Remote Meetings Special #3: Workshops gestalten (1)

Remote Workshops effektiv gestalten – Längere Meetings und Retros meistern

TL;DR: Längere Remote Workshops erfordern spezielle Strategien zur Teilnehmerbindung, effektive Kleingruppenarbeit und geschickte Moderation hybrider Settings. Durch Timeboxing, den Einsatz geteilter Dokumente und virtueller Breakout-Räume können Sie auch komplexe Formate erfolgreich online umsetzen und die Königsdisziplin der Remote-Zusammenarbeit meistern.

Worum geht es?

Die Gestaltung von Remote Workshops, die über einen einfachen Vortrag oder ein kurzes Status-Update hinausgehen, stellt eine besondere Herausforderung dar. Doch genau diese „Königsdisziplin“ – längere Workshops, Retrospektiven oder umfassende Meetings – bietet enormes Potenzial für Zusammenarbeit, wenn die richtigen Methoden und Tools eingesetzt werden. Dieser Artikel beleuchtet, wie Ablenkung vermieden, Kleingruppenarbeit ermöglicht und hybride Szenarien erfolgreich moderiert werden können, um alle Teilnehmer aktiv einzubinden.

Die Methode auf einen Blick (Methoden-Steckbrief)

Kriterium Details
Einsatzgebiet Längere Remote Workshops, Retrospektiven, umfassende Meetings, Hybrid-Formate
Zielgruppe / Größe Teams und Gruppen (Nicht spezifiziert)
Dauer Maximal 90 Minuten pro Block ohne Pause; bei ganztägigen Workshops: 45-Minuten-Blöcke
Material Videokonferenz-Tools (z.B. Microsoft Teams, Google Docs), geteilte Dokumente (z.B. Microsoft Word, Google Docs), virtuelle Boards (z.B. Trello), Timer, ggf. zwei Kameras für Hybrid-Setup
Schwierigkeitsgrad Hoch (Königsdisziplin der Remote-Moderation)

Der konkrete Mehrwert für das Team

  • Reduziert Ablenkung und erhöht die aktive Beteiligung aller Teammitglieder in Remote-Settings.
  • Ermöglicht effektive Kleingruppenarbeit, auch wenn Teams virtuell verteilt sind.
  • Schafft Augenhöhe und Inklusion für alle Teilnehmer in hybriden Workshop-Formaten.
  • Bindet stille Teilnehmer gezielt ein und stellt sicher, dass alle Meinungen gehört werden.

Schritt-für-Schritt-Anleitung

  1. Ablenkung vermeiden und Engagement fördern:
    • Führen Sie Timeboxen ein und kommunizieren Sie klar, wie viel Zeit bis zur nächsten Pause verbleibt.
    • Nutzen Sie Phasen der Stillarbeit: Lassen Sie Teilnehmer ihre Meinungen oder Stichpunkte in geteilten Dokumenten (z.B. Microsoft Word, Google Docs) festhalten.
    • Setzen Sie konsequent einen Timer, wie Sie es auch in physischen Workshops tun würden.
    • Bringen Sie die Teilnehmer durch konkrete Aufgaben (z.B. Schreiben, Präsentieren) aktiv ins Handeln.
  2. Kleingruppenarbeit ermöglichen (Breakout Rooms):
    • Erstellen Sie parallel mehrere Videokonferenzräume (z.B. durch separate Links in Microsoft Teams oder ähnlichen Tools) und weisen Sie den Gruppen Räume oder Namen zu.
    • Schicken Sie die Teilnehmer in diese virtuellen Räume.
    • Wechseln Sie als Moderator zwischen den Räumen, um den Fortschritt zu überwachen und bei Bedarf zu unterstützen.
    • Holen Sie die Gruppen aktiv zurück in den Hauptraum, indem Sie jeden Raum besuchen und eine Zeitansage machen (z.B. „In einer Minute geht es weiter“).
  3. Hybrid-Workshops gestalten (Remote & On-Site):
    • Setzen Sie zwei Kameras ein: eine, die den gesamten Raum erfasst, und eine zweite, die auf die sprechende Person fokussiert ist.
    • Etablieren Sie eine spezielle „Speaker-Ecke“ im Raum, zu der Sprecher gehen, um ins Bild der Fokuskamera zu kommen.
    • Schaffen Sie Rituale für Wortmeldungen im Raum, die sicherstellen, dass auch die Remote-Teilnehmer die sprechende Person wahrnehmen und sich auf Augenhöhe fühlen.
  4. Stille Teilnehmer einbinden:
    • Nutzen Sie geteilte Dokumente oder virtuelle Boards (z.B. Trello), wo jeder seine Gedanken schriftlich festhalten muss.
    • Bitten Sie jeden Teilnehmer, seine schriftlich festgehaltenen Punkte kurz zu präsentieren.
    • Setzen Sie Kleingruppenarbeit (Zweier-, Dreier- oder Vierergruppen) ein, um die Hemmschwelle zum Sprechen zu senken und den Austausch zu fördern.

