Eine Retro in 5 Minuten – top, die Wette gilt!

Weihnachts-Retro in 5 Minuten – Schnell zur maßgeschneiderten Retrospektive für neue, heterogene Teams

TL;DR: Diese Anleitung zeigt, wie in nur fünf Minuten eine komplette Retrospektive unter dem Motto „Weihnachten“ konzipiert wird. Sie ist speziell für neue, heterogene Management-Teams mit 25 Personen gedacht, die an einer Teilstrategie arbeiten. Die Retro fördert spielerisch das Kennenlernen, deckt Team-Themen auf und führt schnell zu konkreten Entscheidungen.

Worum geht es?

Willkommen zum Methoden-Montag! In dieser Episode stellen sich Florian und Jan einer besonderen Herausforderung, die sie auf dem United Barcamp von RTL und Gruner + Jahr angenommen haben. Die Saalwette: Innerhalb von nur fünf Minuten eine passende Retrospektive für ein spezifisches Team zu entwerfen. Das Ergebnis ist eine „Weihnachts-Retro“ für ein 25-köpfiges Management-Team, das neu zusammengefunden hat und an der Teilstrategie 2021 arbeitet. Diese voraufgezeichnete Session demonstriert eindrucksvoll, dass für eine gute Retro nicht viel Zeit benötigt wird, wenn man die passenden Methoden kennt und sich kurz Gedanken zur Moderation macht.

Die Methode auf einen Blick (Methoden-Steckbrief)

Kriterium Details
Einsatzgebiet Retrospektiven, Team-Building, Problemlösung, Strategiearbeit, Kennenlernen
Zielgruppe / Größe Management-Runde; 25 Personen; neues Team (50% kennen sich, 50% neu); heterogen (Bremser und Starter)
Dauer Planung: 5 Minuten; Durchführung: Nicht spezifiziert (konzipiert für effiziente Gestaltung)
Material Miro-Board, vorgeschnittene Kekse und Zutaten (digital), Buch von Santa Claus, Geschenke-Metapher, Weihnachtsbaum-Metapher, Essen/Menü-Metapher, Wunschlisten, kleine Säcke (digital für Adventskalender)
Schwierigkeitsgrad Nicht spezifiziert

Der konkrete Mehrwert für das Team

  • Spielerisches Kennenlernen: Das „Kekse dekorieren“ hilft, auch Management-Runden auf einer ungewöhnlichen und nahbaren Ebene zusammenzubringen und die Komfortzone zu verlassen.
  • Vertrauensvolle Themenfindung: Durch die indirekte Rolle des „Klaus“ als Spion von Santa Claus können auch in Teams mit noch geringem Vertrauen sensible Themen und Herausforderungen benannt werden.
  • Tiefergehende Problemanalyse: Die „Geschenke auspacken“-Methode ermöglicht es, die Wurzeln von Problemen strukturiert zu erforschen und so zu einem besseren Verständnis zu gelangen.
  • Fokussierte Entscheidungsfindung: Das Team wird angeleitet, sich auf eine einzige, gemeinsame Aktion oder ein „Menü“ zu einigen, was die Umsetzung von Maßnahmen effizienter macht.
  • Nachhaltige Teamentwicklung: Bonus-Methoden wie der „Adventskalender“ für positives Feedback fördern langfristig den Zusammenhalt und eine positive Teamkultur über die eigentliche Retro hinaus.

Schritt-für-Schritt-Anleitung

  1. Set the Stage: Kekse dekorieren

    • Ziel: Spielerisches Ankommen, Gefühle ausdrücken und die Komfortzone verlassen, um ein neues Team auf einer anderen Ebene kennenzulernen.
    • Ablauf: Die Teilnehmenden dekorieren auf einem Miro-Board vorgeschnittene Kekse mit verschiedenen Zutaten. Dabei drücken sie aus, wie sie sich fühlen, indem sie zum Beispiel „was für ein Keks sie sind“, wenn sie in der Runde ankommen.
    • Material: Miro-Board mit vorgeschnittenen Keksen und digitalen Zutaten.
  2. Gather Data: Der „Klaus“-Spion

    • Ziel: Aktuelle Team-Situation beurteilen, Themen identifizieren und Belohnungen oder Herausforderungen (Knuten) sammeln.
    • Ablauf: Das Team teilt sich in fünf Kleingruppen auf. Ein imaginäres Teammitglied namens „Klaus“ fungiert als heimlicher Spion von Santa Claus. Die Gruppen schreiben auf, was Klaus über das Team in sein Notizbuch schreiben würde: Welche Themen verdienen eine Belohnung und für welche gibt es die „Knute“?
    • Hinweis: Diese Methode ist gut geeignet für Teams, die sich noch nicht viel vertrauen.
  3. Generate Insights: Geschenke auspacken (Matroschka-Puppe / Five Whys)

