Den Markenkern finden & Teamidentität stärken – Zur Essenz von Organisationen und Teams vordringen
TL;DR: Die Methode hilft Unternehmen und Teams, ihre wahre Identität und ihren Markenkern zu finden. Durch tiefgreifende Befragungen und ehrliche Selbstreflexion werden austauschbare Phrasen überwunden, um eine authentische und wirksame Kommunikation zu ermöglichen. Das Ergebnis ist eine klare, inspirierende Persönlichkeit, die intern und extern überzeugt.
Worum geht es?
In dieser Episode des Methoden-Montags tauchen Florian und Jan gemeinsam mit Gast Clemens Meis in die Kunst ein, den wahren „Punkt“ eines Unternehmens oder Teams zu finden. Oft verstecken sich die eigentlichen Werte und Alleinstellungsmerkmale hinter wohlklingenden, aber austauschbaren Phrasen. Es geht darum, die Identität von innen heraus zu ergründen und eine authentische Persönlichkeit zu schaffen, die wirklich kommuniziert, wofür sie steht. Eine entscheidende Fähigkeit, die sowohl für Markenbildung als auch für die Teamentwicklung unerlässlich ist.
Die Methode auf einen Blick (Methoden-Steckbrief)
| Kriterium | Details |
|---|---|
| Einsatzgebiet | Identitätsfindung, Markenentwicklung, Change-Kommunikation, Teamentwicklung |
| Zielgruppe / Größe | Unternehmen und Teams (von CEO bis operative Ebene), Kunden, Partner |
| Dauer | Interviews: jeweils ca. eine Stunde (Gesamtdauer: Nicht spezifiziert) |
| Material | Online-Befragungstools, Interview-Leitfäden |
| Schwierigkeitsgrad | Hoch (erfordert Tiefgang und Überwindung von Oberflächlichkeiten) |
Der konkrete Mehrwert für das Team
- Eigene Identität und Kernwerte klar definieren und verstehen.
- Authentische Kommunikation entwickeln, die sowohl intern als auch extern wirkt und Menschen erreicht.
- Austauschbare Schablonen und Phrasen überwinden, um echte Alleinstellungsmerkmale und den „Pudelskern“ zu finden.
- Eine inspirierende Team-Persönlichkeit schaffen, die von allen Mitgliedern getragen und gelebt wird.
- Sich als Team nicht verbiegen, sondern den eigenen, ehrlichen Kern positiv aufladen und kommunizieren.
Schritt-für-Schritt-Anleitung
- Identitätsfindung initiieren: Stelle dem Unternehmen oder Team die Kernfragen: „Wofür stehst du?“, „Welche Werte vermittelst du?“, „Wie siehst du das?“
- Datenerhebung durch Online-Umfragen: Führe Online-Befragungen bei Mitarbeitenden, Kunden oder Partnern durch, um unterschiedliche Perspektiven und Bilder vom Unternehmen/Team zu sammeln.
- Tiefeninterviews führen: Halte persönliche Einzelgespräche (z.B. 10-15 Interviews à eine Stunde) mit Personen aus allen Hierarchieebenen, vom CEO bis zu operativen Mitarbeitenden, um herauszufinden, wie das Unternehmen/Team tickt und welche unterschiedlichen Selbstbilder existieren.
- „Hülsen entladen“: Wenn in den Interviews auswendig gelernte oder austauschbare Sprüche kommen, frage gezielt nach: „Wie denn genau?“ oder „Was spiegeln dir denn andere wider?“, um zu den tieferliegenden, echten Aussagen vorzudringen.
- „Von innen nach außen“ entwickeln: Widerstehe dem Drang, dem Unternehmen/Team etwas von außen überzustülpen. Fördere stattdessen, dass die Identität und der Markenkern aus sich selbst heraus entwickelt werden.
- Das Naheliegende überwinden: Akzeptiere nicht die ersten, oberflächlichen Antworten. Fordere das Team auf, über die „erste Etappe“ hinauszugehen, um den unaustauschbaren, echten Wert zu finden.
