Karte der verlorenen Stakeholder mit Verena von Massow

Stakeholder-Analyse mit Tiefgang – Menschen im Change verstehen und einbinden

TL;DR: Diese erweiterte Stakeholder-Analyse fokussiert sich auf den Menschen statt auf Rollen. Sie hilft dabei, nicht offensichtliche („vergessene“) Stakeholder und deren gegenseitige Einflüsse zu identifizieren, um Veränderungen und Projekte menschzentriert und erfolgreicher zu gestalten.

Worum geht es?

Die klassische Stakeholder-Analyse ist ein bekanntes Tool, doch in dieser Episode wird sie um eine entscheidende Dimension erweitert: den Faktor Mensch. Verena, Expertin für Change Management und Kultur bei RTL, präsentiert einen Ansatz, der über die reine Rollenbetrachtung hinausgeht. Es geht darum, nicht nur Betroffenheit und Einfluss zu visualisieren, sondern auch die komplexen menschlichen Beziehungen und die sogenannten „vergessenen Stakeholder“ zu erkennen. So wird sichergestellt, dass Veränderungen nicht nur auf dem Papier, sondern auch in den Köpfen und Herzen der Beteiligten erfolgreich sind.

Die Methode auf einen Blick (Methoden-Steckbrief)

Kriterium Details
Einsatzgebiet Change Management, Projektvorbereitung, Teambegleitung, Organisationsentwicklung
Zielgruppe / Größe Führungskräfte, Projektleiter, Change Manager, Teams. Bei Riesenprojekten ist eine hohe Granularität eine Herausforderung.
Dauer Nicht spezifiziert
Material Nicht spezifiziert (vermutlich Whiteboard/Flipchart für die Matrix)
Schwierigkeitsgrad Nicht spezifiziert

Der konkrete Mehrwert für das Team

  • **Ganzheitliches Verständnis:** Die Methode hilft, ein tieferes und vollständigeres Bild aller Beteiligten und Betroffenen zu erhalten, inklusive der oft übersehenen „vergessenen Stakeholder“.
  • **Menschzentrierter Ansatz:** Statt nur auf Rollen und Titel zu blicken, werden die individuellen Menschen mit ihren Emotionen und Reaktionen berücksichtigt, was zu realistischeren Planungen führt.
  • **Effektivere Change-Begleitung:** Durch die Analyse gegenseitiger Einflüsse können Kommunikations- und Einbindungsstrategien passgenauer entwickelt werden, was die Akzeptanz und den Erfolg von Veränderungen steigert.
  • **Proaktive Problemerkennung:** Mögliche Widerstände oder unbeachtete Abhängigkeiten werden frühzeitig sichtbar, bevor sie zu größeren Problemen im Projektverlauf führen.

Schritt-für-Schritt-Anleitung

  1. **Stakeholder-Identifikation:** Beginne damit, alle potenziellen Stakeholder zu identifizieren. Lege dabei einen Fokus darauf, Namen statt nur Rollen zu verwenden, um eine persönlichere Verbindung herzustellen.
  2. **Basis-Matrix erstellen:** Zeichne eine Matrix mit zwei Achsen: Eine für die „Betroffenheit“ und eine für den „Einfluss“ auf das Projekt oder den Change. Positioniere die identifizierten Personen in dieser Matrix.
  3. **„Vergessene Stakeholder“ finden:** Stelle dir immer wieder die Frage „und wer noch?“. Denke über den direkten Projektkontext hinaus. Wer könnte indirekt betroffen sein oder Einfluss nehmen, obwohl er nicht offiziell zum Projektteam gehört (z.B. Kollegen von direkt Betroffenen)?
  4. **Analyse der gegenseitigen Einflüsse:** Nachdem alle Stakeholder in der Matrix platziert sind, analysiere die Beziehungen und Einflüsse *zwischen* diesen Personen. Wer beeinflusst wen? Wie könnten Reaktionen einer Person die einer anderen beeinflussen?
  5. **Voraussetzung: Menschenkenntnis:** Für den Erfolg der Methode ist es essenziell, die Menschen, über die gesprochen wird, gut zu kennen – über ihre offiziellen Titel und Positionen hinaus. Dies ermöglicht eine präzisere Einschätzung ihrer tatsächlichen Betroffenheit und ihres Einflusses.

Stolpersteine & Tipps für die Moderation

Ein häufiger Stolperstein ist der Versuch, bei sehr großen Projekten zu viele Details abzubilden. Hier empfiehlt es sich, die Granularität anzupassen und sich auf die wichtigsten „Schwingungen“ zu konzentrieren, statt 3000 Einzelpersonen zu mappen. Der entscheidende Tipp liegt in der konsequenten Frage „und wer noch?“, um über die offensichtlichen Stakeholder hinaus zu blicken. Betone zudem den Fokus auf die Person statt auf die Rolle, um ein realistisches Bild von Einfluss und Betroffenheit zu erhalten, da hochrangige Titel nicht immer mit hohem Einfluss einhergehen müssen.

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Was unterscheidet Verenas Stakeholder-Analyse von der klassischen Variante?

Der Hauptunterschied liegt im Fokus auf den Menschen und die gegenseitigen Einflüsse zwischen ihnen, anstatt nur auf Betroffenheit und Einfluss einer Rolle. Es geht darum, „vergessene Stakeholder“ und die Dynamiken zwischen allen Beteiligten zu erkennen.

Warum ist es wichtig, Menschen statt Rollen zu betrachten?

Menschen reagieren emotional und beeinflussen sich gegenseitig. Eine reine Rollenbetrachtung ist oft zu unpersönlich und ungenau, da tatsächlicher Einfluss und Betroffenheit nicht immer mit der Position in der Hierarchie korrelieren. Das Verständnis der individuellen Perspektiven führt zu besseren Strategien.

Wie finde ich „vergessene Stakeholder“?

Indem du aktiv über den Tellerrand blickst und dich fragst: „Womit hängt das Projekt noch zusammen?“ und „Wer ist noch in irgendeiner Form betroffen, der jetzt nicht unmittelbar offiziell dazugehört?“. Auch die Frage, wer Einfluss auf die bereits identifizierten Stakeholder hat, ist entscheidend.

Kann diese Methode auch für kleinere Veränderungen oder im Daily Job angewendet werden?

Ja, die Prinzipien der menschzentrierten Betrachtung und des Verständnisses gegenseitiger Einflüsse sind auch im „Daily Job“ oder bei kleineren Veränderungen relevant, um die Zusammenarbeit zu verbessern und Reibungsverluste zu minimieren.

Der Kopf hinter dem Impuls

Verena ist bei RTL im People and Culture Bereich tätig und dort verantwortlich für die Themen Change Management und Kultur. Ihre Arbeit umfasst sowohl große als auch kleine Projekte und Tools, wobei der Fokus stets auf dem Nachdenken über Menschen und die Gestaltung von Veränderungen liegt.

Tiefer eintauchen: Die komplette Folge

Karte der verlorenen Stakeholder mit Verena von Massow

Wer ist wie betroffen und wer hat wieviel Einfluss – das fragen wir bei der klassischen Stakeholder-Analyse ab. Doch Verena geht in der heutigen Folge einen Schritt weiter und stellt den Faktor Mensch in den Mittelpunkt.

🎧 Hier geht es direkt zur Episode

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