Auf dem Marktplatz mit Anna Herb

Marktplatz der MacherInnen – Co-kreative Ideenentwicklung für Teams

TL;DR: Der Marktplatz der MacherInnen ist ein co-kreatives Workshop-Format, das mittels Speed-Dating-Runden die Prinzipien der Effectuation-Logik vermittelt. Es hilft Teams, in offene Zukunftsfragen zu navigieren, konkrete erste Schritte für Vorhaben zu definieren und dabei die individuellen Ressourcen und Leidenschaften der Teilnehmenden zu nutzen.

Worum geht es?

Herzlich willkommen zu einer inspirierenden Methode, die das Potenzial hat, die Art und Weise, wie dein Team Ideen entwickelt und in die Tat umsetzt, grundlegend zu verändern. Im Methoden-Montag stellt Anna Herb den „Marktplatz der MacherInnen“ vor. Dieses innovative Format vermittelt die Handlungsprinzipien der Effectuation-Logik und ermöglicht es Teams, aus einer offenen Fragestellung heraus gemeinsam konkrete Vorhaben zu entwickeln. Entdecke, wie du mit dieser Methode unternehmerisches Handeln in deinem Team fördern und gleichzeitig die Teamentwicklung vorantreiben kannst.

Die Methode auf einen Blick (Methoden-Steckbrief)

Kriterium Details
Einsatzgebiet Co-kreative Ideenentwicklung, Teamentwicklung, Organisationsentwicklung, Führungskräfteentwicklung, Prozessbegleitung, Ideengenerierung, hybride Zusammenarbeit. Besonders geeignet für offene, in die Zukunft gerichtete Fragestellungen.
Zielgruppe / Größe Ideal 20 bis 30 Personen; auch Varianten mit weniger oder mehr Teilnehmenden möglich.
Dauer Nicht spezifiziert
Material Nicht spezifiziert (Ideen, Leidenschaft, Wissen, Kontakte der Teilnehmenden als „Mittel“)
Schwierigkeitsgrad Gute Einstiegsgröße für 20-30 Personen, auch ohne viel Erfahrung.

Der konkrete Mehrwert für das Team

  • Fördert die co-kreative Entwicklung und Weiterentwicklung von Ideen für offene Fragestellungen.
  • Vermittelt die Prinzipien der Effectuation-Logik und regt zu unternehmerischem Handeln an (Handeln der Analyse vorziehen, auf eigene Mittel besinnen).
  • Stärkt die Teamentwicklung und Vernetzung, da Teilnehmende die Begeisterung und Leidenschaft ihrer Kolleg:innen für ihre Themen erleben.
  • Macht Ideen in komprimierter Zeit greifbar und ermöglicht die Definition konkreter, erster Umsetzungsschritte mit vorhandenen Mitteln.

Schritt-für-Schritt-Anleitung

  1. Ziel-Fragestellung und Zieltrichter definieren: Formuliert eine relativ offene, in die Zukunft gerichtete Fragestellung (z.B. „Wie arbeiten wir in Zukunft hybrid zusammen?“) und einen dazugehörigen Zieltrichter, der den gewünschten Lösungsraum skizziert (z.B. „Ansätze entwickeln, um ohne große Reibungsverluste hybrid zusammenzuarbeiten und als Team weiterhin verbunden zu bleiben.“).
  2. Vorbereitung der Teilnehmenden: Jede Person überlegt individuell, welche Mittel (Ressourcen, Zeit, Kontakte, Wissen, Leidenschaft) sie selbst mitbringt und welche Idee oder welches Vorhaben sie daraus generieren könnte. Zudem wird reflektiert, wen oder was man zur Weiterentwicklung der Idee benötigt.
  3. Leitplanken festlegen (optional): Bei Bedarf, insbesondere im Unternehmenskontext, können Rahmenbedingungen wie der zur Verfügung stehende Zeitrahmen oder eine maximale Anzahl an „Schnellbooten“ festgelegt werden, die losfahren dürfen.
  4. Speed-Dating-Runden auf dem Marktplatz: Die Teilnehmenden treffen sich in wechselnden Zweierpaaren. In diesen Gesprächen stellen sie ihre Ideen vor, diskutieren sie und nehmen Impulse sowie mögliche Unterstützungsangebote der Gesprächspartner:innen auf. Jedes Gespräch schärft und entwickelt die eigene Idee weiter.
  5. Sammeln und „Schnellboot“ definieren: Nach den Speed-Dating-Runden sammeln sich die Teilnehmenden noch einmal, reflektieren ihre Erkenntnisse und entscheiden, ob ihre Idee zu einem konkreten „Schnellboot“ werden soll – einem Vorhaben, mit dem sie losfahren möchten.
  6. Vorstellung und Start der Schnellboote: Die entwickelten, konkreten Vorhaben werden der gesamten Gruppe vorgestellt. Der Fokus liegt dabei auf dem ersten, umsetzbaren Schritt mit den vorhandenen Mitteln, ohne auf umfangreiche Freigaben oder neue Investitionen zu warten. Das Handeln wird der Analyse vorgezogen, und die „Schnellboote“ legen ab.