    • Ziel: Ein gewähltes Thema oder Problem tiefer ergründen, um die Ursachen zu verstehen.
    • Ablauf: Nachdem das Team ein prioritäres Thema aus der „Gather Data“-Phase gewählt hat, wird dieses wie ein Weihnachtsgeschenk „ausgepackt“. Man fragt sich: „Was ist alles drin im Karton? Ist im Karton noch ein anderer Karton?“ Dies ähnelt einer „Five Whys“-Analyse in weihnachtlicher Verkleidung, um dem Kern des Problems auf die Spur zu kommen.
  4. Decide What to Do: Weihnachtsessen-Entscheidung

    • Ziel: Das Team einigt sich auf eine konkrete Maßnahme zur Problemlösung oder Weiterentwicklung.
    • Ablauf: Wenn die möglichen Entscheidungen ein „Essen“ wären, welches würde das Team gemeinsam wählen, um Weihnachten zu essen? Das Team muss sich auf eine einzige Sache (ein „Menü“) einigen, an der es arbeiten will. Die Moderation unterstützt diesen Entscheidungsprozess, ähnlich einem „Streit an Nikolaus“, um zu einem Konsens zu gelangen. Optional kann eine zusätzliche „Obendrauf-Methode“ gewählt werden, wenn sich das Team darauf einigt.
  5. Close the Retrospective: Wunschliste („Ich wünsche dir“)

    • Ziel: Positiver und verbindender Abschluss der Retro, Stärkung des Zusammenhalts.
    • Ablauf: Jede Person wünscht dem Nebensitzenden (oder dem Nächsten in einer Reihe) etwas Gutes für das neue Jahr oder die Weihnachtszeit. Dies bringt die Runde auf einer persönlichen Ebene zusammen.
  6. Bonus-Methode: Adventskalender für positives Feedback

    • Ziel: Langfristig positives Teamklima fördern und Wertschätzung ausdrücken.
    • Ablauf: Im Miro-Board werden viele kleine „Säcke“ erstellt. Der Moderator lost jeder Person Namen von Kollegen zu. Jeden Tag (oder am Wochenende gebündelt) wird ein Sack geöffnet, und die betreffende Person erhält gesammeltes positives Feedback von den zugelosten Kollegen. Dies sorgt die gesamte Adventszeit für positive Impulse.

Stolpersteine & Tipps für die Moderation

Die vorgestellten Methoden zielen bewusst darauf ab, eine Management-Runde aus ihrer Komfortzone zu locken und ein neues Team, das sich noch nicht gut kennt, auf einer anderen Ebene zusammenzubringen. Gerade der spielerische Einstieg über das „Kekse dekorieren“ kann anfängliche Hemmungen abbauen und ein offeneres Umfeld schaffen.

Für Teams, in denen das Vertrauen noch nicht vollständig etabliert ist, bietet die Methode des „Klaus“ als Spion eine niedrigschwellige Möglichkeit, relevante Themen anzusprechen, ohne dass einzelne Personen direkt exponiert werden müssen. Es ist wichtig, die Anonymität zu wahren und den Fokus auf die Team-Situation zu legen, nicht auf individuelle Schuldzuweisungen.

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Für welche Art von Teams eignet sich diese Retro besonders?

Sie eignet sich hervorragend für neue, heterogene Teams, insbesondere Management-Runden, die an strategischen Themen arbeiten und sich noch nicht vollständig kennen. Der spielerische Ansatz hilft, schnell eine gemeinsame Basis zu finden und die Komfortzone zu verlassen.

Kann diese Retro auch hybrid durchgeführt werden?

Ja, die Methoden sind explizit für hybride Formate konzipiert und nutzen Tools wie Miro-Boards, um eine interaktive Teilnahme für alle zu gewährleisten, egal ob vor Ort oder remote.

Wie kann man in so kurzer Zeit eine effektive Retro planen?

Die Hosts betonen, dass es nicht viel Zeit braucht, wenn man sich mit ein paar Methoden auskennt und sich vorher ein paar Minuten nimmt, um sich Gedanken zur Moderation zu machen. Die Struktur der fünf Retro-Phasen hilft dabei, fokussiert zu bleiben.

Was ist der Hauptnutzen des „Weihnachts“-Mottos?

Das Motto schafft eine spielerische und oft vertrautere Atmosphäre, die besonders bei neuen Teams oder Management-Runden helfen kann, Hemmungen abzubauen und das Kennenlernen sowie das Ansprechen von Themen zu erleichtern.

Tiefer eintauchen: Die komplette Folge

Eine Retro in 5 Minuten – top, die Wette gilt!

Jan und Florian haben sich auf dem United-Barcamp einer Challenge gestellt: Nennt uns ein Team und wir entwickeln innerhalb von 5 Minuten eine Retro für dieses Team. Ob die beiden ihre Wette gewonnen haben? Hört rein!
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