“Einmal auskotzen, bitte!” – Emotionen raus, Fokus rein

Die Kotztüten-Methode – Konflikte und Widerstände kreativ auflösen

TL;DR: Die Kotztüten-Methode, entwickelt von Julia Haag, ist ein plakativer Eisbrecher, um unausgesprochene Widerstände und Konflikte in Workshops oder Meetings sichtbar zu machen. Eine Flugzeugtüte wird zum „Sprechball“, um Ärger abzulassen, der dann symbolisch aus dem Raum entfernt wird, um den Fokus wieder auf die eigentliche Arbeit zu lenken.

Worum geht es?

Fühlst du dich manchmal in Workshops wie vor einem „Elefanten im Raum“, über den niemand sprechen möchte? Wenn die Stimmung angespannt ist und sich Unzufriedenheit oder Konflikte anbahnen, aber das Team schweigt, kann die „Kotztüten-Methode“ Abhilfe schaffen. Eine kreative und haptische Idee, die auf den ersten Blick ungewöhnlich erscheint, aber erstaunlich wirksam ist, um „Dampf abzulassen“ und den Kopf für die eigentlichen Workshop-Ziele freizubekommen.

Die Methode auf einen Blick (Methoden-Steckbrief)

Kriterium Details
Einsatzgebiet Workshops, Meetings, Retrospektiven, Teambegleitung – insbesondere bei spürbaren Widerständen, Konflikten oder unausgesprochener Unzufriedenheit („Elefant im Raum“)
Zielgruppe / Größe Teams, Gruppen (Nicht spezifiziert)
Dauer Nicht spezifiziert
Material Mehrere Flugzeug-Kotztüten (z.B. mit lustigen Sprüchen), Zettelchen, Stift
Schwierigkeitsgrad Nicht spezifiziert

Der konkrete Mehrwert für das Team

  • Macht unausgesprochene Widerstände, Konflikte und Unzufriedenheit sichtbar und adressierbar.
  • Bricht das Eis in angespannten oder schwierigen Situationen und fördert offene Kommunikation.
  • Hilft dem Team, emotionale „Altlasten“ symbolisch loszuwerden, um sich wieder auf die aktuellen Workshop-Inhalte zu konzentrieren.
  • Ermöglicht eine schnelle Einschätzung, ob es sich um workshop-relevante Störungen handelt oder um allgemeine Befindlichkeiten.

Schritt-für-Schritt-Anleitung

  1. Widerstände erkennen: Der Moderator oder die Moderatorin spürt eine angespannte Stimmung, Unzufriedenheit oder einen unausgesprochenen Konflikt im Raum.
  2. Die Kotztüte präsentieren: Mehrere Kotztüten (idealerweise mit auflockernden Sprüchen) werden hervorgeholt. Eine passende, auflockernde Einleitung wie „Jetzt alle mal auskotzen“ kann helfen, die Situation zu entspannen.
  3. Tüte als Sprechball: Die Kotztüte wird symbolisch zum „Sprechball“. Nur die Person, die die Tüte in der Hand hält, darf ihre Störungen, ihren Ärger oder ihre Anliegen äußern.
  4. Punkte notieren: Der Moderator oder die Moderatorin notiert die geäußerten Punkte einzeln auf Zettelchen.
  5. „Verpacken“ und Entfernen: Die notierten Zettelchen werden in die Kotztüte gelegt. Anschließend wird die Tüte aus dem Workshop-Raum entfernt.
  6. Fokus wiederherstellen: Es wird im Team entschieden, ob die genannten Punkte Störungen des aktuellen Workshops waren, die nun besprochen werden müssen, oder ob es allgemeine Anliegen sind, die jetzt ausgesprochen und für den Workshop beiseitegelegt werden können. Das Team kann sich nun wieder auf die eigentlichen Themen konzentrieren.

Stolpersteine & Tipps für die Moderation

Die Plakativität der Methode kann zunächst überraschen, ist aber gleichzeitig ihr größter Vorteil. Die lustigen Sprüche auf den Tüten (wie „Möchtest du was loswerden?“) können den ersten Widerstand brechen und eine humorvolle Atmosphäre schaffen, die es den Teilnehmenden leichter macht, sich zu öffnen. Nutze diese haptische und visuelle Komponente bewusst, um in schwierigen Workshop-Situationen das Eis zu brechen und eine offene Kommunikationsbasis zu schaffen.

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Warum wird ausgerechnet eine Kotztüte verwendet?

Die Kotztüte ist ein bewusst provokantes und ultraplakatives Symbol. Sie bricht das Eis und signalisiert auf humorvolle Weise, dass es in Ordnung ist, alles loszuwerden, was stört oder belastet, um den Kopf für die eigentlichen Themen freizumachen.

Was passiert mit den gesammelten „Kotz-Punkten“?

Die auf Zettelchen notierten Anliegen werden in die Kotztüte gesteckt und anschließend aus dem Workshop-Raum entfernt. Dies symbolisiert das „Loslassen“ und hilft, den Fokus wieder auf die Workshop-Ziele zu richten, da die Punkte vorübergehend oder dauerhaft beiseitegelegt werden.

Wer hat diese Methode erdacht?

Die Methode wurde von der Kollegin Julia Haag auf LinkedIn geteilt. Sie ist die Ideengeberin hinter diesem kreativen Ansatz.

Ist die Methode nur für große Gruppen geeignet?

Nein, die Methode ist für alle Teamgrößen anwendbar, sobald der Moderator spürt, dass unausgesprochene Widerstände oder Konflikte in der Runde vorhanden sind.

Tiefer eintauchen: Die komplette Folge

“Einmal auskotzen, bitte!” – Emotionen raus, Fokus rein

Was tun, wenn im Workshop eine angespannte Stimmung herrscht, aber niemand spricht es aus? Florian und Jan stellen eine kreative Methode von Julia vor: Mit einer Flugzeug-Kotztüte als Eisbrecher wird im wahrsten Sinne des Wortes Dampf abgelassen. Wie das funktioniert und warum gerade diese haptische Idee so wirksam ist, erfährst du in dieser Folge.

🎧 Hier geht es direkt zur Episode

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