Markierungen, Optionen, Arbeit: Strategie verständlich machen und Klarheit gewinnen
TL;DR: Das Modell „Markierungen, Optionen, Arbeit“ von Markus Andrzejk ist ein einfaches Strategiemodell, das hilft, Strategie greifbar zu machen und Klarheit im strategischen Denken zu gewinnen. Es unterteilt strategische Überlegungen in drei Ebenen: unverrückbare „Markierungen“, strategische „Optionen“ als bewusste Entscheidungen und konkrete „Arbeit“ zur Umsetzung.
Worum geht es?
In dieser Folge des Methoden-Montags stellen Florian und Jan ein Strategiemodell vor, das von Felix von Sittwitz, Geschäftsführer bei Ausbildung.de, eingebracht wird. Das „Markierungen, Optionen, Arbeit“-Modell zielt darauf ab, abstrakte Strategiebegriffe zu konkretisieren und Strategie für Teams und Führungskräfte verständlich zu machen. Es bietet einen klaren Rahmen zur Systematisierung strategischer Themen und zur Entscheidungsfindung.
Die Methode auf einen Blick (Methoden-Steckbrief)
| Kriterium | Details |
|---|---|
| Einsatzgebiet | Strategieentwicklung, Teambegleitung, Workshops, Meetings, Retrospektiven, Klärung strategischer Fragestellungen |
| Zielgruppe / Größe | Teams, Geschäftsführer, „Strategiemenschen“ |
| Dauer | Nicht spezifiziert (viel Zeit für die Diskussion der Markierungen) |
| Material | Nicht spezifiziert |
| Schwierigkeitsgrad | Leicht (wird als „einfaches, simples Strategiemodell“ und „keine Rocket Science“ beschrieben) |
Der konkrete Mehrwert für das Team
- Schafft Klarheit im strategischen Denken und in der Team-Orientierung.
- Macht Strategie verständlich und greifbar, weg von abstrakten Buzzwords.
- Ermöglicht eine systematische Herangehensweise an strategische Fragestellungen.
- Hilft dabei, Optionen bewusst auszuwählen und ihre Umsetzbarkeit zu überprüfen.
- Vereinfacht die Kommunikation über verschiedene strategische Ebenen hinweg.
Schritt-für-Schritt-Anleitung
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1. Markierungen identifizieren und diskutieren
Beginne damit, die „Markierungen“ festzuhalten – die unverrückbaren Eckpfeiler und Leitplanken, die die Strategie beeinflussen. Das können sein:
- Unternehmensziele oder übergeordnete Vorgaben.
- Die Identität oder Marke des Unternehmens/Teams.
- Budgetplanung und verfügbare Ressourcen (z.B. Teamgröße).
- Interne Führungswerte oder die Führungskultur der Firma.
Diskutiert intensiv, welche Implikationen diese Markierungen für eure Arbeit haben und ob sie tatsächlich unverrückbar sind („Steinmauer“ vs. „Zaun, den man versetzen kann“).
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2. Optionen entwickeln und bewerten
Sammelt alle möglichen „Optionen“, die zur Erreichung der Ziele unter Berücksichtigung der Markierungen in Betracht kommen. Optionen sind explizite Wahlen für etwas und gegen andere potenziell gute Dinge (z.B. TV-Werbung vs. automatisierter Inbound-Vertrieb).
Wichtiger Check: Ist das wirklich eine Option oder nur Menschenverstand? Eine Option sollte nicht „doof“ sein. Teste, indem du die umgekehrte Option betrachtest – würde jemand das Gegenteil in seine Strategie schreiben (z.B. „schlechten Customer-Service anbieten“)? Wenn nicht, ist es wahrscheinlich keine echte Option, sondern eine Grundannahme.
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3. Die Arbeit ableiten und planen
Definiert die „Arbeit“, die aus den gewählten Optionen folgt. Dies ist die operative Ebene, auf der Teams To-Do-Listen erstellen und sich organisieren (z.B. nach Kanban oder Scrum). Hier muss klar werden, was konkret getan wird, um die Optionen umzusetzen.
