Die Würfel sind gefallen

Die Würfel sind gefallen – Retrospektive zur Verantwortungsübernahme im Team

TL;DR: Die ‚Die Würfel sind gefallen‘-Retrospektive nutzt einen Zufallsmechanismus, um Teams spielerisch die Konsequenzen der Abgabe von Verantwortung vor Augen zu führen. Durch das Würfeln wichtiger Entscheidungen erleben Teams direkt, was passiert, wenn sie die Kontrolle über ihre Prozesse verlieren, und erkennen den Wert aktiver Beteiligung.

Worum geht es?

Die Inspiration für diese ungewöhnliche Retrospektive stammt aus dem Buch ‚Der Würfler‘ von Luke Reinhardt, in dem ein gelangweilter Psychiater beschließt, alle Lebensentscheidungen dem Zufall zu überlassen. Diese Methode überträgt dieses Prinzip auf Teamentwicklung: Was passiert, wenn niemand Verantwortung übernehmen möchte und alles dem Zufall überlassen wird? Die ‚Die Würfel sind gefallen‘-Retrospektive schafft ein spielerisches Experiment, um genau diese Frage zu beantworten und Teams die Bedeutung von Eigenverantwortung und aktivem Engagement für ihre Prozesse zu verdeutlichen.

Die Methode auf einen Blick (Methoden-Steckbrief)

Kriterium Details
Einsatzgebiet Retrospektiven, Teamentwicklung
Zielgruppe / Größe Teams, erfordert erfahrene Moderatoren
Dauer Abschlussrunde ca. 20 Minuten; Gesamtdauer nicht spezifiziert
Material Ein sechsseitiger Würfel, Whiteboard, Zettel
Schwierigkeitsgrad Für erfahrenere Moderatoren

Der konkrete Mehrwert für das Team

  • Führt die Konsequenzen der Verantwortungsabgabe spielerisch vor Augen.
  • Fördert das Bewusstsein für die eigene Rolle bei Entscheidungen und Prozessen.
  • Bietet einen ungewöhnlichen Blickwinkel auf Teamprobleme und deren Lösungsansätze.
  • Regt eine tiefgehende Diskussion über Team-Verantwortung, Autonomie und Prozesskontrolle an.

Schritt-für-Schritt-Anleitung

  1. Einführung in das Konzept: Stelle das Buch ‚Der Würfler‘ kurz vor und erkläre dem Team die Grundidee, dass heute das Schicksal über die Agenda entscheiden wird, um die Auswirkungen der Verantwortungsabgabe zu erfahren.
  2. Ideensammlung: Jedes Teammitglied schreibt alle Beobachtungen und Gedanken zur letzten Projektphase auf einzelne Zettel.
  3. Themen-Vorbereitung: Pinne die gesammelten Zettel auf ein Whiteboard und nummeriere sie von 1 bis X.
  4. Erste Würfelrunde – Themen-Clustering: Teile die durchnummerierten Zettel gleichmäßig in sechs Gruppen (1-6) auf. Würfelt einmal, um eine Gruppe auszuwählen. Alle anderen Zettelgruppen werden vorerst beiseitegeschoben.
  5. Zweite Würfelrunde – Thema auswählen: Die verbleibenden Zettel werden erneut gleichmäßig in sechs Gruppen (1-6) aufgeteilt. Würfelt ein zweites Mal, um ein spezifisches Thema zu wählen. Dies ist das Thema, über das gesprochen wird, egal wie wichtig es dem Team auf den ersten Blick erscheint.
  6. Themendiskussion: Fragt das Team: „Was beschäftigt euch denn bei diesem Thema gerade wirklich?“. Das ist der Punkt, an dem die ersten Erkenntnisse entstehen, da Teams oft merken, dass sie nicht über das für sie wichtigste Thema sprechen.
  7. (Optional) Blickwinkel würfeln: Würfelt zusätzlich mit einem Würfel, um den Blickwinkel für die Diskussion festzulegen (z.B. 1-2 Autonomie, 3-4 Gemeinschaft, 5-6 Orientierung aus dem Modell der lernenden Teams). Dies vertieft die zufällige Herangehensweise.
  8. Lösungsfindung: Führt ein Brainstorming für Lösungsvorschläge zum gewählten Thema und Blickwinkel durch.
  9. Maßnahmen-Würfelrunde: Sammelt Erkenntnisse und würfelt erneut, um festzulegen, für welche der erarbeiteten Maßnahmen eine konkrete Umsetzung entwickelt werden soll.
  10. Abschlussrunde (20 Minuten einplanen): Widme dieser Runde ausreichend Zeit. Stelle die Frage: „Was ist eigentlich heute passiert, wenn wir die Verantwortung aus unserem Team einfach wahllos abgeben an einen Würfel? Was hat das mit uns gemacht?“ Hier geht es darum, die gemachten Erfahrungen zu reflektieren und die Erkenntnis über die Wichtigkeit der eigenen Verantwortung zu festigen.

Stolpersteine & Tipps für die Moderation

Diese Methode erfordert einen erfahrenen Moderator, um sicherzustellen, dass die Gruppe trotz des Zufallsprinzips zu einer sinnvollen Erkenntnis gelangt und die Retrospektive nicht als Zeitverschwendung empfunden wird. Die Herausforderung besteht darin, das Team durch die absurde Situation zu leiten und den

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