Gallery Walk – Frischer Schwung für große Gruppen-Retrospektiven
TL;DR: Der Gallery Walk ist eine Methode für Retrospektiven und Workshops, die besonders in großen Gruppen Zeit spart und alle Stimmen einbezieht. Statt einer mündlichen Vorstellung kleben Teilnehmende ihre Themen an Wände und erkunden sie anschließend lesend. Dies bricht gewohnte Muster auf, fördert den Austausch und inspiriert.
Worum geht es?
Entdecke den Gallery Walk, eine effektive Methode, um in Retrospektiven und Workshops, insbesondere mit größeren Teams, für frischen Wind zu sorgen und alle Teilnehmenden aktiv einzubinden. Diese Methode bricht mit dem traditionellen Muster der mündlichen Vorstellung und fördert stattdessen eine dynamische, visuelle Erkundung von Themen.
Die Methode auf einen Blick (Methoden-Steckbrief)
| Kriterium | Details |
| Einsatzgebiet | Workshops, Meetings, Retrospektiven |
| Zielgruppe / Größe | Recht große Gruppen (ca. 15-16 Personen erwähnt) |
| Dauer | Nicht spezifiziert (Teil einer 1,5 Stunden Retro) |
| Material | Kärtchen, Wand oder Scheibe |
| Schwierigkeitsgrad | Einfach (keine Rocket Science) |
Der konkrete Mehrwert für das Team
- Ermöglicht auch den ruhigeren Teilnehmenden, ihre Themen umfassend einzubringen.
- Bricht mit etablierten Mustern und Erwartungen, was die Dynamik in gewohnten Retrospektiven belebt.
- Fördert das Entdecken neuer Perspektiven und Impulse durch das Lesen der Beiträge anderer.
- Verbessert das Zeitmanagement in großen Gruppen, da das Sammeln und Sichten der Themen parallel erfolgt.
- Kann spielerisch zur Kommunikation anregen, z.B. bei unleserlichen Notizen.
Schritt-für-Schritt-Anleitung
- Themen sammeln: Alle Teilnehmenden schreiben ihre jeweiligen Themen (z.B. „was läuft gut“, „was läuft nicht so gut“, „Fragen“) auf einzelne Kärtchen.
- Visualisieren ohne Präsentation: Die gesammelten Kärtchen werden umgehend an eine Wand oder Scheibe geklebt, ohne dass jeder sein Thema mündlich vorstellt oder darüber gesprochen wird.
- Der Gallery Walk: Die Teilnehmenden gehen im Raum umher und lesen sich in Stille die aufgeschriebenen Themen ihrer Kolleginnen und Kollegen durch.
- Impulsrunden (optional): Es können zwei oder drei Runden des Umherlaufens und Lesens eingeplant werden, um zusätzliche Impulse zu geben und die eigenen Gedanken zu vertiefen.
- Nachbereitung: Im Anschluss an den Gallery Walk werden die gesammelten Themen geclustert, gevotet und dann im Plenum klassisch in der Tiefe besprochen.
Stolpersteine & Tipps für die Moderation
Es ist ratsam, die Teilnehmenden vorab darauf hinzuweisen, leserlich zu schreiben, damit alle Beiträge gut entziffert werden können. Alternativ kann man den „witzigen Moment“ entstehen lassen, in dem sich Teilnehmende gegenseitig die Bedeutung von unklaren Notizen erklären müssen, was ebenfalls die Kommunikation fördert.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Warum ist der Gallery Walk besonders gut für große Gruppen geeignet?
Der Gallery Walk ermöglicht es, effizient die Beiträge aller Teilnehmenden zu sammeln und zu sichten, ohne dass jeder einzeln sprechen muss. Das spart Zeit, stellt sicher, dass auch in großen Gruppen alle Stimmen gehört werden und verhindert, dass einzelne zu kurz kommen.
Wie bricht der Gallery Walk mit gewohnten Mustern?
Die Methode weicht bewusst von der gängigen Praxis ab, bei der jeder Teilnehmer sein Thema laut vorstellt. Das Element des stillen, eigenständigen Erlesens der Beiträge kann anfangs irritieren, führt aber zu einer neuen Dynamik und einem frischen Blick auf die Retrospektive.
Muss man leserlich schreiben?
Es ist empfehlenswert, die Teilnehmenden vorab darauf hinzuweisen, leserlich zu schreiben. Andernfalls können humorvolle kommunikative Momente entstehen, in denen sich Kolleginnen und Kollegen gegenseitig die Bedeutung schwer entzifferbarer Zettel erklären müssen.
Findet im Gallery Walk eine Diskussion statt?
Nein, der Kern des Gallery Walks ist das weitestgehend stille Lesen der Beiträge. Die Diskussion über die Themen, das Clustern und Voten findet erst im Anschluss an den Gallery Walk statt, wenn alle Teilnehmenden einen Überblick über die gesammelten Punkte gewonnen haben.
Tiefer eintauchen: Die komplette Folge
Gallery Walk – frischer Schwung für große Gruppen
In dieser Episode stellen Jan und Florian den Gallery Walk als Methode für Retrospektiven und Workshops vor. Sie zeigen, wie die Teilnehmenden dadurch in Bewegung kommen, Muster gebrochen werden und trotzdem alle Stimmen gehört werden. Eine simple Technik mit großer Wirkung.