Auf der Parkbank mit Anke Bohne

Parkbank Methode – Aktives Zuhören und tiefgehende Diskussionen in Retrospektiven

TL;DR: Die Parkbank Methode ist eine interaktive Retro-Methode zur Generierung von Erkenntnissen, die Teammitglieder in eine tiefe Diskussion über ein gewähltes Thema eintauchen lässt, während andere aktiv zuhören und Notizen machen. Sie fördert Team-Engagement und ermöglicht vielseitige Perspektivwechsel für nachhaltige Lösungsansätze.

Worum geht es?

Entdeckt die Parkbank Methode, eine dynamische und aufmerksame Möglichkeit, tiefgehende Gespräche in euren Workshops, Meetings und vor allem Retrospektiven anzustoßen. Diese vom Methoden-Montag mit Anke Bohne vorgestellte Technik ist ideal, um nach einer Phase des Themensammelns und Votings, gezielt Erkenntnisse zu gewinnen. Sie transformiert passive Zuhörer in aktive Beobachter und fördert ein Umfeld des gegenseitigen Verständnisses und der Verantwortungsübernahme.

Die Methode auf einen Blick (Methoden-Steckbrief)

Kriterium Details
Einsatzgebiet Retrospektiven (Generate Insight), Workshops, Teambuilding
Zielgruppe / Größe Nicht spezifiziert (max. 3-4 Personen gleichzeitig auf der Parkbank)
Dauer Nicht spezifiziert
Material Stühle (3-4), Post-its, Stifte, (bei Remote: gemeinsam geteilte Excel-Tabelle)
Schwierigkeitsgrad Nicht spezifiziert

Der konkrete Mehrwert für das Team

  • Jeder Teilnehmer, ob Vielredner oder eher still, wird aktiv involviert.
  • Es fördert eine intensive Auseinandersetzung mit den Gedanken anderer, ohne vorschnell zu bewerten.
  • Die Methode bietet Raum für Teambuilding und das Kennenlernen unterschiedlicher Perspektiven.
  • Sie hilft dabei, gemeinsam Stolpersteine und Chancen zu identifizieren und daraus Lösungsansätze abzuleiten.
  • Teammitglieder fühlen sich verantwortlich und committen sich leichter zu den erarbeiteten Maßnahmen.

Schritt-für-Schritt-Anleitung

  1. Thema festlegen: Wählt ein zuvor gesammeltes und vom Team gevotetes Thema aus, das tiefer beleuchtet werden soll.
  2. Die Parkbank aufstellen: Stellt physisch 3-4 Stühle im Raum auf, die die „Parkbank“ darstellen. Im Remote-Setting kann dies symbolisch durch die Benennung der Personen geschehen, die die Parkbank besetzen.
  3. Start der Diskussion: Freiwillige Teammitglieder nehmen auf der Parkbank Platz und beginnen, das gewählte Thema zu diskutieren. Der Moderator kann unterstützend positive, empathische Fragen stellen, um die Atmosphäre zu lockern und die Diskussion anzustoßen.
  4. Aktives Zuhören und Notieren: Die restlichen Teammitglieder, die nicht auf der Parkbank sitzen, hören aktiv zu. Ihre Aufgabe ist es, Notizen über das Gesagte anzufertigen, idealerweise auf Post-its oder in einer gemeinsam genutzten digitalen Tabelle.
  5. Rollenwechsel: Der Wechsel der Diskutierenden kann auf verschiedene Weisen erfolgen:
    • Fluid: Teammitglieder können sich jederzeit auf einen freien Platz setzen, wobei eine andere Person die Parkbank verlässt, um Platz zu machen (ähnlich Fishbowl).
    • Zeitbasiert: Nach einer bestimmten Zeit (z.B. drei Minuten) wird die Besetzung der Parkbank gewechselt.
    • Moderator-gesteuert: Der Moderator kann einen Wechsel initiieren, wenn die Diskussion stagniert oder neue Impulse benötigt werden.
    • Rollentausch: Die aktiven Zuhörer und Notierenden können die Rollen mit den Diskutierenden wechseln.
  6. Erkenntnisse sammeln und clustern: Die gesammelten Notizen können am Ende geklustert werden, z.B. nach Stolpersteinen, Chancen oder Prozessen, um sie für die Ableitung von Maßnahmen vorzubereiten.