Wichtiger Check: Folgt aus der Option tatsächlich konkrete Arbeit? Wenn niemand genau weiß, was getan werden müsste, oder die nötigen Mittel (z.B. Budget für TV-Werbung) nicht vorhanden sind, ist die Option möglicherweise nicht die richtige.
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(Optional) Retrograde Strategieentwicklung
Manchmal kann es hilfreich sein, das Modell „rückwärts“ anzuwenden: Schaut euch an, woran das Team gerade arbeitet, um zu erkennen, welche Optionen implizit gewählt wurden und welche Markierungen dem zugrunde liegen. Dies hilft, unausgesprochene Entscheidungen bewusst zu machen und zu validieren.
Stolpersteine & Tipps für die Moderation
Achtet darauf, dass „Optionen“ echte, explizite Entscheidungen sind und nicht nur Banalitäten oder Common Sense. Ein guter Test ist, die Umkehrung der Option zu betrachten: Wäre die umgekehrte Option ebenfalls denkbar? Wenn nicht, ist es keine strategische Option. Stelle sicher, dass für jede gewählte Option auch eine konkrete Arbeit definiert werden kann und die notwendigen Ressourcen (Personen, Budget) vorhanden sind. Häufig werden in Strategie-Workshops Entscheidungen getroffen, für die anschließend weder die Leute noch die Mittel bereitstehen, was dann zu Frustration führt.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Was sind „Markierungen“ im Kontext dieses Modells?
Markierungen sind die unverrückbaren Eckpfeiler und Leitplanken, die eine Strategie formen. Das können Unternehmensziele, die Markenidentität, Budgets oder die aktuelle Teamzusammensetzung sein. Sie geben den Rahmen und die Orientierung vor.
Wie unterscheide ich „Optionen“ von bloßen Aufgaben?
Optionen sind strategische Entscheidungen über das „Wie“ des Vorgehens, auf die man sich mit Entschlossenheit für eine gewisse Zeit committet. Sie sind explizite Wahlen, die auch bedeuten, sich gegen andere, potenziell gute Dinge zu entscheiden. Aufgaben („Arbeit“) sind die konkreten, operativen Schritte zur Umsetzung der gewählten Optionen.
Warum ist es wichtig, dass aus Optionen „Arbeit“ folgt?
Wenn aus einer strategischen Option keine konkrete „Arbeit“ abgeleitet werden kann oder die nötigen Ressourcen fehlen, bleibt die Strategie abstrakt und wirkungslos. Die Verknüpfung mit der Arbeitsebene stellt sicher, dass die Strategie umsetzbar ist und tatsächlich Fortschritte erzielt werden können.
Ist „guten Customer-Service anbieten“ eine Option?
Nein, das wäre keine Option im Sinne dieses Modells. Es ist eher eine Grundannahme oder Erwartung. Eine Option zeichnet sich dadurch aus, dass man sich bewusst für etwas entscheidet und damit gegen eine andere, ebenfalls plausible Möglichkeit. Das Gegenteil von gutem Customer-Service (schlechter Service) wäre offensichtlich keine sinnvolle strategische Wahl.
Der Kopf hinter dem Impuls
Der Impulsgeber für diese Methode ist Felix von Sittwitz. Er ist Geschäftsführer bei Ausbildung.de, einer HR Tech Company mit 120 Mitarbeitern in Bochum, die Deutschlands reichweitenstärkstes Portal für Ausbildungsthemen betreibt. Felix bringt die Methode als jemand ein, der aus seiner Rolle als CEO oft mit abstrakten Modellen konfrontiert ist und einen Weg suchte, Strategie verständlich und konkret zu machen. Die ursprüngliche Idee des Modells „Markierungen, Optionen, Arbeit“ stammt von Markus Andrzejk von Überproducts.
Tiefer eintauchen: Die komplette Folge
Markierungen, Optionen und Arbeit mit Felix von Zittwitz
Wie kann ich eine Strategie verständlich machen und Klarheit im strategischen Denken gewinnen? Hierzu hat uns Felix diese Woche eine Methode mitgebracht. Du möchtest wissen, was hinter Markierungen, Optionen und Arbeit steckt? Dann hör gerne rein!