Wunschzettel-Methode: Ein emotionaler Start für Workshops & Retrospektiven
TL;DR: Die „Ich hätte gerne mehr…“-Methode ist ein effektives Intro für Workshops und Retrospektiven. Teilnehmende positionieren ihre Namensschildchen auf Wunschfeldern (z.B. Zeit, Fokus) oder formulieren eigene Wünsche. Sie teilen dann ihre Beweggründe, um den Ton zu setzen, Emotionen zuzulassen und die Bereitschaft der Gruppe für tiefergehende Themen zu erspüren.
Worum geht es?
Möchtest du deinen Workshops oder Retrospektiven einen einfühlsamen und zugleich fokussierten Start geben? Die „Ich hätte gerne mehr…“-Methode, auch bekannt als „Wunschzettel-Methode“, ist ein bewährter Klassiker, um Teilnehmende sanft ankommen zu lassen, den Ton für die Session zu setzen und erste Gefühle oder Bedürfnisse im Raum sichtbar zu machen. Sie ermöglicht einen persönlichen Einstieg, der die Basis für offene Kommunikation legt und dem Moderator erste Einblicke in die Teamstimmung gibt.
Die Methode auf einen Blick (Methoden-Steckbrief)
| Kriterium | Details |
|---|---|
| Einsatzgebiet | Workshops, Meetings, Retrospektiven (Set the Stage) |
| Zielgruppe / Größe | Nicht spezifiziert |
| Dauer | Nicht spezifiziert (Opening Methode, daher typischerweise kurz) |
| Material | Namensschildchen (digital oder physisch), vorbereitete Felder mit Wünschen (z.B. Zeit, Fokus, Anerkennung, Gelassenheit, Durchblick), Joker-Feld (weißer Zettel) |
| Schwierigkeitsgrad | Einfach |
Der konkrete Mehrwert für das Team
- Setzt einen einfühlsamen und persönlichen Ton zu Beginn des Workshops oder der Retrospektive.
- Ermöglicht das Einbringen von Gefühlen und persönlichen Bedürfnissen in den Raum.
- Öffnet das Feld für gemeinsame Wünsche und die Bereitschaft zur Veränderung und zum Wachstum.
- Gibt dem Moderator frühzeitig einen Einblick in die aktuelle Stimmung und die Offenheit der Gruppe.
Schritt-für-Schritt-Anleitung
- Vorbereitung der Wunschfelder: Bereite physische oder digitale Felder mit den Sätzen „Ich hätte gerne mehr Zeit“, „Ich hätte gerne mehr Fokus“, „Ich hätte gerne mehr Anerkennung“, „Ich hätte gerne mehr Gelassenheit“, „Ich hätte gerne mehr Durchblick“ vor. Ergänze ein leeres „Joker-Feld“ (z.B. ein weißer Zettel), für individuelle Wünsche.
- Positionierung der Namensschildchen: Die Teilnehmenden platzieren ihre Namensschildchen auf dem Feld, das ihren aktuellen Wunsch am besten widerspiegelt. Bei Bedarf nutzen sie das Joker-Feld, um einen eigenen Wunsch zu formulieren.
- Runde der Wünsche: Geht reihum. Jede Person erklärt kurz, warum sie diesen spezifischen Wunsch gewählt hat oder was sie sich davon verspricht (z.B. „Warum hättest du gerne mehr Fokus?“).
- Optionale Erweiterung „Freie Wünsche“: Statt vorgegebener Felder können Teilnehmende den Satz „Ich wünsche mir mehr…“ individuell vervollständigen.
- Optionale Erweiterung „Wünsche nach weniger“: Eine weitere Modifikation ist die Frage: „Wovon hätte ich gerne weniger…?“ Dies kann als Ergänzung oder Alternative genutzt werden.
Stolpersteine & Tipps für die Moderation
Diese Methode ist ein hervorragender Indikator dafür, wie tief die Gruppe bereit ist, sich zu Beginn des Workshops zu öffnen. Akzeptiere und respektiere, dass sich jeder nur so weit öffnet, wie er oder sie kann und möchte. Die geäußerten Wünsche müssen nicht sofort erfüllt werden, sondern dienen als wertvolle Impulse für die gemeinsame Arbeit und zeigen, welche Themen das Team aktuell beschäftigen.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Was ist das Hauptziel der Wunschzettel-Methode?
Das Hauptziel ist es, einen sanften und persönlichen Einstieg in Workshops oder Retrospektiven zu ermöglichen, bei dem Teilnehmende ihre aktuellen Bedürfnisse und Wünsche äußern können, um eine offene Atmosphäre zu schaffen und den Ton für die Zusammenarbeit zu setzen.
Wie kann ich die Methode an mein Team anpassen?
Du kannst die vorbereiteten Wunschfelder an spezifische Team- oder Projektthemen anpassen. Alternativ kannst du die Felder komplett weglassen und die Teilnehmenden den Satz „Ich wünsche mir mehr…“ oder sogar „Ich hätte gerne weniger…“ frei vervollständigen lassen, um noch mehr Flexibilität zu bieten.
Welchen Nutzen hat die Methode für mich als Moderator?
Als Moderator erhältst du wertvolle Einblicke in die aktuelle Stimmung, die Bedürfnisse und die Offenheit der Gruppe. Dies hilft dir, die weiteren Agenda-Punkte besser zu kontextualisieren und gegebenenfalls anzupassen, sowie das Engagement der Teilnehmenden besser einzuschätzen.
Müssen alle Wünsche sofort erfüllt werden?
Nein, die Wünsche müssen nicht sofort erfüllt werden. Sie dienen vielmehr als Impulse und Diskussionsgrundlage. Die Methode soll dazu anregen, gemeinsam daran zu arbeiten, wie diese Wünsche im Team oder in der Organisation wahrer werden können.
Tiefer eintauchen: Die komplette Folge
Ein Wunsch zum Start in den Workshop
Simple Methoden zur Eröffnung von Workshops hatten wir lange nicht mehr im Podcast – heute bringen wir wieder eine mit. Und zwar den Wunschzettel, mit dem Teilnehmende sich zum Start etwas wünschen dürfen. Wie’s konkret geht, erläutern wir in der Podcast-Folge.