Emotion Cards – Gefühle visualisieren und das Unterbewusste verstehen
TL;DR: Die Emotion Cards Methode nutzt Postkarten mit Motiven, um aktuelle Gefühle der Teilnehmer in Workshops und Retrospektiven zu visualisieren. Sie hilft, schwer verbalisierbare Emotionen und unterbewusste Stimmungen sichtbar zu machen und fördert so einen tiefen Einstieg in die Zusammenarbeit sowie ein besseres Gruppenverständnis.
Worum geht es?
Lennart, ein agiler Coach von Gruner und Jahr, stellt eine einfache, aber wirkungsvolle Methode vor, die er selbst in Trainings und im Coaching einsetzt: die sogenannten „Postkarten“ oder „Emotion Cards“. Diese Methode dient dazu, Gefühle und Stimmungen der Teilnehmer am Anfang oder Ende von Workshops und Retrospektiven zu erfassen und sichtbar zu machen. Indem die Teilnehmer ein Bild wählen, das ihr Innerstes widerspiegelt, können auch komplexe oder schwer ausdrückbare Emotionen greifbar gemacht und in die Gruppe getragen werden.
Die Methode auf einen Blick (Methoden-Steckbrief)
| Kriterium | Details |
|---|---|
| Einsatzgebiet | Workshop-Eröffnung, Retrospektiven (Einstieg, Abschluss), agiles Coaching |
| Zielgruppe / Größe | Nicht spezifiziert |
| Dauer | Nicht spezifiziert |
| Material | Physische Postkarten mit vielfältigen Motiven, digitale Bilder (unsplash.com), app.metafox.eu, GIF-Funktion in Konferenztools |
| Schwierigkeitsgrad | Einfach |
Der konkrete Mehrwert für das Team
- Ermöglicht einen direkten und emotionalen Einstieg in Workshops und Retrospektiven.
- Visualisiert die aktuelle Gefühlslage und Gruppendynamik für den Moderator.
- Bietet Zugang zum Unterbewusstsein und hilft, unausgesprochene Gefühle und Haltungen zu artikulieren.
- Wandelt vage Aussagen wie „Ich fühle das nicht“ in konkrete, visuelle Ankerpunkte für Diskussionen um.
- Fördert Empathie und tiefgehendes Verständnis innerhalb des Teams.
Schritt-für-Schritt-Anleitung
- Frage formulieren: Stelle eine offene Frage an die Teilnehmer, z.B. „Wie fühlt ihr euch?“, „Wie ist der letzte Sprint verlaufen?“ oder „Mit welchem Gefühl gehst du in diesen Workshop?“.
- Karten bereitstellen: Lege eine große Auswahl an Postkarten mit unterschiedlichen Motiven auf einen Tisch oder den Boden. Im Remote-Setting präsentiere digitale Bilder (z.B. über eine geteilte Leinwand, app.metafox.eu oder GIFs).
- Karte wählen: Jede Person wählt intuitiv eine Postkarte, deren Motiv ihre aktuellen Gefühle oder ihre Haltung zur gestellten Frage am besten widerspiegelt.
- Bedeutung teilen: Geht der Reihe nach vor. Jede Person zeigt ihre gewählte Karte und erklärt der Gruppe, warum sie genau dieses Motiv gewählt hat und wie es ihr Inneres oder ihre Perspektive widerspiegelt.
Stolpersteine & Tipps für die Moderation
Um die Methode optimal zu gestalten, empfiehlt es sich, eine breite Palette an Motiven zu haben – von plakativ (z.B. Heißluftballon, Auto gegen Wand) bis abstrakt (z.B. Bergpanorama, Blumenwiese). Dies ermöglicht vielfältige Interpretationen und fördert tiefere Erklärungen der Teilnehmer. Für analoge Settings rät Lennart dazu, unterwegs schöne Postkarten zu sammeln, um eine persönliche und abwechslungsreiche Sammlung aufzubauen. Alternativ können Sets gekauft werden. Im digitalen Raum bieten sich Plattformen wie unsplash.com für hochwertige Bilder oder spezifische Tools wie app.metafox.eu an. Auch die GIF-Funktion in Tools wie Microsoft Teams kann für einen schnellen Einsatz genutzt werden.
Die Methode ist nicht nur für den Einstieg geeignet, sondern kann auch am Ende einer Retrospektive oder eines Workshops eingesetzt werden, um die Stimmung zum Abschluss oder die Erwartungen an die Zukunft einzufangen.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Was sind Beispiele für Motive auf den Postkarten?
Motive können sehr vielfältig sein, zum Beispiel eine offene Tür, ein Heißluftballon im Sonnenuntergang, ein spielender Hund, ein Auto, das gegen eine Wand gefahren ist, ein Bergpanorama, eine Blumenwiese oder ein zerstreutes Puzzle.
Wie hilft die Methode bei der Erfassung von Gefühlen?
Oft fällt es schwer, Gefühle verbal präzise auszudrücken. Die visuelle Wahl einer Karte spricht das Unterbewusstsein an und kann helfen, auch unausgesprochene oder schwer fassbare Emotionen zu visualisieren und der Gruppe mitzuteilen.
Kann die Methode auch remote eingesetzt werden?
Ja, die Methode lässt sich hervorragend remote nutzen. Digitale Bildersammlungen (z.B. auf unsplash.com), spezielle Tools wie app.metafox.eu oder die GIF-Funktion in Konferenztools wie Teams sind ideale digitale Alternativen.
Wann ist der beste Zeitpunkt für den Einsatz der Emotion Cards?
Die Methode eignet sich hervorragend als Einstieg (