Das Drei-Welten-Modell von Bernd Schmid – Rollenklarheit für Führungskräfte
TL;DR: Das Drei-Welten-Modell nach Bernd Schmid ist eine Reflexionsmethode zur Identifikation und Balance der verschiedenen Rollen, die wir in unserem Leben einnehmen. Es hilft Führungskräften, ihre Aufgaben, Erwartungen und Zeitinvestitionen in Organisations-, Professions- und Privatwelt zu analysieren, um bewusste Entscheidungen für mehr Effektivität und Work-Life-Balance zu treffen.
Worum geht es?
In unserem Alltag jonglieren wir ständig mit verschiedenen Hüten – mal sind wir Führungskraft, mal Teammitglied, mal Elternteil, mal Freund*in. Doch wie bewusst sind wir uns dieser Rollen, der damit verbundenen Erwartungen und der Zeit, die wir in sie investieren? Das Drei-Welten-Modell von Bernd Schmid bietet einen strukturierten Ansatz, genau diese Fragen zu reflektieren und eine gesunde Balance zwischen den verschiedenen Lebensbereichen zu finden. Es ist ein leistungsstarkes Werkzeug für alle, die Klarheit über ihre vielfältigen Rollen gewinnen und ihr Handeln bewusster gestalten möchten.
Die Methode auf einen Blick (Methoden-Steckbrief)
| Kriterium | Details |
|---|---|
| Einsatzgebiet | Rollenklärung, Führungskräfteentwicklung, Work-Life-Balance, Konfliktprävention |
| Zielgruppe / Größe | Individuen (Führungskräfte) |
| Dauer | Nicht spezifiziert (min. 30-60 Minuten für Reflexion) |
| Material | Stift, Blatt, Papier |
| Schwierigkeitsgrad | Mittel (erfordert Selbstreflexion) |
Der konkrete Mehrwert für das Team
- Schafft Transparenz über eigene Rollen und die damit verbundenen Erwartungen.
- Hilft bei der Identifikation von Zeitfressern und der Priorisierung von Aufgaben in verschiedenen Rollen.
- Fördert eine ausgewogene Work-Life-Balance durch die bewusste Einbeziehung der Privatwelt.
- Ermöglicht Klarheit über Aufgaben, die delegiert oder abgegeben werden können.
- Stärkt das Rollenbewusstsein und trägt zur Konfliktvermeidung bei.
Schritt-für-Schritt-Anleitung
- Vorbereitung: Legen Sie Stift, Blatt Papier und ausreichend Zeit für die Reflexion bereit.
- Aufgaben identifizieren: Reflektieren und notieren Sie alle Aufgaben, die Sie in den letzten Wochen oder Monaten ausgefüllt haben (z.B. Gespräche führen, Entscheidungen treffen, Wirtschaftsplan erstellen).
- Rollen erkennen: Ermitteln Sie alle Rollen, die mit Ihren Tätigkeiten, insbesondere Ihrer Führungsposition, verbunden sind (z.B. Aufgabendelegierer, Entscheider, Teamentwickler).
- Zuordnung & Zeitinvestition (Ist-Zustand): Ordnen Sie jede Aufgabe den entsprechenden Rollen zu. Visualisieren Sie, wie viel Zeit Sie in jede Rolle investieren. Dies kann prozentual (z.B. als „Rollenkuchen“) oder durch Symbole geschehen, deren Größe die aufgewendete Zeit widerspiegelt. Legen Sie diese Darstellung beiseite.
- Zielbild entwerfen (Soll-Zustand): Zeichnen Sie eine neue Darstellung, die den gewünschten Soll-Zustand widerspiegelt: Wie viel Zeit möchten Sie idealerweise in jede Rolle investieren?
- Analyse & Reflexion: Vergleichen Sie den Ist- und Soll-Zustand. Stellen Sie sich folgende Fragen:
- Welche Rollen üben Sie gerne aus?
- Welche Rollen fallen Ihnen leicht?
- Wo möchten Sie sich noch entwickeln oder üben?
- Wie stellen Sie sich Ihre Führungsaufgabe vor und wie viel Zeit möchten Sie dafür investieren?
- Welche Erwartungen sind mit den einzelnen Rollen verbunden?
- Handlungsableitung: Leiten Sie konkrete Schritte ab, um Ihr Zielbild zu erreichen und eine bessere Balance zwischen Ihren Welten zu finden.
Stolpersteine & Tipps für die Moderation
Oftmals erleben Führungskräfte einen „Aha-Moment“, wenn sie erkennen, dass sie mehr Zeit benötigen, als tatsächlich verfügbar ist, oder dass sie ihre Zeit in Dinge investieren, die nicht ihren eigentlichen Prioritäten entsprechen. Ein weiterer häufiger Befund ist das Ungleichgewicht in der Privatwelt. Nutzen Sie diese Erkenntnisse als starken Ausgangspunkt für tiefgehende Diskussionen und zur Ableitung konkreter, umsetzbarer Maßnahmen, um die Rollenverteilung und Zeitinvestition bewusster zu gestalten.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Was sind die „Drei Welten“ im Modell?
Die drei Welten sind die Organisationswelt (Ihre Funktion/Tätigkeit im Unternehmen), die Professionswelt (Ihr beruflicher Hintergrund und Ihre gelernten Fähigkeiten) und die Privatwelt (alle Ihre persönlichen Aktivitäten und Rollen außerhalb der Arbeit).
Warum ist die Betrachtung aller drei Welten wichtig?
Die Einbeziehung aller drei Welten fördert ein ganzheitliches Verständnis der eigenen Person und hilft, die Balance zwischen beruflichen und privaten Anforderungen zu finden. Sie zeigt auch, wie verschiedene Systeme und ihre Erwartungen auf uns wirken.
Für wen ist das Drei-Welten-Modell besonders geeignet?
Das Modell wird im Podcast primär für Führungskräfte empfohlen, da es ihnen hilft, ihre vielfältigen Rollen und die damit verbundenen Erwartungen zu reflektieren, Prioritäten zu setzen und gegebenenfalls Aufgaben zu delegieren.
Wie hilft das Modell bei der Konfliktvermeidung?
Ein klares Rollenbewusstsein und die Erkenntnis, in welchem Kontext man sich gerade bewegt und welche Rolle man einnimmt, können helfen, Missverständnisse und Konflikte zu vermeiden, die aus unklaren Erwartungen resultieren.
Der Kopf hinter dem Impuls
Rebecca ist Expertin im Bereich Personal- und Organisationsentwicklung. Sie arbeitet als Coach und Trainerin in einem kleinen und mittelständischen Unternehmen und verfügt über einen reich gefüllten Methodenkoffer.
Tiefer eintauchen: Die komplette Folge
In drei Welten mit Rebecca Hartmann
In der heutigen Folge werden Jan und Florian zu Weltenbummlern: Podcast-Gast Rebecca stellt den beiden – und euch – das Drei-Welten-Modell vor. Was dahinter steckt und wie daraus eine Methode wird, erfahrt ihr heute hier!
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