Constellations Methode: Teambuilding und Kennenlernen für Agile Teams
TL;DR: Die Constellations-Methode ist ein interaktives Teambuilding-Tool, das Teams hilft, sich durch körperliche Positionierung im Raum besser kennenzulernen. Sie fördert Offenheit, Selbstreflexion und das Verständnis für individuelle Präferenzen, was die Zusammenarbeit von Anfang an stärkt.
Worum geht es?
In dieser Episode des Methodenmontags stellt Felicitas Lauinger, Agile Coach und Scrum Masterin bei Chefkoch (RTL Publishing), die wirkungsvolle Methode Constellations vor. Als Expertin für Teambuilding und das Onboarding neuer Teammitglieder teilt Felicitas eine Methode, die Teams dabei unterstützt, sich von Tag eins an besser einzuschätzen, Vertrauen aufzubauen und ein gutes Gefühl füreinander zu entwickeln. Die Constellations-Methode, bekannt aus Lisa Atkins‘ Buch „Coaching Agile Teams“, ist ideal für neue Teams oder bei signifikanten Veränderungen in der Teamkonstellation, um ein tiefgehendes persönliches und professionelles Kennenlernen zu ermöglichen.
Die Methode auf einen Blick (Methoden-Steckbrief)
| Kriterium | Details |
|---|---|
| Einsatzgebiet | Start von neuen agilen Teams, Teambuilding, Kennenlernen bei Veränderung der Teamkonstellation, Retrospektiven (Set the Stage) |
| Zielgruppe / Größe | Teams (Je nachdem wie viele Menschen es sind, genug Platz vorausgesetzt) |
| Dauer | Nicht spezifiziert |
| Material | Ein Objekt für die Mitte des Raumes, ausreichend Platz |
| Schwierigkeitsgrad | Leicht bis Mittel (Anfangs unverfängliche Fragen erleichtern den Einstieg) |
Der konkrete Mehrwert für das Team
- Tiefgehendes Kennenlernen: Die Methode ermöglicht es Teammitgliedern, sich sowohl auf persönlicher als auch auf professioneller Ebene besser kennenzulernen.
- Gegenseitiges Verständnis: Durch die Positionierung im Raum erhalten Teilnehmer Einblicke in die Vorlieben, Bedürfnisse und Reaktionen ihrer Kollegen auf verschiedene Aussagen.
- Förderung von Offenheit: Die spielerische Interaktion ermutigt zu Mut und zum Zeigen der eigenen Haltung, was die Offenheit im Team steigert.
- Stärkung der Teamdynamik: Die Bewegung und Interaktion im Raum erzeugt eine positive Energie und Leichtigkeit, die das Gruppengefühl stärkt und Nähe schafft.
- Selbstreflexion: Teilnehmer werden angeregt, ihre eigenen Überzeugungen und Reaktionen zu reflektieren, was zu einem besseren Selbstverständnis führen kann.
Schritt-für-Schritt-Anleitung
- Vorbereitung: Sorgen Sie für ausreichend Platz, damit sich alle Teilnehmer im Raum bewegen können.
- Kreis bilden: Bitten Sie alle, sich erstmal frei im Raum zu bewegen. Stellen Sie dann ein Objekt in die Mitte des Raumes und fordern Sie die Teilnehmer auf, sich in einem großen Kreis um das Objekt zu positionieren, mit etwas Abstand zueinander und zum Objekt.
- Statements vorlesen: Als Moderator lesen Sie nacheinander verschiedene Statements vor.
- Positionierung: Die Teilnehmer reagieren auf jedes Statement durch Bewegung:
- Stimmen sie dem Statement eher zu, gehen sie ein bis zwei Schritte näher an das Objekt heran.
- Stimmen sie dem Statement eher nicht zu, treten sie ein bis zwei Schritte vom Objekt zurück.
Beobachten Sie, wie sich die Konstellationen im Raum verändern.
