spaß zu haben und um die Ecke zu denken, nicht um eine exakte Wiedergabe der Realität.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Was, wenn Teammitglieder sich unwohl fühlen, eine Rolle zu spielen?
Der Moderator sollte aktiv ermutigen und den spielerischen Aspekt hervorheben. Es geht nicht um schauspielerische Perfektion, sondern darum, durch eine andere Perspektive neue Erkenntnisse zu gewinnen. Optional können humorvolle Accessoires wie „rote Nasen“ helfen, die Hemmschwelle zu senken.
Wie lange sollte das Rollenspiel dauern?
Das Rollenspiel selbst sollte kurz gehalten werden, etwa 3-4 Minuten, um die Dynamik und Spontaneität zu erhalten und die Aufmerksamkeit der Beobachter zu fokussieren.
Kann die Methode auch mit der echten neuen Führungskraft durchgeführt werden?
Nein, die Methode ist ausdrücklich als Vorbereitung für das Team gedacht, bevor die neue Führungskraft tatsächlich eintrifft. Sie dient dazu, die Erwartungen und Ängste des Teams zu managen und eine positive Basis zu schaffen, bevor die eigentliche Interaktion stattfindet.
Was ist der Kernnutzen dieser Methode?
Der Kernnutzen liegt darin, die neue Führungskraft aus einer menschlichen Perspektive zu betrachten, Berührungsängste abzubauen und das Team zu befähigen, proaktiv eine Willkommenskultur zu gestalten, anstatt in einer passiven ‚Rüstungs‘-Haltung zu verharren.
Der Kopf hinter dem Impuls
Julia Schmidt-Jorzig ist interner Agile Coach bei Gruner & Jahr und Podcasterin für ‚Das Elterngespräch‘ der Marke Eltern. Sie hat diese innovative Methode entwickelt und erfolgreich in Teams eingesetzt, um den Umgang mit Veränderungen und neuen Führungskräften zu erleichtern.
Tiefer eintauchen: Die komplette Folge
Auf ein Bier mit Julia Schmidt-Jorzig
Kennenlernen mal anders: Unsere Coach-Kollegin Julia stellt uns heute eine Methode vor, bei der ein Glas Bier oder Wein eine Rolle spielt, ein Perspektivwechsel – und jede Menge Erkenntnisse. Hört gleich rein!
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