Lernende Teams: Kernwerte & Kompetenzen für eine komplexe Welt
TL;DR: Lernende Teams sind Gruppen, die sich in einer komplexen und sich ständig verändernden Welt kontinuierlich weiterentwickeln und lernen. Sie basieren auf den Kernwerten Gemeinschaft, Orientierung und Autonomie, um ihr System zu verbessern und flexibel auf Herausforderungen zu reagieren.
Worum geht es?
Um in einer komplexen und sich ständig verändernden Welt Schritt zu halten, müssen Teams sich ihrerseits weiterentwickeln und beständig lernen. Lernende Teams begegnen dieser Komplexität durch eine intensive Zusammenarbeit, kontinuierliches Lernen und die Kultivierung spezifischer Kernwerte sowie dafür benötigter Kompetenzen. Diese Teams sind in der Lage, ihr System kontinuierlich zu verbessern und auf jede Situation adäquat zu reagieren.
Die Methode auf einen Blick (Methoden-Steckbrief)
| Kriterium | Details |
|---|---|
| Einsatzgebiet | Komplexe, sich ständig verändernde Arbeitswelt |
| Zielgruppe / Größe | Teams |
| Dauer | Nicht spezifiziert |
| Material | Nicht spezifiziert |
| Schwierigkeitsgrad | Nicht spezifiziert |
Der konkrete Mehrwert für das Team
- Schritt halten in einer komplexen, sich ständig verändernden Welt.
- Das eigene System kontinuierlich verbessern.
- Autonom entscheiden, wie Probleme gelöst werden können.
- Entdecken, welche Probleme vor ihnen stehen und was die besten Wege zur Lösung sind.
- Das eigene System selbst gestalten.
Schritt-für-Schritt-Anleitung
- Problemarten verstehen: Erkennen, ob ein Problem einfach (benötigt nur Orientierung), kompliziert (benötigt Orientierung und Autonomie ODER Orientierung und Gemeinschaft) oder komplex (benötigt alle drei Werte) ist.
- Kontext evaluieren: Feststellen, ob die eigene Arbeit im komplexen Bereich angesiedelt ist, um die Notwendigkeit lernender Teams zu erkennen.
- Kernwerte kontinuierlich trainieren: Die drei Kernwerte Gemeinschaft, Orientierung und Autonomie wie „Muskeln“ verstehen und gezielt im Team stärken.
- Dysfunktionen erkennen und beheben: Aufmerksam sein, wenn ein Wert vernachlässigt wird. Zum Beispiel führt fehlende Autonomie zu blindem Gehorsam, fehlende Gemeinschaft zu Silos und fehlende Orientierung zu „treibenden Teams“.
- Gleichmäßiges Training sicherstellen: Alle drei Kernwerte ausgewogen entwickeln und pflegen, um ein stabiles und anpassungsfähiges lernendes Team zu formen, das sein System selbst gestalten und Probleme effektiv lösen kann.
Stolpersteine & Tipps für die Moderation
Die Vernachlässigung eines der drei Kernwerte – Gemeinschaft, Orientierung und Autonomie – führt zu spezifischen Dysfunktionen innerhalb des Teams:
- Vernachlässigung der Autonomie: Entsteht eine Gruppe, die zwar gut zusammenhält und eine klare Richtung hat, aber nur blinden Gehorsam leistet und ihr System nicht selbst entwickelt oder verbessert.
- Vernachlässigung der Gemeinschaft: Führt schlimmstenfalls zu Silos. Entweder kämpfen Individuen im Team nur für sich, oder einzelne kleine Teams in einer Organisation orientieren sich nicht aneinander, was den Gesamtfortschritt behindert.
- Vernachlässigung der Orientierung: Bildet „treibende Teams“, die nicht auf ein großes Ziel hinarbeiten, sondern glauben, es besser zu wissen als andere. Sie verfolgen eigene Wege statt der übergeordneten Strategie.
Tipp für die Moderation: Betrachten Sie die drei Werte Gemeinschaft, Orientierung und Autonomie als drei Muskeln, die mit dem Team immer wieder trainiert werden müssen. Ein gleichmäßiges Training dieser „Muskeln“ hält das Team im Training und beugt Dysfunktionen vor, sodass es zu einem echten lernenden Team wird, das sein System selbst gestaltet und effektiv Probleme löst.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Was sind die Kernwerte lernender Teams?
Die drei Kernwerte lernender Teams sind Gemeinschaft, Orientierung und Autonomie. Diese Werte ermöglichen es Teams, in einer komplexen und sich ständig verändernden Welt erfolgreich zu agieren und zu lernen.
Warum sind Lernende Teams in der heutigen Arbeitswelt so wichtig?
In einer Arbeitswelt, die sich sehr schnell und radikal verändert, müssen Teams sich kontinuierlich weiterentwickeln und lernen. Lernende Teams sind darauf ausgelegt, dieser Komplexität zu begegnen und beständig anpassungsfähig zu bleiben.
Worin unterscheidet sich ein lernendes Team von einem agilen Team?
Agile Teams arbeiten oft im komplexen Umfeld und nutzen Methoden wie Scrum. Lernende Teams gehen einen Schritt weiter: Sie erkennen für sich selbst, ob ihre aktuelle Aufgabe einfach, kompliziert oder komplex ist und reagieren entsprechend mit der passenden Arbeitsweise.
Was passiert, wenn die Kernwerte vernachlässigt werden?
Wenn einer der Kernwerte vernachlässigt wird, kommt es zu Dysfunktionen: Fehlt Autonomie, entsteht blinder Gehorsam. Fehlt Gemeinschaft, bilden sich Silos. Fehlt Orientierung, werden Teams „treibend“ und verfolgen eigene, nicht abgestimmte Ziele.
Tiefer eintauchen: Die komplette Folge
Lernende Teams erklärt (Türchen 2 im Adventskalender)
In den 24 Türchen des Adventskalenders stellen euch Jan und Florian vor, was lernende Teams benötigen und wie sie ticken. Doch worum geht’s eigentlich? Das erfahrt ihr in der heutigen Folge im zweiten Türchen.Unsere allgemeinen Datenschutzrichtlinien finden Sie unter https://art19.com/privacy. Die Datenschutzrichtlinien für Kalifornien sind unter https://art19.com/privacy#do-not-sell-my-info abrufbar.