Reisekoffer & Papierkorb 2.0: Homeoffice vs. Büro-Analyse – Potenziale im Remote-Alltag identifizieren
TL;DR: Die altbewährte Retrospektiven-Methode „Reisekoffer & Papierkorb“ wird zur „Homeoffice vs. Büro“-Analyse adaptiert. Teams identifizieren gezielt, was im Homeoffice gut läuft und was im Büroalltag fehlt, um so wirksame Lösungen für die Zusammenarbeit aus der Ferne zu entwickeln und positive Rituale beizubehalten oder neu zu schaffen.
Worum geht es?
In Zeiten zunehmender Remote-Arbeit und digitaler Meetings ist es entscheidend, die Arbeitsweise kontinuierlich anzupassen und zu optimieren. Die heutige Methode des Methoden-Montags bietet eine strukturierte Möglichkeit, die Erfahrungen aus dem Homeoffice mit denen des gewohnten Büroalltags zu vergleichen. Ziel ist es, bewussten Raum für Reflexion zu schaffen, um sowohl fehlende Elemente des Miteinanders zu identifizieren als auch neue Potenziale und positive Aspekte der Remote-Arbeit hervorzuheben.
Die Methode auf einen Blick (Methoden-Steckbrief)
| Kriterium | Details |
|---|---|
| Einsatzgebiet | Remote-Meetings, Workshops, Retrospektiven |
| Zielgruppe / Größe | Teams (nicht spezifiziert) |
| Dauer | Nicht spezifiziert |
| Material | Online Board-Tools (z.B. Retrium, Miro), Geteilte Word-Dokumente |
| Schwierigkeitsgrad | Nicht spezifiziert |
Der konkrete Mehrwert für das Team
- Schafft Bewusstsein für die aktuelle Arbeitsrealität im Homeoffice und im Büro.
- Ermöglicht die Identifikation von vermissten Interaktionen oder Abläufen aus dem Büroalltag (z.B. Kaffeepausen).
- Fördert die Entwicklung kreativer und angepasster Lösungen für Remote-Herausforderungen (z.B. digitale Kaffeepausen).
- Hilft, positive neue Rituale und Vorteile des Homeoffice zu erkennen und zu würdigen (z.B. verbesserte Work-Life-Balance, persönliche Freiräume).
- Unterstützt die Übertragung erfolgreicher Homeoffice-Praktiken in den zukünftigen Büroalltag.
Schritt-für-Schritt-Anleitung
- Strukturiere die Arbeitsfläche: Erstelle eine 2×2 Matrix. Beschrifte die beiden Spalten mit „Homeoffice“ und „Normales Arbeitsumfeld (Büro/Firma)“. Die Zeilen können für „Was gut läuft“ und „Was nicht gut läuft“ stehen, oder alternativ sammeln die Teilnehmer zu beiden Umfeldern einfach positive und negative Aspekte.
- Gedanken sammeln: Jede:r Teilnehmer:in schreibt für sich auf, welche Dinge im jeweiligen Umfeld gut funktionieren und welche nicht (z.B. im Büro: Kaffee trinken mit Kollegen, persönliche Absprachen; im Homeoffice: keine Rückenschmerzen durch Arbeitsweg, Mittagspausen-Rituale). Nutze dafür digitale Post-its oder schreibe es zunächst in ein Word-Dokument.
- Vorstellen & Clustern: Die gesammelten Punkte werden vorgestellt und an die entsprechende Stelle in der Matrix platziert. Ähnliche Punkte können geclustert werden.
- Analyse & Priorisierung: Betrachte die identifizierten Punkte. Welche Aspekte fehlen uns gerade vom normalen Miteinander im Büro? Welche neuen, positiven Aspekte gibt es im Homeoffice?
- Lösungsentwicklung: Überlegt gemeinsam, wie die vermissten Aspekte aus dem Büro ins Homeoffice übertragen werden können (z.B. Entwicklung einer digitalen Kaffeepause). Diskutiert auch, wie die positiven Aspekte des Homeoffice beibehalten oder gefördert werden können.
- Aktionsplanung: Leite aus der Diskussion konkrete Maßnahmen ab, die im Team umgesetzt werden sollen, um die Zusammenarbeit zu verbessern.
Stolpersteine & Tipps für die Moderation
Um Diskussionen fokussiert zu halten und ein Abdriften zu vermeiden, kann der „Elmo“-Hack hilfreich sein. Elmo steht für „Enough, let’s move on“ und ist ein Akronym. Wenn eine Diskussion sich zu verfahren beginnt, kann ein Teammitglied (oder der Moderator) ein Elmo-GIF posten, eine Elmo-Karte hochhalten oder „Elmo“ in den Chat schreiben. Dies signalisiert auf charmante Weise, dass genug über diesen Punkt gesprochen wurde und es Zeit ist, voranzukommen. Es ist ratsam, sich vorab im Team auf die Nutzung und die Bedeutung von Elmo zu einigen.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Was ist der Kern der Methode „Reisekoffer & Papierkorb 2.0“?
Es ist eine Adaption der klassischen Retrospektiven-Methode, bei der Teams reflektieren, welche Arbeitsweisen oder Elemente sie aus dem Homeoffice beibehalten („Reisekoffer“) und welche sie aus dem gewohnten Büroalltag vermissen und neu adaptieren müssen („Papierkorb“ im Sinne von „das alte funktioniert nicht mehr so“). Der Fokus liegt auf dem Vergleich zwischen Homeoffice und Büro.
Welche Tools eignen sich für die Remote-Durchführung?
Für die Remote-Durchführung eignen sich Online-Whiteboard-Tools wie Retrium oder Miro, die virtuelle Post-its und Matrizen ermöglichen. Alternativ kann man auch mit geteilten Word-Dokumenten starten, in die die Teilnehmer ihre Gedanken eintragen und später vorstellen.
Was ist der „Elmo“-Hack und wie wird er eingesetzt?
„Elmo“ ist ein Akronym für „Enough, let’s move on“. Es ist ein kleiner Trick, um Diskussionen in Meetings oder Workshops, die sich festfahren, freundlich zu unterbrechen und wieder auf Kurs zu bringen. Es kann durch ein GIF, eine Karte oder einen Chat-Kommentar signalisiert werden, dass der Punkt ausreichend diskutiert wurde und man zum nächsten Thema übergehen sollte.
Was ist das übergeordnete Ziel der Übung „Homeoffice vs. Büro“?
Das Ziel ist es, ein klares Bild davon zu bekommen, was in beiden Arbeitsumfeldern (Homeoffice und Büro) gut funktioniert und was nicht. Daraus sollen dann konkrete Schritte abgeleitet werden, um die Zusammenarbeit im Remote-Kontext zu verbessern, vermisste soziale Interaktionen digital nachzubilden und die Vorteile des Homeoffice zu erkennen und zu nutzen.
Tiefer eintauchen: Die komplette Folge
Ein Koffer fürs Homeoffice und ein Lifehack
Bei der heutigen Methode spielen ein Papierkorb, ein Koffer, dein Homeoffice und dein Büro eine Rolle. Wie du mit Hilfe einer einfachen Methode große Potentiale identifizierst, erfährst du in dieser Folge. Außerdem haben wir einen kleinen Lifehack mitgebracht, der für jedes (Remote) Meeting praktisch ist.
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