Sprach- und Verhaltensmuster mit Mario Pracht

Language and Behavior Profile (LAB Profile) – Gezielte Personalfindung mit Sprachmustern

TL;DR: Das Language and Behavior Profile (LAB Profile), 1989 von Roger Bailey entwickelt, ist eine Methode, die durch die Analyse von 14 Sprachmustern hilft, intrinsische Motivation und Arbeitsstile von Menschen zu erkennen. Es ermöglicht Unternehmen, Stellenausschreibungen so zu formulieren, dass sie gezielt die passenden Kandidaten anziehen und somit den Fachkräftemangel effektiver adressieren.

Worum geht es?

Im Kontext der positiven Psychologie und angesichts des vorherrschenden Fachkräftemangels bietet das Language and Behavior Profile (LAB Profile) eine innovative Herangehensweise, um genau die Menschen zu finden, die ein Unternehmen, Team oder eine Führungskraft zum Erfolg braucht. Es geht darum, wie Sprache – insbesondere in Stellenausschreibungen – genutzt werden kann, um ungesagte Dinge über Motivation und Arbeitsstil zu offenbaren und somit eine hohe Passung zwischen Stelle und Person zu erzielen.

Die Methode auf einen Blick (Methoden-Steckbrief)

Kriterium Details
Einsatzgebiet Stellenausschreibungen, Bewerbungsgespräche, Teamanalyse, Teambegleitung
Zielgruppe / Größe Unternehmen, Teams, Führungskräfte, Personaler
Dauer Nicht spezifiziert
Material Nicht spezifiziert (Fokus auf Sprachmuster)
Schwierigkeitsgrad Einarbeitung in 14 spezifische Muster und deren Anwendung erforderlich

Der konkrete Mehrwert für das Team

  • Gezielte Personalbeschaffung: Findet präzise die Menschen, die aufgrund ihrer Motivationsmuster und ihres Arbeitsstils optimal zur ausgeschriebenen Stelle passen.
  • Effizientere Bewerberauswahl: Reduziert die Anzahl unpassender Bewerbungen und erhöht die Qualität des Bewerberpools, statt auf das „Gießkannenprinzip“ zu setzen.
  • Erhöhte Mitarbeiterzufriedenheit und Produktivität: Durch eine bessere Passung erleben Mitarbeiter mehr Flow, Begeisterung und können stärkenorientiert arbeiten.
  • Verbessertes Teamverständnis: Ermöglicht es Führungskräften und Teammitgliedern, die Arbeitsstile und Motivationen im bestehenden Team zu erkennen und die Zusammenarbeit zu optimieren.

Schritt-für-Schritt-Anleitung

  1. Muster verstehen: Einarbeitung in die 14 Muster des Language and Behavior Profile, die sich auf zwei Dimensionen verteilen: Motivation (intrinsische Antriebe) und Informationsverarbeitung/Arbeitsstil (was Menschen brauchen, um produktiv zu sein).
  2. Stellenanforderungen definieren: Klären Sie, welche Muster für die spezifische Stelle oder Aufgabe entscheidend sind. Benötigen Sie beispielsweise einen „Stürmer“ (Hin-zu-Motivation, z.B. für Vertrieb) oder einen „Verteidiger“ (Weg-von-Motivation, z.B. für Controlling)?
  3. Sprache gezielt wählen: Formulieren Sie die Stellenausschreibung mit Wörtern und Phrasen, die die gewünschten Muster ansprechen. Für „Hin-zu“ könnten das Begriffe wie „Ziele erreichen“, „nächsten Step gehen“ sein; für „Weg-von“ eher „vermeiden“, „Krisen bewahren“, „Probleme lösen“.
  4. Proaktive Kandidaten aktivieren (Optionaler Hack): Wenn Proaktivität gewünscht ist, platzieren Sie am Ende der Stellenausschreibung keinen direkten Bewerbungsaufruf, sondern einen Hinweis, sich für weitere Informationen an eine bestimmte Person (z.B. „Frau Müller“) zu wenden. Proaktive Bewerber werden anrufen, reaktive eher nicht.
  5. Bewerbungsgespräche und Teamanalyse: Achten Sie auch im persönlichen Gespräch auf die Sprachmuster der Kandidaten oder analysieren Sie die Muster bestehender Teammitglieder, um Zusammenarbeit und Akzente gezielt zu setzen.

Stolpersteine & Tipps für die Moderation

Ein häufiger „Stolperstein“ ist das Festhalten am „Gießkannenprinzip“ bei Stellenausschreibungen, bei dem versucht wird, so viele Bewerber wie möglich einzusammeln. Der Schlüssel zum Erfolg mit dem LAB Profile liegt darin, mutig zu sein und neue Wege zu gehen. Es erfordert, dass Führungskräfte und Personaler sich bewusst in die Augen schauen und klar definieren, welche Muster und Anforderungen die Stelle wirklich erfordert. Ein A-B-Test, bei dem eine traditionelle Ausschreibung mit einer LAB-Profile-basierten Ausschreibung verglichen wird, kann den Mehrwert dieser Methode eindrucksvoll belegen und zu einer deutlich höheren Qualität der Bewerbungen führen.

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Was ist das Language and Behavior Profile (LAB Profile)?

Das LAB Profile ist eine Methode, die von Roger Bailey entwickelt wurde, um die unbewussten Motivationsmuster und Arbeitsstile von Menschen anhand ihrer Sprachverwendung zu identifizieren. Es hilft, bessere Passungen in beruflichen Kontexten zu finden.

Wer hat das LAB Profile entwickelt?

Das Language and Behavior Profile (LAB Profile) wurde 1989 von Roger Bailey entwickelt.

Wie hilft das LAB Profile beim Fachkräftemangel?

Indem es eine gezieltere Ansprache in Stellenausschreibungen ermöglicht, zieht das LAB Profile genau die Bewerber an, die die intrinsischen Motivationen und Arbeitsstile mitbringen, die für eine Stelle erforderlich sind. Dies erhöht die Effizienz der Personalfindung in Zeiten des Fachkräftemangels.

Kann das LAB Profile auch für bestehende Teams genutzt werden?

Ja, das LAB Profile eignet sich hervorragend, um die individuellen Muster der Teammitglieder zu analysieren. Dieses Wissen kann genutzt werden, um die Zusammenarbeit zu optimieren, Stärken zu erkennen und gezielt Akzente in der Teamentwicklung zu setzen.

Der Kopf hinter dem Impuls

Mario Pracht ist unser Gast aus Dresden, der seit vielen Jahren in diesem Bereich tätig ist. Er brennt für das Thema positive Psychologie und hat sich auf die Anwendung des Language and Behavior Profile spezialisiert, um Unternehmen dabei zu unterstützen, dem Fachkräftemangel ein Schnippchen zu schlagen und die passenden Talente zu finden.

Tiefer eintauchen: Die komplette Folge

Sprach- und Verhaltensmuster mit Mario Pracht

Zum Start ins neue Jahr bringt uns unser Gast Mario Pracht die LAB-Profile mit, die sich in Stellenausschreibungen nutzen lassen, um passende Bewerber:innen zu finden. War mit dieser Methode noch so geht, erfahrt ihr in der aktuellen Folge!

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