Servant Leadership umsetzen – Mitarbeiter:innen stärken, Unternehmenserfolg sichern
TL;DR: Servant Leadership fokussiert auf die dienende Führung, bei der Führungskräfte ihre Mitarbeiter:innen aktiv unterstützen und deren Entwicklung fördern. Es geht darum, Bedürfnisse gemeinsam zu definieren, optimale Arbeitsbedingungen zu schaffen und auch schwierige Entscheidungen im Sinne des Unternehmens und der Mitarbeiter:innen zu treffen, statt nur „Feel-Good-Manager“ zu sein.
Worum geht es?
In dieser Episode sprechen wir mit Miriam Trunk, Geschäftsführerin der Audio Alliance, über ihren Weg zu und ihre Erfahrungen mit Servant Leadership. Sie teilt, wie sie als junge Führungskraft diesen Ansatz intuitiv entwickelte und später verfeinerte, um ein Umfeld zu schaffen, in dem Mitarbeiter:innen ihr volles Potenzial entfalten können. Ein inspirierendes Gespräch über dienende Führung, Selbstreflexion und die Balance zwischen Unterstützung und notwendigen Entscheidungen.
Die Methode auf einen Blick (Methoden-Steckbrief)
| Kriterium | Details |
| Einsatzgebiet | Führungskräfteentwicklung, Teamentwicklung, Organisationsentwicklung |
| Zielgruppe / Größe | Führungskräfte und deren Teams |
| Dauer | Nicht spezifiziert |
| Material | Nicht spezifiziert |
| Schwierigkeitsgrad | Anspruchsvoll (erfordert hohe Selbstreflexion und Empathie) |
Der konkrete Mehrwert für das Team
- Mitarbeiter:innen werden aktiv in ihre Entwicklung einbezogen und gezielt gefördert.
- Ein Arbeitsumfeld, das auf Unterstützung und Vertrauen basiert, fördert Motivation und Eigenverantwortung.
- Klare Visionen und KPIs bieten Orientierung und fördern den Fokus auf gemeinsame Ziele.
- Führungskräfte schaffen optimale Bedingungen, damit Expert:innen ihre bestmögliche Leistung erbringen können.
Schritt-für-Schritt-Anleitung
- Statussymbole hinterfragen: Überprüfe, welche Statussymbole (Dienstwagen, Sekretärin, erste Klasse etc.) wirklich notwendig sind, um deine Aufgabe zu erfüllen, und welche nur dem „Chef-Gefühl“ dienen. Reduziere unnötige Hierarchiesignale.
- Bedürfnisse gemeinsam definieren: Setze dich mit deinen Mitarbeiter:innen zusammen und kläre, was ihnen wichtig ist, wohin sie wollen und wie du sie auf diesem Weg unterstützen kannst.
- Entwicklungsschritte festlegen: Statt nur Wünsche zu erfüllen, arbeite gemeinsam an konkreten Entwicklungsschritten, die sowohl den Mitarbeiter:innen als auch dem Unternehmen dienen.
- Grenzen als Führungskraft ziehen: Erkenne, dass Servant Leadership nicht bedeutet, ein „Feel-Good-Manager“ oder die „beste Freundin“ zu sein. Behalte deine Rolle als Führungskraft bei, die auch fordern und schwierige Entscheidungen treffen muss.
- Klare Orientierung geben: Definiere mit deinem Führungsteam eindeutige KPIs und eine gemeinsame Vision. Sorge für klare Ansagen und vermeide widersprüchliche Botschaften, um dem Team eine klare Richtung zu weisen.
- Regelmäßige Selbstreflexion praktizieren: Nutze Rituale wie den Austausch mit einem Coach, die „Vogelperspektive“ oder Visualisierungen, um dein eigenes Handeln zu prüfen. Frage deine Direct Reports aktiv nach Feedback („Wünschst du dir was von mir, brauchst du was von mir?“).
- Harte Entscheidungen treffen: Sei bereit, auch schwierige Entscheidungen zu treffen, wie zum Beispiel festzustellen, dass ein:e Mitarbeiter:in im falschen Job ist und dies offen zu kommunizieren, um eine bessere Lösung zu finden.
Stolpersteine & Tipps für die Moderation
Ein häufiger Stolperstein ist die Verwechslung von Servant Leadership mit reinem Feel-Good-Management. Es ist entscheidend zu lernen, wann man unterstützen und wann man fordern muss, und die Balance zwischen dem Dienen und dem Tragen von Verantwortung zu finden. Führungskräfte müssen ihre eigenen Grenzen definieren, um nicht von Problemen der Mitarbeiter:innen überwältigt zu werden, aber dennoch empathisch zu bleiben. Auch die Herausforderung des Recruitings in Remote-Settings, wo der persönliche „Vibe“ schwerer zu erfassen ist, sollte bedacht werden.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Was bedeutet Servant Leadership genau?
Servant Leadership ist ein Führungsansatz, bei dem die Führungskraft primär als Diener und Unterstützer ihrer Mitarbeiter:innen agiert. Das Ziel ist es, das maximale Potenzial der Teammitglieder zu entfalten und dadurch den bestmöglichen Unternehmenserfolg zu erzielen, ohne die Führungsrolle zu vernachlässigen.
Wie erkenne ich, ob ein Mitarbeiter den falschen Job macht?
Anstatt von einem „Low-Performer“ zu sprechen, solltest du die Perspektive des Mitarbeiters einnehmen und im Dialog herausfinden, was seine Leistung beeinträchtigt. Dies kann zeigen, ob die Person Unterstützung braucht, um ihre Leistung zu steigern, oder ob sie in einer anderen Rolle oder einem anderen Umfeld besser aufgehoben wäre.
Sollte ich als Servant Leader alle Statussymbole abschaffen?
Der Ansatz beinhaltet, Statussymbole kritisch zu hinterfragen und zu reduzieren, die reine „Zirkus“ sind. Einige vermeintliche Statussymbole können jedoch notwendige Tools sein, um deine Energie und Effizienz als Führungskraft zu erhalten. Die Entscheidung sollte auf ehrlicher Selbstreflexion basieren.
Wie schaffe ich Orientierung für mein Team in einem komplexen Umfeld?
Auch als dienende Führungskraft ist es essenziell, klare Ansagen zu machen und eine eindeutige Vision zu kommunizieren. Definiere gemeinsam mit deinem Top-Team klare KPIs und sorge für eine einheitliche Sprache, um Verwirrung zu vermeiden und allen eine klare Richtung zu geben.
Der Kopf hinter dem Impuls
Miriam Trunk leitet die Audio Alliance, die zentrale Podcast-Produktionsfirma bei Bertelsmann. Sie ist zuständig für alles, was digitales Audio ist, insbesondere Podcasts, für Gruner, die Mediengruppe RTL, die Verlagsgruppe Random House und andere Divisionen der Content Alliance. Miriam stieg mit 27 Jahren zur Geschäftsführerin auf und hat den Servant Leadership Ansatz aus eigener Erfahrung entwickelt und verfeinert.
Tiefer eintauchen: Die komplette Folge
Servant Leadership mit Mirijam Trunk
Wie kann ich als Geschäftsführerin meine Leute dienend führen? Diese Frage stellt sich Mirijam Trunk, Chefin der AudioAlliance, ständig – und hat uns die besten Antworten mitgebracht. Das Ergebnis ist ein sehr inspirierendes Gespräch.
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