Feedback-Lotterie – Kontinuierliches Feedback spielerisch fördern
TL;DR: Die Feedback-Lotterie ist eine spielerische Methode, bei der per Zufall entschieden wird, wer wem im Team Feedback gibt. Sie löst das Problem des oft nur vagen Vorsatzes, mehr Feedback zu geben, und zwingt dazu, auch weniger bekannten Kollegen Rückmeldung zu geben. Das Outcome ist ein erhöhter Commitment-Level und eine breitere Feedback-Kultur im Team.
Worum geht es?
In dieser Episode des Methodenmontags präsentiert Nina Michl die Feedback-Lotterie, eine innovative Methode von Management 3.0, um Feedback im Team zu institutionalisieren und gleichzeitig spielerisch zu gestalten. Statt unverbindlicher Vorsätze fördert diese Lotterie ein konkretes Commitment und einen aktiven Austausch zwischen allen Teammitgliedern, indem sie zufällige Feedback-Paarungen oder -Gruppen generiert.
Die Methode auf einen Blick (Methoden-Steckbrief)
| Kriterium | Details |
| Einsatzgebiet | Förderung kontinuierlichen Feedbacks in Teams, auch in verteilten oder neu formierten Teams, Workshops, Meetings und Retrospektiven. |
| Zielgruppe / Größe | Teams jeder Größe, insbesondere auch für neu formierte oder verteilte Teams geeignet. Die Gruppengröße in Breakout-Räumen ist meist zwei bis drei Personen. |
| Dauer | Ca. 30 Minuten für die gesamte Session; 10 Minuten für Zweiergruppen, 15 Minuten für Dreiergruppen in Breakout-Räumen. |
| Material | Online-Konferenztool mit Breakout-Raum-Funktion (z.B. Microsoft Teams); Quelle der Methode: Management 3.0. |
| Schwierigkeitsgrad | Nicht spezifiziert |
Der konkrete Mehrwert für das Team
- Fördert ein starkes Commitment, Feedback auch tatsächlich zu geben und zu nehmen, anstatt es nur lose vorzusehen.
- Ermöglicht Feedback-Beziehungen zu Teammitgliedern, mit denen man sonst weniger interagiert, was die teamübergreifende Kommunikation stärkt.
- Bringt einen spielerischen Aspekt in den Feedback-Prozess und kann so Hemmschwellen abbauen.
- Schafft eine Gelegenheit für aktives Zuhören und wertschätzenden Austausch, der sowohl positive als auch konstruktiv-kritische Rückmeldungen umfassen darf.
Schritt-für-Schritt-Anleitung
- Einladung versenden: Lade das Team zu einem ca. 30-minütigen Online-Meeting ein, das als „Feedback-Lotterie“ angekündigt wird. Betone die Gelegenheit, Feedback zu geben und zu nehmen.
- Einführung und Regeln klären: Erkläre zu Beginn den Ablauf und die Intention der Methode. Erinnere daran, dass Feedback actionable, positiv intendiert und wertschätzend sein sollte, aber auch kritische Punkte umfassen darf. Betone die Wichtigkeit des aktiven Zuhörens.
- Prompts anbieten: Gib den Teilnehmenden Ideen für Feedback-Anregungen an die Hand (z.B. „Was lief gut?“, „Was könnte besser laufen?“, „Was würde ich mir von dir wünschen?“, „Was würde unsere Zusammenarbeit erleichtern?“).
- Auslosung & Breakout-Sessions: Nutze die automatische Zuweisung von Breakout-Räumen (z.B. in Microsoft Teams), um die „Lotterie“ durchzuführen. Sende die Teilnehmenden paarweise für ca. 10 Minuten oder zu dritt für ca. 15 Minuten in die Räume.
- Flexibilität betonen: Gib den Teilnehmenden die Freiheit, die Zeit auch zum besseren Kennenlernen zu nutzen, falls sie sich unwohl fühlen, direkt Feedback zu geben (besonders relevant für neue Teammitglieder).
- Abschluss und Stimmungscheck: Führe am Ende alle wieder im Hauptraum zusammen. Mache einen kurzen Stimmungscheck und frage, ob das Team die Lotterie wiederholen möchte und in welchen Abständen (z.B. monatlich oder alle ein bis zwei Monate).
Stolpersteine & Tipps für die Moderation
Ein möglicher Stolperstein kann die Hemmschwelle sein, Feedback zu geben, besonders wenn Teammitglieder noch neu sind oder sich untereinander nicht gut kennen. Hier hilft der Tipp, den Druck zu nehmen und die Zeit in den Breakout-Räumen notfalls für ein informelles Kennenlernen zu nutzen, anstatt erzwingend Feedback einzufordern.
Um die Methode erfolgreich zu etablieren, ist es wichtig, sie nicht zu überformalisieren. Die Lotterie soll eine lockere und regelmäßige Gelegenheit für Feedback bieten, unabhängig von spezifischen Anlässen, die vielleicht positive oder negative Emotionen ausgelöst haben. Achte darauf, dass die ausgelosten Paare oder Trios sich zumindest grundlegend kennen, damit ein sinnvoller Austausch stattfinden kann.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Woher stammt die Methode der Feedback-Lotterie?
Die Grundlagen und Credits für die Methode der Feedback-Lotterie gehen grundsätzlich an Management 3.0.
Muss das Feedback immer positiv sein oder darf es auch kritisch sein?
Feedback darf gerne beides sein – sowohl positive als auch kritische Aspekte umfassen. Wichtig ist dabei stets ein positiver Intent und ein wertschätzender Umgang, der actionable ist und dem Gegenüber einen Mehrwert bietet.
Wie oft sollte die Feedback-Lotterie durchgeführt werden?
Die Methode kann monatlich oder alle ein bis zwei Monate durchgeführt werden. Die Häufigkeit kann flexibel an die Bedürfnisse und Präferenzen des Teams angepasst werden.
Was mache ich, wenn sich Teammitglieder unwohl fühlen, Feedback zu geben?
Es ist wichtig, den Druck zu nehmen. Wenn sich jemand unwohl fühlt, direkt Feedback zu geben, kann die Zeit in den Breakout-Räumen stattdessen genutzt werden, um sich besser kennenzulernen und die Beziehung im Team zu stärken.
Der Kopf hinter dem Impuls
Nina Michl ist Agile Coach und Systemische Business Coach. Sie stieß auf das Konzept der Feedback-Lotterie von Management 3.0 und teilte diese wertvolle Methode mit dem Methodenmontag-Podcast, um anderen Teams Impulse für eine effektivere Feedback-Kultur zu geben.
Tiefer eintauchen: Die komplette Folge
Feedback Lottery mit Nina Michl
Ein persönliches Feedback als Hauptgewinn: Wie wir mit einer verspielten Idee routinierter Rückmeldungen geben und gemeinsam daran wachsen können, verrät uns diese Woche Nina in einer neuen Podcast-Folge.