- Warm-up-Fragen (unverfänglich): Beginnen Sie mit einfachen, persönlichen Fragen, um die Gruppe aufzuwärmen. Beispiele:
- „Ich genieße gerne Zeit allein.“
- „Am schönsten ist es, wenn ich in der Natur bin.“
- „Ich liebe es, Dinge mit den Händen zu tun.“
- Arbeitskontext-Fragen (spezifischer): Gehen Sie dann zu Statements über, die sich auf Vorlieben und Bedürfnisse im Arbeitskontext beziehen. Beispiele:
- „Ich liebe es, vor Leuten zu sprechen.“
- „Ich vermeide den Konflikt mit Menschen, die mehr Seniorität mitbringen als ich.“
- „Ich bin Perfektionist:in.“
- „Ich mag keine unangenehme Stille und fülle sie lieber aus.“
- Eigene Statements der Gruppe: Laden Sie die Teilnehmer ein, eigene Statements zu formulieren, die sie interessieren. Betonen Sie, dass Sie als Moderator diese vorlesen, um eine unverfängliche Atmosphäre zu schaffen. Beispiele:
- „Ich koche gerne.“
- „Mich beschäftigen Arbeitsthemen auch im Privaten.“
- „Unter Druck blühe ich auf.“
- „Die Transformation macht mir Angst.“
- „Ich kann mich gut abgrenzen.“
- Abschluss: Beenden Sie die Runde mit einem abschließenden Statement, das die Stimmung auflockert und Nähe schafft. Beispiel:
- „Ich war bei diesem Spiel immer ehrlich.“
Stolpersteine & Tipps für die Moderation
Beim Einsatz der Constellations-Methode ist es wichtig, eine sichere und offene Atmosphäre zu schaffen, insbesondere wenn die Statements kniffliger werden. Beginnen Sie immer mit unverfänglichen Warm-up-Fragen, um den Teilnehmern den Einstieg zu erleichtern und ein Gefühl für die Bewegung im Raum zu geben. Wenn die Gruppe eigene Statements vorschlägt, ist es hilfreich zu betonen, dass der Moderator diese vorliest, um eine niedrigere Hemmschwelle für das Einbringen potenziell sensiblerer Themen zu gewährleisten. Achten Sie auf die Dynamik im Raum: Die anfänglich zögerlichen Bewegungen weichen oft einer größeren Energie und Offenheit, wenn die Teilnehmer merken, dass sie sich zeigen können und Gemeinsamkeiten entdeckt werden. Die Methode eignet sich auch hervorragend, um die Selbstreflexion anzuregen, da sich Teilnehmende bei manchen Fragen zwischen „wie bin ich wirklich“ und „wie wäre ich gerne“ positionieren müssen.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Was ist der Hauptzweck der Methode Constellations?
Der Hauptzweck der Constellations-Methode ist das persönliche und berufliche Kennenlernen von Teammitgliedern, insbesondere in neuen oder sich verändernden Teamkonstellationen, um ein besseres Verständnis und Vertrauen zu fördern.
Welche Art von Fragen werden während der Methode gestellt?
Es werden verschiedene Arten von Fragen gestellt: Zuerst unverfängliche Warm-up-Statements, dann Statements zum Arbeitskontext und schließlich vom Team selbst formulierte Statements zu beliebigen Themen.
Woher stammt die Methode Constellations?
Die Methode Constellations ist eine von vielen schönen Methoden aus dem Buch „Coaching Agile Teams“ von Lisa Atkins.
Was ist ein besonderer Effekt, den die Constellations-Methode auf Teams hat?
Ein besonderer Effekt ist die spürbare Steigerung der Energie und Leichtigkeit in der Gruppe. Zudem fördert sie nicht nur das Kennenlernen der anderen, sondern auch die eigene Selbstreflexion und schafft Momente der Nähe und Verbundenheit.
Der Kopf hinter dem Impuls
Felicitas Lauinger ist Agile Coach und Scrum Masterin bei Chefkoch, einem Teil von RTL Publishing. Sie beschäftigt sich intensiv mit Teambuilding, der Integration neuer Teammitglieder und der Schaffung einer Umgebung, in der sich alle Personen gut einschätzen und ein gutes Gefühl füreinander entwickeln können, um effektiv zusammenzuarbeiten.
Tiefer eintauchen: Die komplette Folge
Spannende Konstellationen mit Felicitas Lauinger
„Ich bin Perfektionist:in“ – stimmst du eher zu oder regt sich bei diesem Statement Widerspruch in dir? Unsere Kollegin Felicitas stellt uns heute eine Methode vor, bei der euer gesamtes Team besser kennenlernt – und euch selber auch …
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