Eine Zeitmaschine in Retrospektiven einsetzen

Zeitmaschine in Retrospektiven – Reflexion und Zukunftsplanung für Teams

TL;DR: Die Zeitmaschine-Methode ermöglicht Teams, in Retrospektiven gedanklich in Vergangenheit oder Zukunft zu reisen. Sie dient dazu, Learnings aus vergangenen Ereignissen zu ziehen, künftige Herausforderungen zu antizipieren und ein tieferes Verständnis für die individuellen und kollektiven Perspektiven zu entwickeln. Das Ergebnis sind wertvolle Insights für die kontinuierliche Verbesserung.

Worum geht es?

Manchmal wünscht man sich eine Zeitmaschine, um vergangene Fehler zu korrigieren oder einen Blick in die Zukunft zu werfen. In Retrospektiven ist das durchaus möglich! Die Methode „Zeitmaschine“ lädt Teams ein, gedanklich an einen anderen Zeitpunkt zu reisen. Ob eine Woche zurück, zwei Jahre voraus oder fünf Jahre in die Vergangenheit – die Reise regt zur Reflexion an und fördert unerwartete Einblicke in Projektfortschritte, Teamdynamiken und individuelle Befindlichkeiten.

Die Methode auf einen Blick (Methoden-Steckbrief)

Kriterium Details
Einsatzgebiet Retrospektiven, Workshops, Teambegleitung (insbesondere in der Set-the-Stage-Phase)
Zielgruppe / Größe Teams
Dauer Nicht spezifiziert
Material Post-its, Stifte (optional: Gestaltungselemente für die Zeitmaschine)
Schwierigkeitsgrad Nicht spezifiziert

Der konkrete Mehrwert für das Team

  • Fördert tiefgehende Reflexion über vergangene Ereignisse und zukünftige Ziele.
  • Ermöglicht das Aufdecken verborgener Stolpersteine und Herausforderungen im Projekt.
  • Bietet Einblicke in die individuellen und kollektiven Wünsche und Befürchtungen des Teams.
  • Regt die Kreativität an und löst Denkblockaden durch die spielerische Metapher.
  • Kann Learnings für aktuelle Projekte und Arbeitsweisen generieren und adaptieren.

Schritt-für-Schritt-Anleitung

  1. Etablierung der Zeitmaschine: Stelle die Methode in der Set-the-Stage-Phase der Retrospektive vor. Beschreibt die Funktion der Zeitmaschine als ein Mittel, um an einen anderen Zeitpunkt zu reisen.
  2. Reiseziel festlegen: Jedes Teammitglied überlegt, in welche Zeit (Vergangenheit oder Zukunft) es gerne mit der Zeitmaschine reisen möchte. Dies kann eine Woche zurück, zwei Jahre voraus oder ein ganz anderer Zeitpunkt sein.
  3. Gedanken festhalten: Lasst die Teilnehmer ihre Reiseziele verdeckt auf Post-its notieren, um unvoreingenommene Antworten zu erhalten. Dies kann sowohl individuelle als auch teambezogene Reiseziele umfassen („Wohin möchte ich mit uns als Team reisen?“ und „Wohin möchte ich ganz persönlich reisen?“).
  4. Diskussion und Erkenntnisse gewinnen: Sammelt die Post-its und besprecht die verschiedenen Reiseziele. Achtet auf wiederkehrende Themen, unausgesprochene Wünsche (z.B. „Fertig werden“), oder aufgedeckte Stolpersteine (z.B. „Auftrag genauer klären“).
  5. Learnings ableiten: Nutzt die gewonnenen Insights, um konkrete Learnings für das aktuelle Projekt oder die Teamphase zu generieren. Fragt zum Beispiel: „Welche Tipps würdest du gerne deinem Ich am Anfang des Projektes geben?“ oder „Welche Fragen würdet ihr euch am Ende des Projekts gerne stellen?“.
  6. Optionale Erweiterung: Fördert die Kreativität, indem ihr die Zeitmaschine mit Leben füllt: Wie würde sie heißen, wie sähe sie aus, was wäre ihr Treibstoff? Dies kann auch dazu beitragen, die Metapher im Teamalltag zu verankern.

Stolpersteine & Tipps für die Moderation

Die Methode kann besonders in Phasen hoher Spannung oder Unsicherheit im Team tiefgreifende, aber auch emotional geladene Antworten hervorrufen. Um damit konstruktiv umzugehen, empfiehlt es sich, die ersten Impulse verdeckt auf Post-its sammeln zu lassen. So können alle Teammitglieder ihre Gedanken unbefangen äußern, bevor sie in die Diskussion gehen.

Als Moderator solltest du aufmerksam sein und dir viele Notizen machen, da die Antworten wertvolle Hinweise auf Stolpersteine, Bedürfnisse oder unerfüllte Wünsche des Teams geben können. Eine Variation, bei der sowohl nach team- als auch persönlich-bezogenen Reisezielen gefragt wird, kann zudem ein besseres Kennenlernen unter den Teammitgliedern fördern und die Reflexionsebenen erweitern.

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Wann sollte ich die Zeitmaschine-Methode am besten einsetzen?

Die Zeitmaschine eignet sich hervorragend für die Anfangsphasen von Retrospektiven, insbesondere als ‚Set the Stage‘-Aktivität. Sie hilft dabei, das Team zu lockern, eine kreative Atmosphäre zu schaffen und erste, oft tiefgreifende, Themen und Gedanken für die weitere Retro aufzudecken.

Welche Arten von Insights kann ich durch diese Methode gewinnen?

Du kannst sowohl individuelle als auch teambezogene Einblicke erhalten. Die Antworten reichen von dem Wunsch, vergangene Fehler zu korrigieren oder bestimmte Entscheidungen zu überprüfen, bis hin zur Neugier auf die zukünftige Entwicklung eines Produkts oder des Teams. Auch emotionale Aspekte und die aktuelle Stimmung im Team werden oft sichtbar.

Wie kann ich die Methode nutzen, um konkrete Handlungsfelder für das Team zu identifizieren?

Nachdem die Teammitglieder ihre Reiseziele und Motivationen geteilt haben, leite die Diskussion zu Fragen wie: „Welche Tipps würdest du deinem Ich am Anfang des Projektes geben?“ oder „Welche Fragen würdet ihr euch am Ende des Projekts gerne stellen?“. Dies lenkt den Fokus auf Learnings und potenzielle Verbesserungen.

Muss die Zeitreise immer ernsthaft sein?

Nein, die Methode hat auch ein spielerisches Element. Indem man das Team einlädt, die Zeitmaschine kreativ zu beschreiben (wie sähe sie aus, wie hieße sie, was wäre ihr Treibstoff?), fördert man die Vorstellungskraft und kann die Gruppendynamik zusätzlich beleben. Dies kann auch dazu beitragen, die Metapher im Teamalltag zu verankern.

Tiefer eintauchen: Die komplette Folge

Eine Zeitmaschine in Retrospektiven einsetzen

Durch die Zeit reisen klingt nach Science Fiction? Kann sein – aber auch in Retrospektiven kann uns eine Zeitmaschine helfen. Wie ihr sie am besten einsetzt, um euren Teams zu helfen, verraten wir euch in dieser Podcast-Folge!

🎧 Hier geht es direkt zur Episode

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert