Schweigend ankommen mit Freya Greskowiak

Die Schweigende Minute: Mehr Klarheit und Fokus für Ihre Meetings und Workshops

TL;DR: Die Schweigende Minute ist eine einfache, aber wirkungsvolle Methode, um Meetings und Workshops bewusst zu beginnen. Durch eine Minute Stille und das Schließen der Augen helfen Sie allen Teilnehmenden, mental anzukommen, sich zu sortieren und den Fokus für die anstehenden Themen zu schärfen. Das Ergebnis sind produktivere Diskussionen und eine verbesserte Meetingqualität.

Worum geht es?

In vielen Arbeitsumfeldern rennen Kollegen von Termin zu Termin und sind gedanklich oft noch in der vorherigen Aufgabe gefangen, wenn ein neues Meeting beginnt. Die Methode der „Schweigenden Minute“ zielt darauf ab, einen bewussten Schnitt zu setzen und den Teilnehmenden eine kurze Auszeit zu ermöglichen, um mental im Hier und Jetzt anzukommen. Dies schafft die notwendige Klarheit und den Fokus, um das Beste aus der anstehenden Besprechung oder dem Workshop herauszuholen.

Die Methode auf einen Blick (Methoden-Steckbrief)

Kriterium Details
Einsatzgebiet Workshops, Meetings, Retrospektiven, Teamworkshops, große Teammeetings, Austauschrunden
Zielgruppe / Größe Individuen, Teams, ganze Organisation; besonders nützlich bei vielen Gesprächspartnern (z.B. „Techies“, Coaches)
Dauer 1 Minute (für das Schweigen); 5 Minuten (für optionale „Stillarbeit“)
Material Nicht spezifiziert
Schwierigkeitsgrad Anfänglich ungewohnt und benötigt Moderation/Überzeugungsarbeit, aber hocheffektiv

Der konkrete Mehrwert für das Team

  • Ermöglicht es allen Teilnehmenden, mental im Meeting anzukommen und sich zu sortieren.
  • Erhöht die Klarheit und den Fokus auf die aktuellen Themen und Ziele des Meetings.
  • Steigert die Produktivität und Qualität von Diskussionen und Workshops.
  • Schafft eine andere, ernsthaftere und fokussiertere Stimmung von Beginn an.

Schritt-für-Schritt-Anleitung

  1. Vorbereitung durch den Moderator: Erklären Sie kurz den Zweck der Methode (Ankommen, Fokus). Der Moderator fungiert als Timekeeper.
  2. Anweisung an die Teilnehmenden: Bitten Sie alle, sich aufrecht hinzusetzen und die Augen zu schließen oder nach unten zu schauen, um Sichtkontakt zu vermeiden und sich auf sich selbst zu konzentrieren.
  3. Leitfragen stellen: Stellen Sie Fragen, die zum Nachdenken anregen, z.B.: „Was ist jetzt gerade wichtig?“, „Warum sitzen wir zusammen?“, „Was möchtest du in diesem Meeting den anderen mitgeben?“
  4. Eine Minute schweigen: Lassen Sie eine volle Minute lang absolute Stille im Raum herrschen.
  5. Zurückkommen: Nach Ablauf der Minute bitten Sie die Teilnehmenden, die Augen wieder zu öffnen. Beobachten Sie die veränderte Stimmung und den gestiegenen Fokus.
  6. (Optional) Weiterführende Stillarbeit: Während eines Workshops kann es sinnvoll sein, zwischendurch Phasen der „Stillarbeit“ (z.B. 5 Minuten) einzulegen. Hierbei sortieren alle ihre Gedanken für sich, bevor eine Diskussion beginnt. Kommunizieren Sie klar: „Leute, es ist Stillarbeit. Bitte keiner spricht.“

Stolpersteine & Tipps für die Moderation

Anfangs kann es ungewohnt sein, und manche Teilnehmende reagieren möglicherweise skeptisch, indem sie zum Beispiel ihr Handy herausholen oder sich weigern, die Augen zu schließen. Wichtig ist es, die Gruppe einmalig davon zu überzeugen, die Methode auszuprobieren. Sobald ein paar Leute mitmachen, überträgt sich die Ruhe oft auf die anderen. Das Schließen der Augen ist dabei ein entscheidender Faktor, da es hilft, wirklich in sich zu gehen.

Auch wenn Sie als Moderator nicht unbedingt als „ruheausstrahlende“ Person wahrgenommen werden, kann die Methode funktionieren. Entscheidend ist eine klare Ansage und das konsequente Einhalten der Regeln, besonders bei der „Stillarbeit“, wo explizit gesagt werden muss: „Bitte keiner spricht.“

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Wie überzeuge ich mein Team, mitzumachen?

Die Methode ist am Anfang oft ungewohnt, aber wenn man die Teilnehmenden einmal überzeugt hat, es auszuprobieren, und einige mitmachen, funktioniert es oft überraschend gut. Das Schließen der Augen ist ein wichtiger Faktor, um sich wirklich auf die innere Einkehr einzulassen und nicht abgelenkt zu werden.

Kann die Methode auch bei „Wirbelwinden“ oder „Techies“ angewendet werden?

Ja, Freya hat positive Erfahrungen damit gemacht, selbst in vermeintlich „quirligen“ Teams. Es ist überraschend, wie schnell Ruhe einkehrt und wie produktiv die Meetings danach ablaufen, sobald man es einmal ausprobiert hat.

Welche Rolle spielt der Moderator?

Der Moderator ist entscheidend. Er fungiert als Timekeeper, gibt klare Anweisungen (Augen schließen, Fragen stellen) und sorgt dafür, dass die Minute Stille eingehalten wird. Seine klare Führung hilft, anfänglichen Widerstand zu überwinden.

Wie unterscheidet sich die „Schweigende Minute“ von „Stillarbeit“?

Die Schweigende Minute ist ein kurzes (1 Min.) Ankommen und mentales Sortieren *vor* dem eigentlichen Beginn des Meetings oder Workshops. „Stillarbeit“ ist hingegen eine gezielte Phase (z.B. 5 Min.) *während* des Meetings oder Workshops, in der jeder individuell Gedanken sammelt oder Aufgaben bearbeitet, bevor eine gemeinsame Diskussion stattfindet. Beide dienen der Erhöhung von Klarheit und Diskussionsqualität.

Der Kopf hinter dem Impuls

Freya Greskowiak arbeitet bei Gruner & Jahr und unterstützt Individuen, Teams sowie die gesamte Organisation dabei, ihre Potenziale zu entfalten und sich kontinuierlich weiterzuentwickeln. Sie ist bekannt für ihre klare Kommunikation und überrascht mit einer Methode, die gerade das Gegenteil fordert.

Tiefer eintauchen: Die komplette Folge

Schweigend ankommen mit Freya Greskowiak

Heute haben wir zum ersten Mal einen Gast im Podcast: Freya Greskowiak, die im Verlag Gruner + Jahr die Mitarbeiter und das Unternehmen weiterentwickelt, hat uns dabei mit einer Methode überrascht, mit der wir nicht gerechnet haben.

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