Einladende Führung – Resilienz und Engagement durch Freiwilligkeit
TL;DR: Einladende Führung (Inviting Leadership) ist eine Methode, die auf Freiwilligkeit und intrinsischer Motivation basiert, um Teams nicht in Aufgaben zu drängen, die sie nicht leisten können oder wollen. Sie löst das Problem mangelnder Transparenz und Überlastung, indem sie Mitarbeitende aktiv einlädt und so zu einer höheren Resilienz der Organisation und stärkerem Engagement führt.
Worum geht es?
Die Sonderfolge des Methoden-Montags widmet sich dem Thema „Einladende Führung“ mit Stammgästin Miriam Sasse, Agile-Coach und Autorin des Buches „LEAD: Resiliente Organisationen durch einladende Führung“. Im Kern geht es darum, wie Organisationen und Teams durch eine Kultur der Einladung widerstandsfähiger werden und Mitarbeitende motiviert und eigenverantwortlich handeln können. Miriam Sasse beleuchtet, wie eine gut gemachte Einladung auf viele Probleme reagieren und die Wirksamkeit von Führung nachhaltig prägen kann.
Die Methode auf einen Blick (Methoden-Steckbrief)
| Kriterium | Details |
|---|---|
| Einsatzgebiet | Führung, Teambegleitung, Workshops, Meetings, Retrospektiven, Projektmanagement |
| Zielgruppe / Größe | Führungskräfte, Teams, Mitarbeitende |
| Dauer | Nicht spezifiziert |
| Material | Nicht spezifiziert (ein Zettel mit „Freiwilligkeit“ kann als Gedankenstütze dienen) |
| Schwierigkeitsgrad | Nicht spezifiziert |
Der konkrete Mehrwert für das Team
- Mitarbeitende übernehmen Aufgaben, die sie sich zutrauen und für die sie intrinsisch motiviert sind.
- Fördert engagierte und eigenverantwortliche Teams, die sich eingeladen fühlen, einer Vision zu folgen.
- Schafft Transparenz darüber, ob Aufgaben und Projekte von den Mitarbeitenden angenommen werden können und wollen.
- Stärkt die Resilienz der gesamten Organisation, indem Überlastung vermieden und die Selbstwirksamkeit gefördert wird.
Schritt-für-Schritt-Anleitung
- Outlook-Einladungen überprüfen: Schauen Sie sich bewusst jede Outlook-Einladung an, die Sie versenden. Wird sie wirklich als Einladung verstanden?
- Freiwilligkeit betonen: Formulieren Sie Einladungen so, dass die Freiwilligkeit des Mitmachens klar zum Ausdruck kommt. Ist spürbar, dass man auch „Nein“ sagen darf?
- Freiwilligkeit zulassen: Reflektieren Sie, wo Sie am Arbeitsplatz aktiv Freiwilligkeit zulassen können.
- Erinnerung schaffen: Schreiben Sie das Wort „Freiwilligkeit“ auf einen Zettel und legen Sie ihn neben Ihren Laptop oder Rechner, um sich täglich daran zu erinnern.
- Hinterfragen: Durchleuchten Sie einen Tag lang genauer, in welchen Bereichen am Arbeitsplatz Freiwilligkeit wirklich praktiziert wird und wo nicht.
Stolpersteine & Tipps für die Moderation
Ein wesentlicher Stolperstein ist, wenn Einladungen nicht angenommen werden. Dies ist jedoch keine Ablehnung Ihrer Person, sondern eine Chance für Transparenz und Lernen. Wenn eine Einladung abgelehnt wird, nutzen Sie dies sofort als Gesprächsfaden: „Schade, aber darf ich fragen, warum nicht?“ So können Sie herausfinden, ob es an fehlender Zeit, einem Ungleichgewicht zwischen Verantwortung und Befugnissen oder anderen Gründen liegt.
Reagieren Sie darauf, indem Sie das Projekt oder die Aufgabe anders gestalten oder „schneiden“. Das Führen solcher Gespräche hilft, die Balance zwischen Verantwortung und Befugnissen zu finden und Projekte attraktiver zu machen.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Wie unterscheidet sich einladende Führung von traditioneller Führung?
Einladende Führung basiert auf der Begeisterung anderer, einer Vision zu folgen, statt auf Zwang oder Dekret. Eine Führungskraft wird als solche anerkannt, weil Menschen ihr freiwillig folgen möchten, nicht weil sie es müssen. Traditionelle Ansätze setzen oft auf Angst oder hierarchische Macht, während einladende Führung auf intrinsischer Motivation beruht.
Was passiert, wenn meine Einladung abgelehnt wird?
Eine Ablehnung Ihrer Einladung ist eine wertvolle Informationsquelle. Sie öffnet sofort einen Gesprächsfaden, um die Gründe dafür zu erfragen. Oft liegt es an fehlender Zeit oder einem Ungleichgewicht zwischen Verantwortung und Befugnissen. Dieses Feedback ermöglicht es Ihnen, Projekte oder Aufgaben anzupassen und somit erfolgreicher zu gestalten.
Wie kann ich morgen sofort mit einladender Führung beginnen?
Beginnen Sie damit, jede Outlook-Einladung bewusst zu formulieren und die Freiwilligkeit der Teilnahme zu betonen. Hängen Sie einen Zettel mit dem Wort „Freiwilligkeit“ neben Ihren Arbeitsplatz, um sich immer wieder daran zu erinnern, wo Sie diese am Arbeitsplatz zulassen können.
Welche Rolle spielt Resilienz bei der einladenden Führung?
Einladende Führung trägt maßgeblich zur Resilienz einer Organisation bei. Indem Mitarbeitende nur Aufgaben annehmen, die sie sich zutrauen und für die sie Kapazitäten haben, werden Überlastung und Frustration vermieden. Dies stärkt das Gefühl der Selbstwirksamkeit und ermöglicht es Teams, auch in schwierigen Zeiten widerstandsfähig zu bleiben und innovative Lösungen zu finden.
Der Kopf hinter dem Impuls
Miriam Sasse ist eine erfahrene Agile-Coach im Bereich Avato Systems und seit vielen Jahren Expertin für „Einladende Führung“ (Inviting Leadership). Sie ist die Autorin des Buches „LEAD: Resiliente Organisationen durch einladende Führung“ und setzt sich leidenschaftlich dafür ein, wie Organisationen durch gut gemachte Einladungen Herausforderungen meistern können. Sie ist nicht nur Stammgästin, sondern auch Stammhörerin des Methoden-Montags.
Tiefer eintauchen: Die komplette Folge
Sonderfolge: Einladende Führung mit Miriam Sasse
Miriam ist wieder da: Wir haben unsere liebe Kollegin Miriam Sasse eingeladen – denn über Einladungen kann Miriam nicht nur viel erzählen, sondern sie hat inzwischen sogar ein Buch darüber geschrieben.
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