- Die „Mütter-Ebene“ aufsuchen: Gehe drei Ebenen über die aktuelle Aufgabe oder Maßnahme hinaus. Wenn der „Überbau“ – also die grundlegende Identität und Strategie – vernünftig aufgesetzt ist, werden sich die konkreten Maßnahmen bestenfalls von alleine ergeben.
- Sinn zum „Markel“ machen: Ermutige das Team, ehrlich zu sich selbst zu sein („Das sind wir!“), auch wenn die Identität nicht „hip“ oder „modern“ erscheinen mag. Konzentriere dich darauf, diesen ehrlichen Kern positiv aufzuladen und authentisch zu kommunizieren.
Stolpersteine & Tipps für die Moderation
Ein zentraler Stolperstein ist die Tendenz, oberflächliche oder „auswendig gelernte“ Antworten auf Fragen nach der Identität zu geben. Viele Unternehmen oder Teams antworten sofort mit Phrasen wie „Wir stiften nachhaltig Wert für unsere Kunden“, die austauschbar sind. Hier ist es entscheidend, als Moderator hartnäckig nachzuhaken („Wie denn genau?“) und konkrete Beispiele oder externe Wahrnehmungen zu erfragen, um diese „Hülsen zu entladen“. Das bedeutet, „dahin zu gehen, wo es weh tut“, um das Naheliegende zu überwinden.
Ein weiterer Widerstand kann entstehen, wenn der Prozess das Team zwingt, über die direkte Maßnahmen-Ebene hinaus in die „Mütter-Ebene“ zu gehen. Der Tipp hier ist, den langfristigen Wert eines soliden „Überbaus“ zu verdeutlichen: Wenn die Identität klar ist, fallen konkrete Maßnahmen leichter. Fördere die Ehrlichkeit, auch wenn die eigene Identität nicht den aktuellsten Trends entspricht. Es geht darum, den ehrlichen Kern positiv aufzuladen und authentisch zu kommunizieren, statt sich zu verbiegen.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Was bedeutet es, den Markenkern oder die Teamidentität zu finden?
Es bedeutet, die einzigartigen Werte, Überzeugungen und das „Wofür“ eines Unternehmens oder Teams zu identifizieren, die es von anderen abgrenzen und seine wahre Persönlichkeit ausmachen. Es geht darum, authentisch und unverwechselbar zu sein.
Warum ist es so schwer, auf den Punkt zu kommen?
Weil es eine Menge Arbeit erfordert, sich selbst tiefgehend zu reflektieren und die auswendig gelernten Phrasen und das Naheliegende zu überwinden. Man muss viel Wissen und Einsichten herausarbeiten, um diese dann sehr verkürzt und einfach ausdrücken zu können.
Was sind typische Stolpersteine bei der Identitätsfindung?
Oftmals werden oberflächliche, austauschbare Antworten gegeben, die nicht die wahre Essenz treffen. Auch die Neigung, sich an Hypes oder vermeintlich „moderne“ Werte anzupassen, anstatt ehrlich zum eigenen Kern zu stehen, ist ein Hindernis.
Welche Rolle spielen interne und externe Kommunikation dabei?
Marke wird „von innen nach außen“ gemacht. Das bedeutet, die Identität muss zuerst im Inneren des Unternehmens/Teams verankert und gelebt werden, bevor sie glaubwürdig nach außen kommuniziert werden kann. Eine unehrliche Kommunikation wird scheitern.
Der Kopf hinter dem Impuls
Clemens Meis ist Geschäftsführer und Mitinhaber von GetThePoint, einer Markenagentur aus Köln. Seine Expertise liegt in der Identitätsfindung, Markenentwicklung und Kommunikation, die Unternehmen und Menschen hilft, sich selbst zu finden und authentisch nach außen zu tragen. Er ist bekannt dafür, zum Wesentlichen vorzudringen und Botschaften zu entwickeln, die wirklich erreichen.
Tiefer eintauchen: Die komplette Folge
Zum Punkt kommen mit Clemens Meiß
„Get the Point“ heißt die Agentur von Clemens – doch wie geht das eigentlich? Zum Wesentlichen vordringen, das Naheliegende überwinden, den Kern finden? Ein Gespräch über den Prozess, zum Punkt zu kommen.