Tägliche Lern-Routine etablieren – Wissen transparent teilen & Lernkultur fördern
TL;DR: Die Methode hilft Einzelpersonen und Teams, eine tägliche Lernroutine zu etablieren und diese Erkenntnisse transparent zu teilen. Ziel ist es, das Bewusstsein für alltägliches Lernen zu schärfen und eine lebendige Lernkultur zu fördern, indem man kontinuierlich Wissen weitergibt.
Worum geht es?
In einer Welt, die sich ständig verändert, ist lebenslanges Lernen unerlässlich. Doch wie integriert man das Lernen als feste Routine in den Alltag und macht es gleichzeitig für andere sichtbar und nutzbar? Diese Methode von Dörte Wickenhagen zeigt auf, wie man in kleinen, bewussten Schritten eine tägliche Lernroutine aufbauen und das Gelernte transparent teilen kann, um nicht nur die eigene Entwicklung, sondern auch die des Teams oder der Organisation voranzutreiben.
Die Methode auf einen Blick (Methoden-Steckbrief)
| Kriterium | Details |
|---|---|
| Einsatzgebiet | Förderung von Lernkultur, Wissensaustausch, persönliche und Team-Entwicklung |
| Zielgruppe / Größe | Einzelpersonen, kleine Gruppen (z.B. Team, WhatsApp-Gruppe), ganze Organisationen |
| Dauer | Täglich. Empfohlen: Start mit einem Monat, kann auf 365 Tage erweitert werden |
| Material | Nicht spezifiziert (Plattformen wie LinkedIn, WhatsApp, interne Firmennetzwerke/Apps werden als Tools genannt) |
| Schwierigkeitsgrad | Niedrig (private Gruppe) bis Hoch (öffentliches Teilen auf LinkedIn) |
Der konkrete Mehrwert für das Team
- Etabliert eine tägliche Routine der Reflexion über Gelerntes und neue Erkenntnisse.
- Macht implizites, unterbewusstes Lernen bewusst und transparent für alle.
- Fördert den aktiven Wissensaustausch im Team und animiert Kollegen zum Mitlernen.
- Unterstützt die Entwicklung einer lernenden Haltung und die direkte Anwendung von Wissen.
- Stärkt die Lernkultur in der Organisation, insbesondere wenn Führungskräfte als Vorbilder agieren.
Schritt-für-Schritt-Anleitung
- Definiere „Lernen“ weit: Erkenne, dass Lernen nicht nur formale Trainings umfasst. Es beinhaltet das Lesen von Artikeln, Hören von Podcasts, Anschauen von Videos, Online-Trainings, aber auch wertvolle Gespräche und Wissensaustausch mit Kollegen „on the job“. Jede neue Erkenntnis des Tages zählt.
- Täglich reflektieren: Nimm dir am Ende jedes Tages bewusst Zeit, um zu überlegen: Was habe ich heute gelernt? Was waren meine wichtigsten Erkenntnisse oder „Takeaways“?
- Lerninhalte transparent teilen: Mache deine Learnings öffentlich. Beschreibe kurz, worum es in dem gelernten Inhalt ging und welche konkreten Schlüsse oder Anwendungen du daraus ziehst.
- Plattform wählen: Entscheide, wo du deine Learnings teilen möchtest, abhängig von deiner Komfortzone und dem gewünschten Wirkungsgrad:
- Niedrige Schwelle: Eine private WhatsApp-Gruppe oder ein kleiner Kreis von Kollegen.
- Mittlere Schwelle: Ein internes Firmennetzwerk (z.B. in Microsoft Teams, SharePoint oder einer internen App).
- Hohe Schwelle: Öffentliche Netzwerke wie LinkedIn, um eine breitere Community zu erreichen.
- Starte klein und finde Verbündete: Um die Hemmschwelle zu senken, beginne die Routine eventuell in einer kleineren, vertrauten Gruppe. Es bedarf oft nur eines „Followers“, der mitmacht, um den Prozess in Gang zu setzen und eine Bewegung zu starten.
Stolpersteine & Tipps für die Moderation
Eine anfängliche Hemmung beim öffentlichen Teilen von Lerninhalten ist ganz normal. Viele fühlen sich unsicher, wenn sie ihre Erkenntnisse auf Plattformen wie LinkedIn teilen, aus Sorge, etwas Falsches zu schreiben oder wie es wahrgenommen wird. Der wichtigste Tipp ist, die Schwelle für den Anfang niedrig zu halten. Starte in einer kleineren, geschützten Gruppe, beispielsweise in einer WhatsApp-Gruppe mit wenigen Kollegen oder einem internen Firmennetzwerk. Es braucht oft nur einen „Follower“, der sich anschließt, um eine Dynamik zu entwickeln. Führungskräfte spielen hier eine entscheidende Rolle als Vorbilder: Indem sie selbst ihre Learnings transparent teilen, zeigen sie, dass auch sie sich kontinuierlich weiterentwickeln. Dies senkt die Hemmschwelle für Teammitglieder erheblich und stärkt die Lernkultur nachhaltig.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Was genau zählt als „Lernen“ bei dieser Methode?
Lernen ist hier weit gefasst und geht über formelle Trainings hinaus. Es umfasst das Lesen von Artikeln, Hören von Podcasts, Anschauen von Videos, Absolvieren von Online-Trainings oder auch das einfache Gespräch und der Austausch von Wissen mit Kollegen „on the job“. Jede neue Erkenntnis des Tages zählt.
Wo soll ich meine täglichen Learnings teilen?
Die Wahl der Plattform hängt von deinem Mut und deiner Komfortzone ab. Du kannst mit einer privaten WhatsApp-Gruppe mit wenigen Kollegen beginnen (niedrige Schwelle), ein internes Firmennetzwerk (wie Microsoft Teams oder SharePoint) nutzen oder mit viel Mut auf öffentlichen Plattformen wie LinkedIn posten (hohe Schwelle).
Welche Rolle spielen Führungskräfte bei der Etablierung dieser Lernroutine?
Führungskräfte spielen eine absolut entscheidende Rolle als Vorbilder. Indem sie selbst ihre Learnings transparent teilen, zeigen sie, dass auch sie sich kontinuierlich weiterentwickeln. Dies senkt die Hemmschwelle für Teammitglieder, mitzumachen, und stärkt die Lernkultur in der gesamten Organisation. Es bedarf oft nur eines „Followers“, um eine Bewegung zu starten.
Wie überwinde ich die anfängliche Hemmung, meine Learnings öffentlich zu teilen?
Es ist normal, sich am Anfang unsicher zu fühlen. Beginne mit einer niedrigeren Schwelle: Teile deine Learnings in einer kleinen, vertrauten Gruppe, zum Beispiel in einer WhatsApp-Gruppe mit wenigen Kollegen oder in einem geschlossenen internen Netzwerk. Wichtig ist, überhaupt anzufangen und die Routine zu etablieren. Mit der Zeit steigt das Vertrauen und die Bereitschaft, es breiter zu teilen.
Der Kopf hinter dem Impuls
Dörte Wickenhagen
Dörte arbeitet bei der Bertelsmann University und ist dort verantwortlich für das Thema Lernkultur.
Tiefer eintauchen: Die komplette Folge
Eine neue Lern-Routine mit Dörte Wickenhagen
Man lernt nie aus – doch wie können wir unser lebenslanges Lernen in den Alltag integrieren? Dörte bringt uns eine spannende Methode als neue Lern-Routine mit!
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