Kann KI coachen? Das Experiment – Chancen und Grenzen im Coaching
TL;DR: Florian und Jan haben ein Experiment durchgeführt, um zu evaluieren, ob und wie KI im Coaching eingesetzt werden kann. Sie fanden heraus, dass KI bereits viele Coaching-Techniken beherrscht und den Zugang zu Coaching erleichtern kann, jedoch menschliche Aspekte wie Nähe, Vertrauen und Empathie unersetzlich bleiben.
Worum geht es?
In dieser Episode tauchen Florian und Jan in ihr kürzlich durchgeführtes Experiment ein, das die Frage beantworten sollte: Kann KI coachen? Ein auf LinkedIn geteilter Post zu diesem Thema löste bereits intensive Diskussionen aus, was die Relevanz und das Interesse an der Schnittstelle von Künstlicher Intelligenz und Coaching unterstreicht. Die Gastgeber beleuchten ihre Erkenntnisse, vergleichen die Ansätze von KI- und menschlichen Coaches und diskutieren die weitreichenden Implikationen für die Zukunft der Teambegleitung und Organisationsentwicklung.
Die Methode auf einen Blick (Methoden-Steckbrief)
| Kriterium | Details |
|---|---|
| Einsatzgebiet | Experiment zur Evaluation der Coaching-Fähigkeiten von Künstlicher Intelligenz im Vergleich zu menschlichen Coaches. |
| Zielgruppe / Größe | Coaches, Agile Coaches, Trainer, Berater, Führungskräfte, Interessierte an KI und Coaching. Das Experiment selbst umfasste einen fiktiven Coachie (Sandra) und drei Coaches (zwei KIs, ein Mensch). |
| Dauer | Nicht spezifiziert (das Experiment erstreckte sich über mehrere Wochen der Vorbereitung und Durchführung). |
| Material | ChatGPT (Version 0.1 als Coachie und als Coach), Gemini (Version 2.5 als Coach), Menschlicher Coach (Florian Mayer). Dokumentation der Prompts und Gespräche auf LinkedIn-Profilen und in der Community Coaching und AI. |
| Schwierigkeitsgrad | Nicht spezifiziert. |
Der konkrete Mehrwert für das Team
- Klarheit über KI-Fähigkeiten: Verstehen, welche Coaching-Techniken KI bereits bemerkenswert gut umsetzen kann (z.B. Fragetechniken, systematisches Vorgehen).
- Identifikation menschlicher Kernkompetenzen: Bewusstsein schärfen für die einzigartigen, nicht-synthetisierbaren Aspekte des menschlichen Coachings, wie Vertrauensaufbau, Empathie, das Aushalten von Schweigen und das Spüren von Stimmungen.
- Erweiterter Zugang zu Coaching-Techniken: Erkennen des Potenzials von KI, Coaching für Menschen zugänglicher zu machen, die sonst keine finanziellen oder zeitlichen Mittel hätten.
- Förderung einer Experimentierkultur: Ermutigung, neue Technologien aktiv zu erkunden und kritisch zu hinterfragen, anstatt sie pauschal abzulehnen.
Schritt-für-Schritt-Anleitung
- Coachee-Profil erstellen: Gemeinsam mit einem Sprachmodell (z.B. ChatGPT) eine fiktive Person („Sandra“) mit spezifischen beruflichen Problemen und Herausforderungen definieren.
- KI als Coachee instruieren: Das Sprachmodell anweisen, die Rolle des Coachie („Sandra“) zu übernehmen und gecoacht werden zu wollen.
- Coaches auswählen: Drei unterschiedliche „Coaches“ für das Experiment festlegen: Zwei KI-Modelle (z.B. Gemini 2.5, ChatGPT 0.1) und einen menschlichen Coach (z.B. Florian Mayer).
- Coaching-Sessions durchführen: Jeder der drei Coaches führt eine Coaching-Session von etwa neun bis zehn Fragen mit der als KI spielenden Coachee durch, um ein Systemverständnis und erste Lösungsansätze zu erarbeiten.
- Ergebnisse analysieren: Die Gesprächsverläufe und Ansätze der verschiedenen Coaches vergleichen und bewerten, insbesondere im Hinblick auf die Tiefe des Verständnisses und die Qualität der Interventionen.
- Erkenntnisse teilen und diskutieren: Die gewonnenen Einsichten und die Prompts auf relevanten Plattformen (z.B. LinkedIn) teilen, um eine breitere Diskussion anzustoßen und weiteres Feedback einzuholen.
Stolpersteine & Tipps für die Moderation
Um die Diskussion über KI im Coaching konstruktiv zu gestalten, ist es essenziell, eine offene und lernbereite Haltung einzunehmen. Statt sofort in eine Verneinung zu gehen oder zu debattieren, ob es überhaupt „echtes“ Coaching ist, sollte der Fokus auf dem gemeinsamen Lernen durch Experimente liegen. Es gilt, bewusst zu erkennen, was den menschlichen Kern des Berufs ausmacht, der sich nicht synthetisieren lässt. Dies beinhaltet die Fähigkeit, menschliche Nähe aufzubauen, Vertrauen zu schaffen, Schweigen auszuhalten und sich emotional mit dem Coachee zu verbinden. Coaches sollten sich aktiv mit den Möglichkeiten und Grenzen von KI auseinandersetzen, um die Technologie als Erweiterung und nicht als Bedrohung zu sehen.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Kann KI menschliches Coaching vollständig ersetzen?
Nein, die Erkenntnis des Experiments ist, dass KI zwar Fragetechniken und systematisches Vorgehen gut abbilden kann, aber menschliche Nähe, Vertrauensaufbau, Schweigen aushalten und das „Gefühl für den Coachie“ nicht synthetisierbar sind. Diese Aspekte bleiben dem menschlichen Coach vorbehalten.
Welche Vorteile bietet KI im Coaching?
KI kann Menschen, die normalerweise keine finanziellen oder zeitlichen Mittel für ein Coaching hätten, Zugang zu Coaching-Techniken ermöglichen und die Einstiegshürde senken. Sie bietet eine kostengünstige und jederzeit verfügbare Möglichkeit zur Selbstreflexion und Problemlösung.
Wie wurde das Experiment durchgeführt?
Eine fiktive Coachee namens Sandra wurde von ChatGPT „gespielt“. Diese Sandra wurde dann von drei verschiedenen „Coaches“ (Gemini 2.5, ChatGPT 0.1 und dem menschlichen Coach Florian Mayer) über 9-10 Fragen hinweg gecoacht, um deren Ansätze und Fähigkeiten zu vergleichen.
Wo finde ich die Details des Experiments?
Alle Prompts und detaillierten Gesprächsverläufe des Experiments wurden auf den LinkedIn-Profilen der Gastgeber geteilt und sind auch in der Community „Coaching und AI“ zu finden.
Tiefer eintauchen: Die komplette Folge
Kann KI coachen? Das Experiment
In dieser Folge nehmen Florian und Jan euch mit auf ein spannendes Experiment: Kann eine KI coachen? Anhand einer fiktiven Coachee namens Sandra testeten sie die Coaching-Fähigkeiten von Gemini, ChatGPT – und Florian selbst. Was können KI-Coaches wirklich? Was bleibt zutiefst menschlich? Und welche Chancen entstehen für die Zukunft des Coachings? Hört rein!