Stolpersteine & Tipps für die Moderation

Die Methode des Marktplatzes der MacherInnen entfaltet ihr volles Potenzial am besten bei einer relativ offenen Fragestellung, die Raum für individuelle Ideengenerierung lässt. Wenn der Rahmen bereits sehr eng ist oder ein spezifisches Ziel in klassischer Management-Logik vorgegeben wird, passt die Methode möglicherweise weniger gut, da sie auf das Entdecken von Möglichkeiten statt auf das Abarbeiten eines festen Plans ausgelegt ist.

Für die Moderation ist es entscheidend, den offenen Raum zu wahren und die Prinzipien der Effectuation-Logik zu betonen: auf die eigenen Mittel besinnen und das Handeln der Analyse vorziehen. Ermutige die Teilnehmenden, über kleine, konkrete erste Schritte nachzudenken, die sie sofort mit den vorhandenen Ressourcen umsetzen können. In Remote-Szenarien können Tools wie GatherTown das Gefühl des „Rumwuselns“ auf dem Marktplatz simulieren und die Vernetzung fördern.

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Was versteht man unter der Effectuation-Logik?

Die Effectuation-Logik beschreibt Prinzipien unternehmerischen Handelns, die im Gegensatz zu traditioneller Planung stehen. Kernaspekte sind unter anderem, das Handeln der Analyse vorzuziehen, sich auf die eigenen vorhandenen Mittel zu besinnen und Partnerschaften zu schmieden, um mit unvorhergesehenen Entwicklungen umzugehen.

Für welche Teamgrößen ist der Marktplatz der MacherInnen ideal?

Die Methode ist ideal für Gruppen von 20 bis 30 Personen geeignet, da sich hier das Speed-Dating-Format gut entfalten kann. Es gibt jedoch auch Anpassungsmöglichkeiten für kleinere oder deutlich größere Gruppen, je nach Erfahrung der Moderation.

Wann sollte der Marktplatz der MacherInnen nicht angewendet werden?

Die Methode ist weniger geeignet, wenn bereits sehr enge Ziele vorgegeben sind und der Fokus auf der Erfüllung eines präzisen Plans liegt (klassische Management-Logik). Sie ist am effektivsten bei offenen Fragestellungen, bei denen es um die explorative Entwicklung neuer Ideen und Vorhaben geht.

Welchen konkreten Nutzen hat die Methode für die Teamentwicklung?

Durch den Marktplatz der MacherInnen lernen sich Teammitglieder in einem neuen Kontext kennen. Sie erleben die Begeisterung und Leidenschaft der Kolleg:innen für ihre individuellen Themen, was die Vernetzung stärkt und ein tieferes Verständnis füreinander schafft. Dies fördert den Zusammenhalt und die gegenseitige Wertschätzung im Team.

Der Kopf hinter dem Impuls

Anna Herb ist seit zehn Jahren Beraterin bei Comma Consulting. Ihre Schwerpunkte liegen in den Bereichen Kommunikation und Zusammenarbeit, Teamentwicklung, Organisationsentwicklung, Führungskräfteentwicklung und Prozessbegleitung. Sie ist zudem Mitorganisatorin der Collaboration Conference Rhein-Neckar und stets auf der Suche nach innovativen Methoden, die zu guten Ergebnissen führen.

Tiefer eintauchen: Die komplette Folge

Auf dem Marktplatz mit Anna Herb

Komm mit uns und unserer Gästin Anna auf den Marktplatz – nach dem Speeddating steigen wir vielleicht ins Schnellboot! Du verstehst nur Bahnhof? Dann solltest du dir die heutige Folge anhören!Unsere allgemeinen Datenschutzrichtlinien finden Sie unter https://art19.com/privacy. Die Datenschutzrichtlinien für Kalifornien sind unter https://art19.com/privacy#do-not-sell-my-info abrufbar.

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