Stolpersteine & Tipps für die Moderation

Die Methode ist darauf ausgelegt, alle zu involvieren und aktive Beteiligung zu fördern. Ein möglicher Stolperstein könnte sein, dass Vielredner die Diskussion dominieren oder Stille sich schwer einbringen. Hier kann der Moderator gezielt zum Rollenwechsel auffordern oder auch selbst aktiv in die Diskussion eingreifen.

Ein wertvoller Tipp ist, den Zuhörern spezifische Fokusbereiche zuzuweisen, z.B. „Du achtest auf Prozesse“, „Du auf Stolpersteine“, „Du auf Chancen“. Die Notizen können auch farblich unterschieden werden, um das spätere Clustern zu erleichtern und die Vielfalt der Wahrnehmungen sichtbar zu machen. Es ist besonders spannend zu beobachten, wie dieselben Aussagen von verschiedenen Zuhörern unterschiedlich interpretiert und notiert werden, was wiederum neue Einsichten schafft.

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Wie funktioniert der Rollenwechsel auf der Parkbank?

Der Rollenwechsel kann sehr flexibel gestaltet werden. Eine häufige Variante ist, dass ein Platz auf der Parkbank immer frei bleibt. Möchte sich jemand in die Diskussion einklinken, nimmt er den freien Platz ein, und ein anderer Teilnehmer muss die Parkbank verlassen. Alternativ kann der Moderator zeitgesteuerte Wechsel vorgeben oder einen Wechsel initiieren, wenn die Diskussion neue Impulse benötigt.

Was machen die Zuhörer, die nicht auf der Parkbank sitzen?

Die Zuhörer sind keine passiven Beobachter, sondern aktive Teilnehmer. Sie hören aufmerksam zu und notieren wichtige Punkte, Ideen, Stolpersteine oder Chancen, die in der Diskussion auf der Parkbank geäußert werden. Dies kann auf Post-its oder in einer gemeinsamen digitalen Tabelle erfolgen, oft mit einem bestimmten Fokus, der vom Moderator vorgegeben wird.

Welche Varianten der Parkbank-Methode gibt es?

Das Konzept der Parkbank ist vielseitig anwendbar. Eine kreative Variante ist die „Forrest-Gump-Retrospektive“, bei der ein Teammitglied auf der Bank die Geschichte des Teams erzählt und Zuhörer Nachfragen stellen. Eine weitere Idee ist die „Spielplatz-Eltern-Variante“, bei der „Eltern“ auf der Bank das spielende Team beobachten und Kommentare zur Teamdynamik einwerfen.

Welchen Mehrwert bietet die Methode im Hinblick auf Teambuilding und Verantwortung?

Die Parkbank Methode stärkt das Teambuilding, indem sie intensive Auseinandersetzung mit den Gedanken anderer und ein besseres Verständnis für verschiedene Perspektiven ermöglicht. Durch die aktive Beteiligung aller – ob als Diskutierender oder aktiver Zuhörer – entsteht ein stärkeres Gefühl der Mitverantwortung. Die sichtbare Dokumentation der Erkenntnisse führt dazu, dass Lösungsansätze gemeinsam erarbeitet und das Commitment für Maßnahmen erhöht wird.

Der Kopf hinter dem Impuls

Anke ist eine der neuen Agilen Coaches bei Gruner und Jahr. Sie beschreibt sich selbst als KKK: Kauffrau bei Gruner und Jahr, freiberufliche Künstlerin und Coach. Anke bringt ihre Erfahrungen aus der Moderation von Retrospektiven mit und teilt die Parkbank Methode, die sie aus der Sammlung Retromart.org von Corinna Baldorf adaptiert hat.

Tiefer eintauchen: Die komplette Folge

Auf der Parkbank mit Anke Bohne

Nehmt gerne Platz und hört einmal, welche Methode uns die liebe Anke – eine der neuen Agilen Coaches bei Gruner und Jahr – mitgebracht hat.

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