Mit SCAMPER auf neue Ideen kommen

SCAMPER Methode – Veränderungen gestalten & Innovation fördern

TL;DR: Die SCAMPER-Methode ist ein Kunstwort, das Teams hilft, systematisch neue Ideen für Produktentwicklung, Arbeitsweisen oder Retrospektiven zu generieren. Durch das Betrachten von sieben verschiedenen Veränderungsaspekten (Substitute, Combine, Adapt, Modify, Put to another use, Eliminate, Reverse) werden vage Veränderungswünsche in konkrete, fokussierte Handlungsansätze umgewandelt. Das Ergebnis ist eine breite Palette an strukturierten Innovationsimpulsen.

Worum geht es?

Herzlich willkommen zum Methoden-Montag, deinem Podcast mit neuen Tools und Impulsen für eine wirksame Teambegleitung. In dieser Folge stellen Florian und Jan eine besonders vielseitige Methode vor, die dir hilft, deine Workshops, Meetings und Retrospektiven mit frischen Ideen zu beleben. Entdecke, wie du mit SCAMPER bestehende Produkte und Arbeitsweisen neu denken und weiterentwickeln kannst.

Die Methode auf einen Blick (Methoden-Steckbrief)

Kriterium Details
Einsatzgebiet Retrospektiven, Produktentwicklung, Workshops, Ideenfindung
Zielgruppe / Größe Teams
Dauer Nicht spezifiziert
Material Flipcharts (große weiße Papiere), Uhr (optional), Storypoker (optional)
Schwierigkeitsgrad Nicht spezifiziert

Der konkrete Mehrwert für das Team

  • Fächert Veränderungsansätze in sieben spezifische Bereiche auf, was eine breite Varianz an Ideen ermöglicht.
  • Wandelt den allgemeinen Wunsch „wir müssen da etwas verändern“ in konkrete und fokussierte Handlungsoptionen um.
  • Bringt den Blick der Teammitglieder enger und spezifischer auf einzelne Aspekte der Veränderung.
  • Ermöglicht eine intensive Auseinandersetzung mit Produkten, Arbeitsweisen oder Retro-Themen, um nachhaltige Verbesserungen zu erzielen.

Schritt-für-Schritt-Anleitung

  1. Das Akronym verstehen: SCAMPER ist ein Kunstwort, bei dem jeder Buchstabe für einen Ansatz der Veränderung steht:
    • S – Substitute (Ersetzen): Was könnten wir ersetzen? (z.B. Arbeitsweisen, Produktbestandteile, Module, Zutaten)
    • C – Combine (Kombinieren): Welche Elemente können wir miteinander kombinieren? (z.B. Produktelemente, Deploy-Mechanismen mit Checks)
    • A – Adapt (Anpassen): Wie können wir unser Produkt oder unsere Arbeitsweisen an aktuelle Bedürfnisse anpassen?
    • M – Modify (Modifizieren): Wie können wir das Produkt verbessern oder Workflows modifizieren? (z.B. Funktionen, Prozessschritte)
    • P – Put to another use (Anderweitig nutzen): Wie können wir Bestehendes für einen anderen Zweck verwenden? (z.B. vorhandene Ressourcen, Logins recyceln)
    • E – Eliminate (Eliminieren): Was können wir entfernen, um unser Produkt klarer oder Arbeitsweisen effizienter zu machen? (z.B. Funktionen, Checks)
    • R – Reverse (Umkehren): Was müssten wir umdrehen, damit es besser wird? (z.B. Arbeitsweisen, Kundenangebote auf den Kopf stellen)
  2. Anwendung im räumlichen Workshop:
    1. Schreiben Sie jeden Buchstaben von SCAMPER auf große Flipcharts und verteilen Sie diese im Raum.
    2. Geben Sie den Teilnehmern eine Aufgabe oder ein Produkt zum Bearbeiten.
    3. Stellen Sie eine Uhr und lassen Sie die Teilnehmer in kurzen Intervallen (z.B. nach ein paar Sekunden) von einem Flipchart zum nächsten wechseln, um zu jedem Buchstaben Ideen zu sammeln.
  3. Anwendung in der Retrospektive (nach „Gather Data“):
    1. Nehmen Sie die gesammelten Retro-Themen und mischen Sie diese durch.
    2. Betrachten Sie einzelne Themen gezielt unter dem Gesichtspunkt eines SCAMPER-Buchstabens (z.B. „Was müssten wir an diesem Thema eliminieren?“).
    3. Clustern Sie anschließend die daraus gewonnenen Ideen.
  4. Anwendung mit Storypoker (verdeckt):
    1. Identifizieren Sie ein zentrales Thema (z.B. Rollentransparenz im Team).
    2. Jeder Teilnehmer legt verdeckt den SCAMPER-Buchstaben vor sich ab, mit dem er das Thema am liebsten betrachten möchte.
    3. Öffnen Sie die Karten und diskutieren Sie die individuellen Perspektiven, bis sich das Team auf eine gemeinsame Betrachtungsweise geeinigt hat.

Stolpersteine & Tipps für die Moderation

Anfänglich kann es zu Skepsis kommen („als wenn das irgendwas bringt“). Um dies zu überwinden, ist die räumliche Aufteilung der SCAMPER-Buchstaben auf großen Flipcharts im Raum besonders wirksam. Das Arbeiten mit einer Uhr und dem Wechseln der Stationen fördert den Ideenfluss und hilft, anfängliche Widerstände zu brechen. Die Methode entfaltet „richtig viel Magie“, insbesondere bei der verdeckten Storypoker-Variante, wenn die unterschiedlichen Perspektiven geteilt und diskutiert werden.

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Was bedeutet das Akronym SCAMPER?

SCAMPER steht für Substitute (ersetzen), Combine (kombinieren), Adapt (anpassen), Modify (modifizieren), Put to another use (anderweitig nutzen), Eliminate (eliminieren) und Reverse (umkehren).

Für welche Anwendungsbereiche ist die SCAMPER-Methode besonders geeignet?

Die Methode eignet sich hervorragend für Retrospektiven, Produktentwicklung, allgemeine Workshops und zur Ideenfindung, um neue Perspektiven für Veränderungen zu eröffnen.

Wie kann ich anfängliche Skepsis im Team überwinden?

Der Podcast empfiehlt, die Methode räumlich zu teilen, indem die SCAMPER-Buchstaben auf großen Flipcharts im Raum verteilt werden und die Teilnehmer mit einer Uhr von Station zu Station wechseln, um so den Ideenfluss anzuregen.

Gibt es eine spielerische Variante der SCAMPER-Methode?

Ja, die Storypoker-Variante. Hierbei wählt jedes Teammitglied verdeckt einen SCAMPER-Buchstaben, um ein Thema zu betrachten, und die anschließende Diskussion über die unterschiedlichen Perspektiven entfaltet „richtig viel Magie“.

Tiefer eintauchen: Die komplette Folge

Mit SCAMPER auf neue Ideen kommen

Sieben Buchstaben für eine Menge Veränderungs-Ideen: Mit SCAMPER kannst du im Workshop eine Menge neue Lösungsansätze zu Tage fördern. Wie es funktioniert, erfahrt ihr in der heutigen Folge!

🎧 Hier geht es direkt zur Episode

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert