Produktion von Printmagazinen im Homeoffice – Erfolgreiche Remote-Zusammenarbeit
TL;DR: Erfahren Sie, wie eine traditionelle Printredaktion wie der Stern ihre komplette Produktion erfolgreich und mit minimaler Verzögerung ins Homeoffice verlegte. Dieser Artikel beleuchtet die pragmatischen Anpassungen bei Kommunikation und Tool-Nutzung, die trotz physischer Distanz eine reibungslose Heftproduktion ermöglichten.
Worum geht es?
Die plötzliche Umstellung auf Homeoffice stellte auch traditionelle Branchen wie die Printmedien vor große Herausforderungen. In dieser Episode teilt Derek Meinköhn vom Stern seine Erfahrungen und Erkenntnisse, wie die Redaktion des Nachrichtenmagazins die Produktion unter diesen neuen Bedingungen meistert. Er berichtet über die Veränderungen in der Zusammenarbeit, die eingesetzten Tools und die unerwarteten Vorteile der Digitalisierung.
Die Methode auf einen Blick (Methoden-Steckbrief)
| Kriterium | Details |
|---|---|
| Einsatzgebiet | Redaktionsarbeit, Printmedien, Remote-Zusammenarbeit, Krisenmanagement |
| Zielgruppe / Größe | Große Redaktionen (Beispiel: über 100 Personen), verteilte Teams |
| Dauer | Nicht spezifiziert (Die Umstellung erfolgte plötzlich, die Produktion ist wöchentlich) |
| Material | Redaktionssystem (Kanban-ähnlich), Heftplanungs-Tool (z.B. Planner in Microsoft Teams), Videokonferenz-Software (z.B. Microsoft Teams), gute Internetverbindung |
| Schwierigkeitsgrad | Nicht spezifiziert |
Der konkrete Mehrwert für das Team
- Kontinuierliche Produktion: Gewährleistung der Arbeitsfähigkeit und Produktivität auch unter extremen externen Bedingungen.
- Verbesserte Konferenzkultur: Strukturiertere und diszipliniertere Online-Meetings, die allen Teilnehmenden eine Stimme geben.
- Gleichberechtigte Beteiligung: Ermöglicht es ruhigeren oder international verteilten Kollegen, sich aktiv in Diskussionen einzubringen.
- Transparenz im Arbeitsprozess: Durch Redaktions- und Planungssysteme bleibt der Fortschritt für alle sichtbar.
Schritt-für-Schritt-Anleitung
- Redaktionssystem als Basis nutzen: Ein Redaktionssystem, das einem Kanban-Board ähnelt, hilft, den Status jedes Artikels und To-Dos transparent zu machen.
- Digitale Heftplanung etablieren: Nutzt ein Planungstool (z.B. Microsoft Planner), um die Heftplanung abzubilden und alle Grafiker und Bildredakteure einzubinden.
- Robuste Videokonferenzlösung implementieren: Wählt eine Software (z.B. Microsoft Teams), die auch Konferenzen mit über 100 Teilnehmern qualitativ hochwertig unterstützt.
- Kommunikationsregeln festlegen: Entwickelt eine Kultur, bei der Wortmeldungen über den Chatkanal erfolgen, um Kakophonie in großen Meetings zu vermeiden und eine faire Gesprächsreihenfolge zu sichern.
- Moderation für große Meetings sicherstellen: Benennt für große Konferenzen immer Moderatoren (z.B. Blattmacher oder Chefredakteure), die die Diskussion leiten und Wortmeldungen aufrufen.
- Vertrauen und Eigenverantwortung fördern: Da die direkte Kontrolle entfällt, ist ein hohes Maß an Vertrauen in die Kollegen essenziell.
- Zwischenmenschlichen Austausch aktiv pflegen: Bewusst Zeit einplanen, um mit Kollegen informell zu „schnacken“ und deren Wohlbefinden zu erfragen, um den Mangel an direktem Kontakt auszugleichen.
Stolpersteine & Tipps für die Moderation
Die größte Schwierigkeit bei der Umstellung waren die unterschiedlichen und teilweise schwachen Internetverbindungen der einzelnen Kollegen zu Hause. Dies führte insbesondere beim Aus- und Einchecken großer Dokumente mit Bildern zu Verzögerungen und Abstürzen. Ein Tipp hierfür ist, vereinzelt Ausnahmen zuzulassen, bei denen Kollegen mit sehr schlechter Verbindung bei Bedarf in die Redaktion kommen können.
Anfängliche Online-Konferenzen mit vielen Teilnehmern endeten oft in Kakophonie, da laute Stimmen versuchten, sich Gehör zu verschaffen. Die Einführung einer „Wortmeldung“-Regel über den Chatkanal, bei der ein Moderator die Reihenfolge vorgibt, hat sich hier als äußerst effektiv erwiesen und sorgt für diszipliniertere Meetings.
Ein weiterer Aspekt ist das Fehlen des informellen, zwischenmenschlichen Austauschs. Um dem entgegenzuwirken, sollte man sich bewusst darum bemühen, Kollegen auch mal anzurufen, um sich auszutauschen und zu fragen, wie es ihnen geht, auch wenn es nicht direkt um die Arbeit geht.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Wie hat sich die Kommunikation in der Redaktion verändert?
Die Kommunikation muss bewusster und strukturierter erfolgen, da der direkte persönliche Kontakt fehlt. Tools wie Microsoft Teams und Chatkanäle helfen, die Kommunikation zu lenken und Wortmeldungen zu organisieren, was paradoxerweise zu disziplinierteren Konferenzen führt.
Welche Tools wurden für die Remote-Arbeit eingesetzt?
Die Redaktion nutzte ein Redaktionssystem (Kanban-ähnlich), ein Heftplanungs-Tool (das sogenannte „Kuchenbrett“, nun erweitert um Microsoft Planner) und Microsoft Teams für Videokonferenzen und die Zusammenarbeit.
Was war die größte Herausforderung bei der Umstellung?
Die größte Schwierigkeit waren die unterschiedlichen und teilweise schwachen Internetverbindungen der Kollegen im Homeoffice. Dies führte zu Problemen beim Ein- und Auschecken von großen Bilddateien und beeinträchtigte die Arbeitsabläufe.
Welchen unerwarteten Vorteil brachte die Digitalisierung?
Ein großer positiver Aspekt war, dass Kollegen, die im Ausland arbeiten (z.B. in New York und Paris), zum ersten Mal aktiv an internen Bild-Redaktionskonferenzen teilnehmen konnten und sich dadurch stärker in die Gruppe integriert fühlten.
Der Kopf hinter dem Impuls
Derek Meinköhn ist Leiter der Grafik- und Bildredaktion beim Stern. Während der Umstellung ins Homeoffice übernahm er zusätzlich temporär die Funktion des CVD (Chef vom Dienst), vergleichbar mit einem Scrum Master in agilen Printredaktionen, und leitet auch das Quality Board Grafik.
Tiefer eintauchen: Die komplette Folge
Mein neuer alter Job – mit Derik Meinköhn vom Magazin Stern
Ein komplettes Nachrichtenmagazin entsteht plötzlich aus dem Homeoffice – welche Auswirkungen hat das und wie funktioniert das? Das haben wir Derik Meinköhn gefragt. Er teilt seine größten Erkenntnisse der letzten Wochen mit uns.Unsere allgemeinen Datenschutzrichtlinien finden Sie unter https://art19.com/privacy. Die Datenschutzrichtlinien für Kalifornien sind unter https://art19.com/privacy#do-not-sell-my-info abrufbar.