Auf der Suche nach dem Warum mit Daniel Reyelt

Five Whys (5 Warums) – Wurzelursachen finden und Probleme nachhaltig lösen

TL;DR: Die Five Whys-Methode hilft, die tiefer liegenden Wurzelursachen eines Problems zu identifizieren. Durch wiederholtes Fragen nach dem „Warum“ tauchen Teams immer tiefer in die Problemstellung ein, um statt Symptomen die wahren Ursachen zu beheben und somit nachhaltige Lösungen zu entwickeln.

Worum geht es?

Die Five Whys-Methode, auch bekannt als die fünf Warums, ist ein agiler Klassiker zur Problemanalyse. Inspiriert von der hartnäckigen Fragerei von Kleinkindern, leitet sie Teams an, die oberflächlichen Gründe eines Problems zu durchbrechen und zur eigentlichen Wurzelursache vorzudringen. Sie ist ein exzellentes Werkzeug, um nicht nur zu verstehen, was passiert ist, sondern auch warum es passiert ist, um so effektive Gegenmaßnahmen ergreifen zu können.

Die Methode auf einen Blick (Methoden-Steckbrief)

Kriterium Details
Einsatzgebiet Problem- und Ursachenanalyse, Hinterfragen von Prozessen und Artefakten, Retrospektiven
Zielgruppe / Größe Teams; besonders effektiv in Kleingruppen (2-3 Personen) bei größeren Teams
Dauer 15 Minuten pro Kleingruppe (für ein Thema)
Material Nicht spezifiziert (typischerweise Flipchart, Whiteboard oder digitales Kollaborationstool)
Schwierigkeitsgrad Mittel (erfordert geschickte Moderation, um vom „Naheliegenden“ zur Wurzel vorzudringen)

Der konkrete Mehrwert für das Team

  • Identifikation von Wurzelursachen: Teams lernen, über die offensichtlichen Gründe hinauszugehen und die tatsächliche Ursache eines Problems zu finden.
  • Fokus auf das Wesentliche: Die Methode schult die Fähigkeit, sich auf die wahrscheinlichste Ursache zu konzentrieren und einer logischen Wirkungskette zu folgen.
  • Transparenz über Teamdynamiken: Moderatoren erhalten wertvolle Einblicke, wie Teams diskutieren, sich aufbauen und Rollen verteilen.
  • Hinterfragen von Regeln und Artefakten: Durch die Abwandlung zu „Wozu?“ können Teams den Sinn und Zweck etablierter Praktiken neu bewerten.

Schritt-für-Schritt-Anleitung

  1. Kernaussage identifizieren: Das Team wählt eine oder mehrere Kernaussagen aus einer vorherigen Phase (z.B. „Generate Data“) aus, die als die wichtigste(n) eingestuft wird/werden.
  2. Erstes „Warum“ stellen: Zum ausgewählten Problem (z.B. „Nach jedem Deployment müssen wir nachpatchen“) fragt das Team: „Warum ist das so?“
  3. Antwort festhalten: Die Antwort auf das erste „Warum“ wird notiert (z.B. „Weil das Deployment fehlerhaft war“).
  4. Zweites „Warum“ stellen: Nun wird das „Warum“ auf die vorherige Antwort angewendet: „Warum war das Deployment fehlerhaft?“
  5. Wiederholen bis zur Wurzel: Dieser Prozess wird fortgesetzt, bis fünf „Warums“ gestellt wurden oder die eigentliche Wurzelursache des Problems identifiziert ist. Konzentrieren Sie sich dabei auf Fakten und vermeiden Sie Annahmen.
  6. Gegenprobe (Optional): Kehren Sie die Ursache-Wirkung-Kette in eine „Wenn-Dann“-Beziehung um, um die Plausibilität der gefundenen Wurzelursache zu prüfen (z.B. „Wenn die Dichtung regelmäßig gewartet wird, dann muss man nicht zweimal auf den Spülkastenknopf drücken“).
  7. Lösungsfindung einleiten: Die identifizierte Wurzelursache des letzten „Warums“ wird als Ausgangspunkt für die nächste Phase (Ideenfindung zur Problemlösung) verwendet.

Stolpersteine & Tipps für die Moderation

Die Moderation der Five Whys kann herausfordernd sein, da Teams oft dazu neigen, oberflächliche Gründe wie „Wir haben keine Zeit“ oder „Keine Ressourcen“ anzuführen. Als Moderator ist es entscheidend, das Team sanft, aber beharrlich dazu zu bewegen, tiefer zu graben und sich auf Fakten anstatt auf Mutmaßungen oder Annahmen zu konzentrieren. Ermutigen Sie das Team, die wahrscheinlichste Ursache weiter zu verfolgen, um eine präzise Wirkungskette zu erarbeiten. Für größere Gruppen empfiehlt es sich, die Methode in Kleingruppen durchzuführen, um mehr Interaktion zu ermöglichen und stilleren Mitgliedern eine Stimme zu geben. Eine kreative Abwandlung ist das kreuzweise Beantworten in Kleingruppen, wobei Teams die „Warums“ des jeweils anderen Themas beantworten, um Perspektiven zu wechseln.

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Was ist der Hauptzweck der Five Whys Methode?

Der Hauptzweck der Five Whys Methode ist es, die Wurzelursache eines Problems zu finden, indem man wiederholt die Frage „Warum?“ stellt, um über oberflächliche Symptome hinauszugehen.

Warum ist es wichtig, Annahmen zu vermeiden?

Annahmen und Mutmaßungen führen oft in die falsche Richtung und vernebeln den Blick auf die tatsächlichen Fakten. Um die wahre Wurzelursache zu identifizieren, sollte sich das Team auf belegbare Informationen konzentrieren.

Kann die Methode auch für andere Fragen als Probleme genutzt werden?

Ja, durch die Umwandlung der Frage „Warum“ in „Wozu“ kann die Methode genutzt werden, um den Sinn und Zweck etablierter Regeln, Prozesse oder Artefakte im Team zu hinterfragen und deren Relevanz neu zu bewerten.

Welche Teamgröße ist ideal für die Five Whys?

Obwohl die Methode auch im Gesamtteam angewendet werden kann, ist sie in Kleingruppen von 2-3 Personen besonders effektiv. Dies ermöglicht, dass mehrere Themen gleichzeitig bearbeitet werden können, und fördert die aktive Beteiligung aller Teammitglieder, auch der stilleren.

Der Kopf hinter dem Impuls

Daniel Reyelt ist einer der neuen Coaches bei Gruner + Jahr und ein begeisterter Anwender der Five Whys Methode. Er schätzt ihre Einfachheit und Effektivität, um tiefer liegende Ursachen von Problemen aufzudecken und Teams zu nachhaltigen Lösungen zu führen.

Tiefer eintauchen: Die komplette Folge

Auf der Suche nach dem Warum mit Daniel Reyelt

Heute hat uns Daniel, einer der neuen Coaches bei Gruner + Jahr, einen echten Klassiker mitgebracht. Und wir fragen uns: Warum haben wir diese Methode eigentlich noch nie vorgestellt?

Unsere allgemeinen Datenschutzrichtlinien finden Sie unter https://art19.com/privacy. Die Datenschutzrichtlinien für Kalifornien sind unter https://art19.com/privacy#do-not-sell-my-info abrufbar.

🎧 Hier geht es direkt zur Episode

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert