Speed-Dating mit Check-in-Fragen

Speed-Dating mit Check-in-Fragen – Frischer Wind für erfahrene Teams

TL;DR: Diese Methode revitalisiert Retrospektiven für erfahrene Teams. Statt immer neuer Check-in-Fragen werden alte, prägende Fragen im Speed-Dating-Format diskutiert, um tiefere Erkenntnisse zu gewinnen und direkt relevante Themen für die Retrospektive zu identifizieren.

Worum geht es?

Gerade erfahrene Teams, die schon viele Retrospektiven durchlaufen haben, können von der Routine der gängigen Check-in-Fragen ermüdet sein. Die Methode „Speed-Dating mit Check-in-Fragen“ bietet eine innovative und interaktive Alternative. Statt sich eine neue Frage auszudenken, greifen die Teilnehmenden auf ihre persönlichen „Best of“-Check-in-Fragen zurück, die in der Vergangenheit eine besondere Emotion ausgelöst haben. Diese werden im Rahmen eines Speed-Datings in Zweiergesprächen intensiv beleuchtet, wodurch nicht nur tiefere Einblicke entstehen, sondern auch direkt relevante Themen für die Retrospektive gesammelt werden.

Die Methode auf einen Blick (Methoden-Steckbrief)

Kriterium Details
Einsatzgebiet Einstieg in Retrospektiven, Themensammlung (Gather Data)
Zielgruppe / Größe Teams, die schon länger Retrospektiven durchführen; erfahrene Teams. (Größe: nicht spezifiziert, aber bildet Zweiergruppen)
Dauer Nicht spezifiziert (Das Speed-Dating selbst dauert 2 Minuten pro Partner, die Gesamtzeit ist höher, da alle jeden daten und es eine Vor- und Nachbereitung gibt.)
Material Zettel, Stifte
Schwierigkeitsgrad Nicht spezifiziert (Kann als Überraschung für das Team eingesetzt werden.)

Der konkrete Mehrwert für das Team

  • Holt erfahrene Teams gezielt aus ihrer Komfortzone und lockt sie aus der Reserve.
  • Fördert tiefe, persönliche Gespräche und Verbindungen durch intensive Zweier-Interaktionen.
  • Bringt Bewegung in den Raum und schafft eine dynamische Atmosphäre (ideal für „in persona“-Settings).
  • Gewinnt direkte, aussagekräftige Themen für die Retrospektive, die auf echten Emotionen und Erfahrungen basieren.
  • Gibt dem Moderator Einblicke, welche Methoden und Fragen in der Teamhistorie besonders hängen geblieben sind.

Schritt-für-Schritt-Anleitung

  1. Persönliche Check-in-Frage finden: Jedes Teammitglied schreibt für sich eine Check-in-Frage auf, die ihm aus früheren Retrospektiven besonders in Erinnerung geblieben ist (z.B. weil sie seltsam, lustig oder emotional war). Dazu notiert es die damit verbundene Emotion.
  2. Speed-Dating-Vorbereitung: Die Teilnehmenden bilden Zweiergruppen, wobei das Ziel ist, dass jeder mal jeden für ca. zwei Minuten „datet“.
  3. Intensiver Austausch im Speed-Dating: Innerhalb der Zweiergruppen stellt sich jeder abwechselnd die aufgeschriebene Check-in-Frage. Der Zuhörer fungiert als Coach/Moderator und notiert die Erkenntnisse, die er aus der Antwort des Partners gewinnt. (Beispiel: „Welches Eis wäre unsere Zusammenarbeit?“ – Antwort: „Stracciatella, weil schön bunt.“ Erkenntnis wird notiert.)
  4. Präsentation der Erkenntnisse: Nach den Speed-Dating-Runden präsentiert jeder seine „großen Erkenntnisse“ vor dem gesamten Team. Dabei geht es um:
    • Warum diese spezifische Check-in-Frage ausgewählt wurde.
    • Was bei der Beantwortung der eigenen Frage (durch andere) hängen geblieben ist.
    • Welches Thema für die Retrospektive sich daraus ableiten lässt.
  5. Themensammlung & Abstimmung: Die identifizierten Themen für die Retrospektive werden gesammelt (z.B. an eine Wand gepinnt). Anschließend kann der Moderator fragen, ob noch weitere Themen auf der Seele brennen, bevor in einem üblichen Verfahren (z.B. Abstimmung) die Reihenfolge für die Bearbeitung festgelegt wird.

Stolpersteine & Tipps für die Moderation

Diese Methode ist besonders wirkungsvoll, um etablierte Teams aus ihrer Komfortzone zu holen und ihre Passivität zu durchbrechen. Wenn Teammitglieder dazu neigen, sich in Retrospektiven zurückzulehnen und auf Input von außen zu warten, fordert diese Methode sie aktiv heraus, eigene Erfahrungen und Emotionen einzubringen. Sie eignet sich hervorragend als Überraschungselement, wenn keine neue Check-in-Frage vorbereitet wurde. Zudem demonstriert sie, wie durch das Kombinieren (Sampling) bestehender Methoden etwas völlig Neues und Wertvolles entstehen kann.

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Wofür ist diese Methode am besten geeignet?

Sie ist ideal für erfahrene Teams, die frischen Wind im Einstieg ihrer Retrospektiven benötigen, um aus Routine auszubrechen und tiefere Gespräche zu fördern.

Welche Materialien benötige ich?

Sie benötigen lediglich Zettel und Stifte für jedes Teammitglied.

Wie viel Zeit sollte ich einplanen?

Die Methode nimmt sich „ausnahmsweise richtig viel Zeit“. Das Speed-Dating selbst beinhaltet 2-minütige Gespräche pro Paar, die Gesamtzeit variiert je nach Teamgröße und der Anzahl der Gesprächsrunden.

Kann diese Methode auch remote durchgeführt werden?

Das Transkript betont, dass diese Methode den Raum und Bewegung mit einnimmt und vor allem „in persona“ stattfinden sollte, da sie von der physischen Interaktion und dem Ortswechsel profitiert.

Tiefer eintauchen: Die komplette Folge

Speed-Dating mit Check-in-Fragen

In dieser Folge stellen Jan und Florian eine kreative Variante für den Retro-Einstieg vor: Statt immer neue Check-in-Fragen zu erfinden, greifen Teams auf ihre „Best of“-Fragen zurück – und entdecken im Speed-Dating-Format ganz neue Perspektiven. Eine Methode, die Bewegung in den Raum bringt, aus Routinen herausholt und den Weg für spannende Retrospektiven öffnet.

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