Klaus-Methode für Retrospektiven und Workshops – Ungesagtes sicher ansprechen
TL;DR: Die Klaus-Methode ist ein effektives Tool, um in Retrospektiven und Workshops heikle Themen oder ungesagte Anliegen sicher anzusprechen. Indem ein fiktives Teammitglied wie ‚Klaus‘ eingeführt wird, können echte Teammitglieder ihre Bedenken indirekt äußern, was Vertrauen schafft und offene Diskussionen fördert.
Worum geht es?
In agilen Teams und Workshops stoßen wir oft auf Situationen, in denen wichtige Themen unausgesprochen bleiben, weil sich einzelne Teammitglieder nicht trauen, diese direkt anzusprechen. Hier kommt die ‚Klaus-Methode‘ ins Spiel – ein einfacher, aber wirkungsvoller Ansatz, um eine sichere Umgebung für den Austausch zu schaffen und verborgene Anliegen ans Licht zu bringen.
Die Methode auf einen Blick (Methoden-Steckbrief)
| Kriterium | Details |
|---|---|
| Einsatzgebiet | Retrospektiven, Workshops, Mitarbeitergespräch-Follow-ups |
| Zielgruppe / Größe | Teams |
| Dauer | Nicht spezifiziert |
| Material | Flipchart/Miro-Board oder Tool der Wahl, Stifte/digitale Notizen, optional: Foto für fiktiven Charakter |
| Schwierigkeitsgrad | Moderativ einfach umzusetzen |
Der konkrete Mehrwert für das Team
- Probleme können in Teams, die sich noch nicht voll vertrauen, angesprochen werden.
- Schafft eine Diskussionsgrundlage, insbesondere in Zweiergruppen.
- Macht Themen ansprechbar, die sonst verborgen blieben.
- Hilft, unangenehme Punkte schnell zu verbalisieren, ohne persönliche Hürden überspringen zu müssen.
- Fördert das Gespür des Teams für den Zeitpunkt, wann diese Methode sinnvoll ist.
Schritt-für-Schritt-Anleitung
- Fiktives Teammitglied etablieren: Wählt einen Namen (z.B. Klaus, Martina, Rebecca), der nicht im Team vergeben ist, um ein fiktives Teammitglied einzuführen.
- Klaus visualisieren (optional): Lasst auf einem Flipchart oder Miro-Board Platz für Klaus. Das Team kann entscheiden, wie Klaus aussieht, oder ein Foto (z.B. von Jeff Sutherland) verwenden.
- Themensammlung aus Klaus‘ Sicht: Stellt Fragen aus der Perspektive des fiktiven Charakters, z.B.: „Klaus versteht nicht…“, „Klaus mag…“, „Klaus fragt sich…“, „Klaus will…“. Diese Fragen können an die spezifische Situation angepasst werden.
- Gemeinsame Reflexion: Das Team überlegt gemeinsam, welche Themen Klaus bewegen könnten, und notiert diese.
- Vertiefung in Zweiergruppen (optional): Bildet Zweiergruppen, die gemeinsam die „Klaus-Fragen“ ausfüllen, um erste Diskussionen anzustoßen.
- Diskussion und Maßnahmen: Behandelt die gesammelten Punkte, als wären sie von einem echten Teammitglied. Diskutiert sie offen und leitet bei Bedarf Maßnahmen ab.
Stolpersteine & Tipps für die Moderation
Es kann zu Beginn etwas knifflig sein, dem Team zu vermitteln, dass Klaus ein fiktives, aber dennoch ernstzunehmendes Teammitglied ist – eine Art Schnittmenge der Anliegen aller. Betont, dass Klaus exemplarisch für ein typisches Teammitglied steht und bittet das Team, ihn für die Dauer der Session als Teil der Gruppe zu behandeln. Indem die Moderation die Ernsthaftigkeit der Methode hervorhebt und gleichzeitig den Schutzraum durch die Fiktion betont, lassen sich anfängliche Widerstände überwinden und ein fruchtbarer Austausch ermöglichen.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Wer ist Klaus?
Klaus ist ein fiktives Teammitglied, das eingeführt wird, um eine sichere Plattform für die Diskussion heikler oder unausgesprochener Themen im Team zu bieten. Er steht stellvertretend für die Gedanken und Gefühle, die echte Teammitglieder möglicherweise nicht direkt äußern möchten.
Welches Problem löst die Klaus-Methode?
Sie löst das Problem, dass sich Teammitglieder in Retrospektiven oder Workshops nicht trauen, bestimmte Anliegen, Bedenken oder Frustrationen offen anzusprechen. Durch die fiktive Person Klaus können diese Themen indirekt verbalisiert und diskutiert werden.
Kann man den Namen ‚Klaus‘ ändern?
Ja, der Name ‚Klaus‘ ist nur ein Beispiel. Ihr könnt ihn Martin, Peter, Sibylle, Martina oder Rebecca nennen – wichtig ist nur, dass der Name nicht bereits von einem realen Teammitglied verwendet wird und das Team sich damit identifizieren kann.
Wann sollte man die Klaus-Methode einsetzen?
Die Methode ist besonders nützlich in Teams, die sich noch nicht vollständig vertrauen, in denen eine gewisse Zurückhaltung herrscht, oder wenn beobachtet wird, dass wichtige Themen im Raum stehen, die nicht angesprochen werden. Sie kann auch in speziellen Kontexten wie der Aufbereitung von Mitarbeiterbefragungen genutzt werden.
Tiefer eintauchen: Die komplette Folge
Warum Klaus eine Retrospektive retten kann
Heute kommt Klaus in die Retro! Klaus? Wer ist Klaus? Klaus kann auch Rebecca heißen oder Markus. Und wenn ihr jetzt gar nichts mehr versteht, solltet ihr euch die heutige Folge anhören! Unsere allgemeinen Datenschutzrichtlinien finden Sie unter https://art19.com/privacy. Die Datenschutzrichtlinien für Kalifornien sind unter https://art19.com/privacy#do-not-sell-my-info abrufbar.