Staffelstab-Übergabe Methode – Klare Insights für agile Teams
TL;DR: Die Staffelstab-Übergabe ist eine simple, aber wirkungsvolle Methode, um Teams dabei zu helfen, tiefere Einblicke in ein Thema zu gewinnen. Sie löst das Problem von unklaren Zielen oder überkomplexen Lösungen, indem sie den Fokus auf den eigentlichen Zweck, bestehende Ressourcen und zukünftige Bedürfnisse lenkt, was zu praktikablen Verbesserungen führt.
Worum geht es?
Im Methoden-Montag stellt Jutta Bögemann, Agile Coach und Organisationsentwicklerin, die „Staffelstab“-Methode vor. Diese Methode ist ein mächtiges Werkzeug, um in Retrospektiven oder Workshops tiefer in ein Thema einzusteigen und echte Insights zu generieren. Durch die Perspektive einer Übergabe an ein neues Teammitglied werden die Teilnehmer dazu angeregt, den wahren Kern und Zweck eines Themas zu beleuchten und so neue Wege zur Optimierung zu finden.
Die Methode auf einen Blick (Methoden-Steckbrief)
| Kriterium | Details |
| Einsatzgebiet | Retrospektiven, Workshops, Meetings (zum Generieren von Insights, Vertiefen von Themen, Klären des „Wozu“, Reduzieren von Komplexität bei Lösungen) |
| Zielgruppe / Größe | Kleingruppen |
| Dauer | Nicht spezifiziert |
| Material | Post-its |
| Schwierigkeitsgrad | Einfach, schlicht |
Der konkrete Mehrwert für das Team
- Ermöglicht einen Schritt zurückzutreten und das eigene Dilemma aus einer objektiveren Perspektive zu betrachten.
- Fördert eine nach vorne gerichtete Denkweise, indem nicht nach Problemen, sondern nach Zielen und Lösungen gefragt wird.
- Klärt den eigentlichen Zweck und die Notwendigkeit einer Aktivität oder eines Themas (die „Wozu“-Frage).
- Hilft, bereits vorhandene Errungenschaften und Ressourcen zu erkennen, anstatt nur Defizite zu sehen.
- Reduziert Komplexität und bringt Teams weg von überdimensionierten oder kompromissbeladenen Lösungen.
Schritt-für-Schritt-Anleitung
- Stellt euch vor, ihr müsstet das aktuelle Thema an jemanden übergeben, der neu im Team ist oder es von euch übernimmt.
- Beschreibt das Thema anhand der folgenden drei Fragen. Beginnt unbedingt mit der „Wozu“-Frage, um den eigentlichen Zweck zu klären:
- Wozu machen oder brauchen wir das eigentlich?
- Was haben wir eigentlich schon?
- Was brauchen wir noch?
- Arbeitet in Kleingruppen an diesen Fragen und notiert eure Erkenntnisse.
- (Optional, aber impliziert) Präsentiert und diskutiert die Ergebnisse im Plenum, um gemeinsame nächste Schritte abzuleiten.
Stolpersteine & Tipps für die Moderation
Die Staffelstab-Methode ist ein ideales Werkzeug für den „Methoden-Holster“, da sie wenig Vorbereitung benötigt und schnell eingesetzt werden kann, wenn ein Workshop oder eine Retrospektive unerwartet in eine bestimmte Richtung läuft. Besonders nützlich ist sie, wenn Lösungen zu groß werden, da sie Teams hilft, durch die „Wozu“-Frage wieder zum Kern des Problems zurückzukehren und komplexe Sachverhalte zu vereinfachen. Sie ermutigt dazu, nicht nur in Defiziten zu denken, sondern auch die bereits erreichten Fortschritte wertzuschätzen.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Wofür wird die Methode „Staffelstab“ eingesetzt?
Die Methode wird eingesetzt, um in Retrospektiven, Workshops oder Meetings tiefer in ein Thema einzusteigen, Insights zu generieren, den Zweck von Aktivitäten zu klären (z.B. bei ineffizienten Weeklies) und komplexe Lösungsansätze zu vereinfachen.
Welche Fragen stehen im Mittelpunkt der Methode?
Es sind drei zentrale Fragen: „Wozu machen oder brauchen wir das eigentlich?“, „Was haben wir eigentlich schon?“ und „Was brauchen wir noch?“. Die „Wozu“-Frage sollte immer zuerst gestellt werden, um den Fokus auf den Kern des Themas zu legen.
Was ist der Hauptvorteil dieser Methode?
Der Hauptvorteil ist, dass sie eine nach vorne gerichtete, lösungsorientierte Perspektive fördert, den Blick weitet und Teams dazu anregt, aus ihrem „Dilemma“ herauszutreten. Sie hilft, den Wert von bereits Geleistetem zu erkennen und pragmatische nächste Schritte zu definieren.
Kann die Methode spontan eingesetzt werden?
Ja, absolut. Sie ist eine „im Holster“-Methode, die wenig Vorbereitung erfordert (drei Post-its mit Fragen) und sich daher hervorragend eignet, um schnell auf unerwartete Dynamiken in Workshops oder Retrospektiven zu reagieren und den Fokus neu auszurichten.
Der Kopf hinter dem Impuls
Jutta Bögemann ist Agiler Coach, Organisationsentwicklerin und Trainerin bei Liquify. Sie hat Florian auf seinem Weg zur Agilität früh begleitet und ist eine erfahrene Moderatorin von Retrospektiven.
Tiefer eintauchen: Die komplette Folge
Staffelstab-Übergabe mit Jutta Bögemann
Manchmal sind die einfachen Fragen die mächtigsten. Unser heutiger Gast, die wunderbare Jutta Bögemann, hat uns eine solche Frage mitgebracht – und eine tolle Methode, sie einzubringen!
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