Agile Coach werden mit Judith Andresen – Der Weg zu einer coachenden Haltung
TL;DR: Judith Andresen beschreibt ihren einzigartigen Weg zur Agilen Coach, der nicht mit einer Jobbezeichnung, sondern mit einer tief verwurzelten coachenden Haltung begann. Von der Jugendverbandsarbeit bis zur Selbstständigkeit prägten der Glaube an die Gruppe und das konsequente Stellen der richtigen Fragen ihre Entwicklung zu einer Expertin für Zusammenarbeit und iterative Prozesse.
Worum geht es?
In dieser besonderen Podcast-Folge zum Methoden-Montag teilen Florian und Jan das Gespräch mit ihrer ehemaligen Ausbilderin Judith Andresen. Sie erzählt von ihrem ungewöhnlichen und inspirierenden Weg zur Agilen Coach. Judiths Geschichte beleuchtet, wie eine innere Haltung und bestimmte Prinzipien der Zusammenarbeit den Grundstein für eine Karriere im agilen Coaching legen können, lange bevor der Begriff überhaupt etabliert war.
Der Weg zur Agilen Coach (nach Judith Andresen) auf einen Blick
| Kriterium | Details |
|---|---|
| Einsatzgebiet | Persönliche und berufliche Entwicklung zum Coach, Führung in Organisationen, Moderation von Gruppen und Workshops, Prozessbegleitung. |
| Zielgruppe / Größe | Individuen auf dem Weg zum Coach, Führungskräfte, Moderatoren, Teams, größere Gruppen (z.B. Zukunftswerkstatt mit 300 Leuten). |
| Dauer | Langfristiger, kontinuierlicher Entwicklungsprozess, nicht spezifiziert. |
| Material | Nicht spezifiziert (humorvoll erwähnt: „Puschel“ als Symbol für eine Sprechgelegenheit). |
| Schwierigkeitsgrad | Hoch (erfordert intensive Selbstreflexion und „Mut zu sich selbst haben“). |
Der konkrete Mehrwert für das Team
- Fördert die Überzeugung, dass „die Lösung in der Gruppe liegt“, und ermutigt Teams, eigene Antworten zu finden.
- Stärkt die Führung durch Fragen, was zu mehr Eigenverantwortung und Engagement im Team führt.
- Ermöglicht eine kooperative und einladende Arbeitsatmosphäre, in der alle Beteiligten mitgenommen werden.
- Begleitet Teams und Organisationen dabei, echte Zusammenarbeit zu leben und iterative, lernbasierte Prozesse zu etablieren.
Judith Andresens Prinzipien auf dem Weg zum Agilen Coach
- Glaube an die Gruppe: Vertraue darauf, dass die Lösung in der Gruppe liegt und alle, die am Tisch sind, richtig sind. Stelle die richtigen Fragen, um diese Lösungen zu heben.
- Führen durch Fragen: Erkenne, dass „wer fragt, der führt“. Diese Haltung begleitete Judith durch verschiedene Rollen, von der Projektleiterin bis zur Lehrerin.
- Entwicklung einer coachenden Haltung: Lerne, Menschen einzuladen und mitzunehmen, statt nur Anweisungen zu geben. Dies bedeutet, Konsequenzen klar zu kommunizieren und den Raum für eigene Entscheidungen zu öffnen.
- Iteratives und schrittweises Vorgehen: Beschäftige dich mit der Magie von Selbstorganisation und der Herangehensweise, sich stückweise an Dinge heranzuhangeln und dabei zu lernen.
- Die eigene Berufung finden: Werde dir deiner „Endlichkeit bewusst“ (ca. mit 40 Jahren) und frage dich, was dich inhaltlich wirklich reizt. Finde den Fokus, Menschen dabei zu begleiten, gemeinsam voranzukommen.
- Mut zur Selbstbegegnung: Bringe den Mut mit, dich selbst auf dieser Reise kennenzulernen. Eine tiefe Sicherheit über dich selbst hilft dir, als Coach objektiv zu bleiben und nicht innerlich mitzudiskutieren.
Stolpersteine & Tipps für die Moderation
Der wichtigste „Stolperstein“ auf dem Weg zum guten Coach ist das Fehlen des „Mutes zu sich selbst“. Um diesen zu überwinden, ist es entscheidend, eine tiefgreifende Selbstbegegnung und Selbsterfahrung zuzulassen. Nur so kann man als Coach hören, was auf der anderen Seite passiert, und Widersprüche oder Unstimmigkeiten im System des Gegenübers erkennen, ohne diese mit den eigenen Werten und Unstimmigkeiten zu vermischen. Ein guter Coach muss in der Lage sein, objektiv das System zu betrachten und den Weg innerhalb dessen zu finden, auch wenn dies eine anspruchsvolle Reise ist.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Was macht ein Agile Coach, Judith?
Judith erklärt es für eine Sechsjährige: „Manchmal machen sich das Erwachsenen ganz schön schwieriger, weil die sich so Konstrukte im Kopf haben, wie richtig und falsch geht. Und am Ende tun sie dann zu wenig oder das Falsche oder sie trauen sich nicht. Und meine Aufgabe ist es, sie auf Dinge neu gucken zu lassen, sodass sie es hinkriegen. Räume aufmachen, Möglichkeiten schaffen.“
Welche Fähigkeit sollte man für die Reise zum Agile Coach mitbringen?
Judith betont: „Den Mut zu sich selbst haben.“ Sie sieht eine Coaching-Ausbildung als eine „Reise zu euch selbst“, die eine große persönliche Bereicherung darstellt.
Was war das Besondere an Judiths Weg im Vergleich zu anderen?
Ihr Mindset, das auf Fragen, Zusammenarbeit und iterativen Prozessen basierte, lieferte später die Job Description „Agile Coach“, während bei vielen anderen der Job erst das Mindset änderte.
Was hat Judith aus ihrer Jugendverbandsarbeit mitgenommen?
Sie lernte das „Open Space Prinzip“ kennen: „Die Lösung ist in der Gruppe, man muss nur fragen. Alle, die am Tisch sind, sind richtig.“ Dieser Glaube begleitet sie seither in all ihren beruflichen Stationen.
Der Kopf hinter dem Impuls
Judith Andresen ist eine erfahrene Agile Coach und Ausbilderin, die Florian und Jan maßgeblich auf ihrem eigenen Weg zu Agilen Coaches begleitet hat. Ihr Werdegang ist geprägt von langjähriger Erfahrung in Jugendverbandsarbeit, Projektmanagement (inkl. früher Online-Shop-Entwicklung), Lehrertätigkeit und als Produktmanagerin sowie Account Director in Digitalagenturen. Sie glaubt fest daran, dass die Lösung in der Gruppe liegt und führt durch das Stellen von Fragen.
Tiefer eintauchen: Die komplette Folge
Wie wurdest du Agile Coach, Judith Andresen?
Zum zweiten Advent erzählt uns eine ganz besondere Coach, wie sie Coach wurde – unsere eigene Ausbilderin Judith Andresen. Hört hier ihren besonderen Weg zur Agilen Coach!
Unsere allgemeinen Datenschutzrichtlinien finden Sie unter https://art19.com/privacy. Die Datenschutzrichtlinien für Kalifornien sind unter https://art19.com/privacy#do-not-sell-my-info abrufbar.