Persönliches Wiki: Wissen teilen und Beziehungen stärken
TL;DR: Das persönliche Wiki ist eine einfache Methode, um informelles Wissen und persönliche Erfahrungen innerhalb einer Organisation zugänglich zu machen. Es löst das Problem des ungenutzten impliziten Wissens und fördert gleichzeitig den Beziehungsaufbau zwischen Kolleginnen und Kollegen, indem es persönliche Empfehlungen teilt.
Worum geht es?
Die Methode des „persönlichen Wikis“ greift auf eine bewährte Praxis zurück, um den immensen Schatz an individuellem Wissen in Teams und Organisationen sichtbar und nutzbar zu machen. Es geht darum, über formale Prozesse hinaus persönliche Empfehlungen, Erfahrungen und „Geheimtipps“ zu teilen, die den Arbeitsalltag bereichern und über den Tellerrand blicken lassen. Ziel ist es, Wissen niederschwellig und direkt von Mensch zu Mensch zu transferieren, unterstützt durch eine zentrale Plattform.
Die Methode auf einen Blick (Methoden-Steckbrief)
| Kriterium | Details |
| Einsatzgebiet | Wissensmanagement, Teamentwicklung, Onboarding, informeller Austausch, Beziehungsaufbau |
| Zielgruppe / Größe | Teams, Organisationen (von klein bis groß, benötigt bei Wachstum ggf. technische Unterstützung) |
| Dauer | Nicht spezifiziert (kontinuierlicher Prozess) |
| Material | Digitale Plattform (Wiki-Software, heute idealerweise mit KI-Unterstützung für die Suche) |
| Schwierigkeitsgrad | Niederschwellig, einfach in der Anwendung und im Einstieg |
Der konkrete Mehrwert für das Team
- Fördert den organischen und informellen Wissenstransfer innerhalb der Organisation.
- Stärkt die Beziehungen und den Austausch zwischen Kolleginnen und Kollegen.
- Macht implizites und persönliches Wissen, das sonst ungenutzt bliebe, transparent.
- Bietet wertvolle, persönlich erprobte Empfehlungen, die als glaubwürdiger wahrgenommen werden.
- Reduziert den Aufwand für individuelle Recherchen und Anfragen.
Schritt-für-Schritt-Anleitung
- Eine Plattform aufsetzen: Eine einfache, zugängliche Wiki-ähnliche Plattform bereitstellen. Heute kann dies idealerweise durch KI-gestützte Suchfunktionen erweitert werden, um auch bei viel Inhalt eine gute Auffindbarkeit zu gewährleisten.
- Mitarbeitende zum Teilen motivieren: Kollegen und Kolleginnen dazu anhalten, ihr persönliches Wissen, ihre Erfahrungen und Empfehlungen in die Plattform einzutragen.
- Breites Themenspektrum zulassen: Ermutigen Sie dazu, vielfältige Inhalte einzustellen – von beruflich relevanten Tipps (z.B. Remote-Arbeit, Tools) bis hin zu persönlichen Interessen (z.B. Reise-Tipps wie die beste SIM-Karte in Portugal, gesunde Ernährung, Hühnerhaltung). Auch „Nicht-Empfehlungen“ sind wertvoll.
- Wissen aktiv nutzen: Mitarbeitende suchen bei Bedarf in der Plattform nach spezifischen Informationen (z.B. Empfehlungen für eine Workation).
- Das Wiki erweitern: Findet jemand keine passende Information, wird er oder sie ermutigt, selbst die erste Person zu sein, die eine Erfahrung zu diesem Thema hinzufügt.
- Beziehungen vertiefen: Die Einträge können als Anlass dienen, um direkt mit den Verfasserinnen und Verfassern ins Gespräch zu kommen und so persönliche Verbindungen zu stärken.
Stolpersteine & Tipps für die Moderation
Ein wesentlicher Stolperstein in der Vergangenheit war das Wachstum der Datenbank: Mit zunehmender Größe der Organisation und der Menge an eingetragenem Wissen wurde die Suche unübersichtlich und ineffektiv. Heutzutage lässt sich dieses Problem jedoch gut mit KI-Technologien lösen, die die Suche und Strukturierung des Wissens erheblich verbessern können.
Ein wichtiger Tipp, um die Methode lebendig zu halten: Wenn jemand eine Information sucht und nicht fündig wird, sollte er oder sie dazu ermutigt werden, selbst die gewonnenen Erfahrungen als ersten Eintrag zu diesem Thema zu teilen. Das fördert die kontinuierliche Erweiterung und Aktualisierung des Wikis.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Was ist der Hauptzweck eines persönlichen Wikis?
Der Hauptzweck ist der informelle Wissenstransfer innerhalb einer Organisation und die Stärkung der Beziehungen zwischen Kollegen durch das Teilen persönlicher Erfahrungen und Empfehlungen, die über das formale Arbeitswissen hinausgehen.
Welche Art von Wissen kann in einem persönlichen Wiki geteilt werden?
Es kann ein breites Spektrum an Wissen geteilt werden, von praktischen Tipps für Remote-Arbeit (z.B. SIM-Karten, Coworking-Spaces, Unterkünfte) über gesunde Ernährung und Freizeitangebote bis hin zu persönlichen Hobbys. Auch negative Erfahrungen oder „Nicht-Empfehlungen“ sind wertvoll.
Wie kann man sicherstellen, dass das Wiki auch bei Wachstum nützlich bleibt?
Um die Nützlichkeit bei wachsender Organisation und Wissensmenge zu gewährleisten, können heutzutage KI-gestützte Suchfunktionen implementiert werden, die das Auffinden relevanter Informationen erleichtern und das Wissen besser strukturieren.
Was soll ich tun, wenn ich eine gesuchte Information im Wiki nicht finde?
Wenn du eine Information suchst und nichts findest, bist du dazu aufgefordert, selbst die erste Person zu sein, die zu diesem Thema ihre Erfahrungen im Wiki teilt. So wächst das Wissen kontinuierlich und wird für alle zugänglich gemacht.
Der Kopf hinter dem Impuls
Max Ehrl ist Auszubildender zum Team- und Transformationsbegleiter und hat diese Methode im Rahmen eines Experiments für den Methodenmontag Takeover vorgestellt. Er teilt seine Erfahrungen aus der Praxis, wie Organisationen persönliches Wissen effektiv teilen können.
Tiefer eintauchen: Die komplette Folge
Das persönliche Wiki mit Max Ehrl und Hanna Hieronymus (Takeover 2)
In dieser Sonderfolge übernehmen Max und Hanna das Mikrofon: Sie stellen eine einfache, aber wirkungsvolle Methode zum Wissensaustausch in Teams vor – das persönliche Wiki. Wie persönliche Empfehlungen, Coworking-Tipps und SIM-Karten-Tricks zum Beziehungsturbo im Unternehmen werden, erfährst du hier.