Stolpersteine & Tipps für die Moderation

Die größte Herausforderung in Remote-Workshops ist die Ablenkung der Teilnehmer. Dem wirken Sie entgegen, indem Sie konsequent Timeboxen einhalten, regelmäßige Pausen einplanen und immer wieder Phasen der Stillarbeit einbauen, die zu einer aktiven Beteiligung durch Schreiben oder Erstellen von Inhalten anregen. Bei der Kleingruppenarbeit ist es essenziell, dass der Moderator aktiv zwischen den virtuellen Räumen wechselt und die Teilnehmer zum Ende der Kleingruppenzeit bewusst in den Hauptraum zurückholt, da akustische Signale fehlen. In hybriden Settings ist es wichtig, durch technische Hilfsmittel wie zwei Kameras und klare Rituale für Sprecher vor Ort eine gefühlte Augenhöhe zwischen allen Teilnehmern zu schaffen. Achten Sie zudem strikt auf die Zeitplanung: Planen Sie maximal 90 Minuten ohne Pause und bei längeren Formaten 45-Minuten-Blöcke ein, um die Konzentrationsfähigkeit hochzuhalten.

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Wie halte ich Teilnehmer in Remote-Workshops am Ball?

Nutze Timeboxing, stelle eine Aussicht auf Pausen und gehe regelmäßig in Stillarbeit, wo alle ihre Meinungen in geteilten Dokumenten festhalten und präsentieren müssen.

Kann ich bei Remote-Workshops in Kleingruppen arbeiten?

Ja, indem du mehrere parallele Videokonferenzräume erstellst. Die Teilnehmer wechseln selbstständig in diese Räume und der Moderator kann zwischen ihnen wechseln, um den Fortschritt zu überwachen und zum Ende zurückzuholen.

Wie gelingt die Moderation eines Hybrid-Workshops?

Nutze zwei Kameras (eine für den Raum, eine für den Sprecher vor Ort) und richte eine spezielle „Speaker-Ecke“ ein. Schaffe Rituale für Wortmeldungen, um Augenhöhe zwischen Remote- und On-Site-Teilnehmern herzustellen.

Wie binde ich stille Teilnehmer auch remote ein?

Lass alle ihre Punkte schriftlich in geteilten Dokumenten oder auf virtuellen Boards (z.B. Trello) festhalten und danach präsentieren. Auch Kleingruppenarbeit hilft, Hemmschwellen zu senken und jeden zu Wort kommen zu lassen.

Tiefer eintauchen: Die komplette Folge

Remote Meetings Special #3: Workshops gestalten (1)

Wie kann man mit verteilten Teams gute Meetings per Videokonferenz abhalten und außerdem ein starkes Teamgefühl bewahren? Damit wollen wir uns diese Woche in 5 Special-Folgen beschäftigen. In dieser Folge geht es um die Durchführung längerer Workshops.

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