Einheits-Tag – auch für unsere Teams

Risse im Team kitten – Team-Einheit wiederherstellen

TL;DR: Wenn ein Team zerstritten ist und sich Lager gebildet haben, hilft ein strukturiertes Vorgehen. Durch die bewusste Neuausrichtung auf gemeinsame Ziele, die Neugestaltung von Ritualen und die Klärung von Rollen wird schrittweise Vertrauen aufgebaut und die Team-Einheit wiederhergestellt.

Worum geht es?

Die Arbeit im Team kann herausfordernd sein, besonders wenn sich Konflikte verhärten und sogenannte „Lager“ bilden. Doch wie schafft man es als Teambegleiter oder Führungskraft, ein zerrissenes Team wieder zu einer wirksamen Einheit zusammenzuführen? Dieser Artikel bietet dir eine pragmatische Anleitung, um die Kernprobleme zerstrittener Teams anzugehen und nachhaltig den Zusammenhalt zu stärken.

Die Methode auf einen Blick (Methoden-Steckbrief)

Kriterium Details
Einsatzgebiet Zerstrittene Teams, Teams mit Lagerbildung, Konfliktmanagement
Zielgruppe / Größe Teams von ca. 7 Personen
Dauer Mehrere Wochen (iterativ)
Material Nicht spezifiziert
Schwierigkeitsgrad Nicht spezifiziert

Der konkrete Mehrwert für das Team

  • Schafft Klarheit über den gemeinsamen Auftrag und die teamweiten Ziele.
  • Ermöglicht das Überdenken und Neugestalten ineffektiver Team-Rituale und Arbeitsweisen.
  • Fördert die bewusste Klärung von Rollen und Verantwortlichkeiten innerhalb des Teams.
  • Baut schrittweise Vertrauen auf und stärkt die Gemeinschaft innerhalb der Gruppe.

Schritt-für-Schritt-Anleitung

Die Teambegleitung erfolgt iterativ und Schritt für Schritt, um das System nicht zu überfordern.

  1. Schritt 1: Orientierung klären

    Konzentriere dich zunächst auf den gemeinsamen Auftrag des Teams. Dies ist von außen vorgegeben und somit außerhalb des „Circle of Control“ des Teams, was einen leichteren Einstieg ermöglicht, da es weniger persönliche Angriffsfläche bietet.

    • Mache den ursprünglichen Auftrag der Gruppe wieder bewusst.
    • Visualisiere den Auftrag und diskutiere ihn.
    • Prüfe, ob der Auftrag vom gesamten Team angenommen wurde. Falls nicht, identifiziere die Gründe.
    • Lege fest, woran das Team gemessen wird (Fokus auf Teamziele, nicht Individualziele).
  2. Schritt 2: Autonomie neu gestalten

    Nachdem die Orientierung geklärt ist, widme dich den Team-Ritualen und Arbeitsweisen.

    • Streiche den gesamten bestehenden Terminplan des Teams (außer der Retrospektive).
    • Erarbeite gemeinsam mit dem Team, welche Termine, Rituale und Arbeitsweisen sie sich als „neues“ Team geben würden. Hinterfrage Gewohnheiten („Das haben wir schon immer so gemacht“).
    • Führe bewusst neue Rituale ein (z.B. Stand-ups, gemeinsame Mittagspausen, kleine Team-Building-Aktionen) die den neuen Zielen dienen und die Zusammenarbeit fördern.
  3. Schritt 3: Rollen und Verantwortlichkeiten definieren

    Sobald erste gemeinsame Erlebnisse und Rituale etabliert sind, kann die Arbeit an den Rollen und der Verantwortungsdelegation beginnen.

    • Diskutiert, welche Rollen das Team benötigt und wer welche Verantwortung übernehmen möchte.
    • Fördere die klare Delegation von Aufgaben und Zuständigkeiten.
  4. Schritt 4: Gemeinschaft aufbauen

    Die Gemeinschaft entsteht als Summe der vorherigen Schritte. Durch gemeinsame Ziele (Orientierung), neue Arbeitsweisen (Autonomie) und klare Rollen wächst das Vertrauen und damit der Zusammenhalt.

    • Beachte, dass dies ein lernendes System ist. Die Schritte müssen iterativ wiederholt und angepasst werden.

Stolpersteine & Tipps für die Moderation

Es ist wichtig zu verstehen, dass das Zusammenführen eines zerstrittenen Teams „nicht leicht“ ist, auch wenn der Prozess in kleine Schritte zerlegt werden kann. Es erfordert Beharrlichkeit und Zeit – rechne mit einigen Wochen Arbeit. Gehe iterativ vor, genau wie bei der Lösung komplexer Softwareprobleme. Betrachte das Team wie einen Sportler, der trainiert werden muss: Kleine, regelmäßige Einheiten führen zum Erfolg, während ein sofortiger „Marathon“ zur Überforderung führt.

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Wie erkenne ich, dass ein Team zerstritten ist?

Typische Symptome sind die Bildung von Subteams mit eigenen Wortführern und Widerständlern, die Entwicklung eigener Identitäten (z.B. „Revoluzzer-Gruppe“ vs. „Bewahrer-Gruppe“), eine „wir gegen die da“-Erzählung, eigene Rituale (z.B. bestimmte Kaffeetreffpunkte) und teilweise sogar eigene, von den Teamzielen abweichende, Ziele.

Warum sollte man zuerst am Zielbewusstsein arbeiten und nicht an der Gemeinschaft?

Die gemeinsamen Ziele und der Auftrag des Teams sind oft von außen vorgegeben und betreffen alle Teammitglieder gleichermaßen. Dies bietet einen neutraleren und einfacheren Ansatzpunkt, um Konsens herzustellen, bevor man sich den emotional schwierigeren Themen wie Vertrauen und Gemeinschaft widmet. Gemeinschaft entsteht aus gemeinsamen Erlebnissen und Vertrauen, das erst aufgebaut werden muss.

Wie lange dauert es, ein zerstrittenes Team wieder zusammenzuführen?

Der Prozess ist iterativ und benötigt Zeit. Es wird nicht mit einem einmaligen Event getan sein, sondern erfordert eine Begleitung über „einige Wochen“, in denen die beschriebenen Schritte wiederholt und angepasst werden, um nachhaltig Veränderungen zu bewirken.

Tiefer eintauchen: Die komplette Folge

Einheits-Tag – auch für unsere Teams

Wir wurden gefragt, wie man in einem zerrissenen Team wieder eine Einheit herstellen kann. Passend zum Tag der Einheit sprechen wir über diese Frage und geben euch einige passende Methoden an die Hand.

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