Kooperatives Zeichnen – Gemeinsam mehr erreichen mit angewandter Improvisation
TL;DR: Kooperatives Zeichnen ist eine nonverbale Improvisationsübung, die Teams den Wert gemeinsamer Zusammenarbeit auf spielerische Weise erleben lässt. Sie überwindet Barrieren individueller Ideenfindung und fördert kooperative Entwicklung, indem sie zeigt, wie aus einfachen Beiträgen ein gemeinsames Werk entsteht, das den Einzelnen übersteigt.
Worum geht es?
In dieser Episode des Methodenmontags stellt Christian Müller, ein Experte für angewandte Improvisation, das „Kooperative Zeichnen“ vor. Er verbindet seine Erfahrungen als leitender Angestellter im Process Intelligence Umfeld mit seinen Kenntnissen als Impro-Schauspieler und Trainer. Er betont, dass die Kernkompetenzen der Improvisation – klare Kommunikation, aktives Zuhören, Vertrauen ins Team, Fehler zulassen und der Umgang mit Unvorhergesehenem – direkt in den Berufsalltag übertragen werden können. Angewandte Improvisation schließt die Lücke zwischen theoretischen Erkenntnissen und dem praktischen Training dieser essenziellen Fähigkeiten, um sie nachhaltig im Team zu etablieren.
Die Methode auf einen Blick (Methoden-Steckbrief)
| Kriterium | Details |
|---|---|
| Einsatzgebiet | Einstieg in Improvisation, Teambuilding, Förderung von Kooperation und Kreativität im Team, Verständnis für den Wert gemeinsamer Arbeit schaffen. |
| Zielgruppe / Größe | Zweiergruppen (für die Übung), geeignet für jede Teamgröße, die sich in Zweiergruppen aufteilen lässt. |
| Dauer | Runde 1: 5-10 Minuten. Runde 2: 1-3 Minuten. Runde 3: Nicht spezifiziert. Gesamtdauer: Nicht spezifiziert. |
| Material | Pro Zweiergruppe: Zwei Blätter Papier, ein Stift. |
| Schwierigkeitsgrad | Niedrig (einfacher, nonverbaler Einstieg in Kooperation und Improvisation). |
Der konkrete Mehrwert für das Team
- Teams erleben hautnah, dass wirklich nur gemeinsam etwas richtig Gutes zusammen hinbekommen werden kann.
- Die Methode fördert das gegenseitige Vertrauen und die Verlässlichkeit im Team durch nonverbale Kooperation.
- Sie zeigt, wie sich kreative Ideen durch gemeinsame Beiträge entfalten und zu einem Ergebnis führen, das der Einzelne alleine nicht erreicht hätte.
- Teilnehmende lernen, Verantwortung zu teilen und mit unvorhergesehenen Beiträgen umzugehen, was die Agilität und Anpassungsfähigkeit stärkt.
- Die Übung schärft das Bewusstsein für aktives Zuhören und nonverbale Kommunikation innerhalb der Gruppe.
Schritt-für-Schritt-Anleitung
- Gruppenbildung & Material: Teilen Sie die Gesamtgruppe in Zweiergruppen ein (Person A und Person B). Jede Zweiergruppe erhält zwei Blätter Papier und einen Stift.
- Regelvereinbarung: Stellen Sie klar, dass während der Zeichenphasen nicht gesprochen werden darf – die Kommunikation erfolgt rein nonverbal.
- Runde 1: Führen und Folgen (5-10 Minuten)
- Aufgabe: Person A nimmt den Stift in die Hand. Person B führt Person A und soll ein beliebiges Bild malen, ohne konkrete Vorgabe.
- Dauer: Lassen Sie diese Runde 5 bis 10 Minuten laufen, bis sich eine gewisse Langeweile oder Ideenlosigkeit bei Person B einstellt.
- Reflexion: Besprechen Sie im Anschluss die Erfahrungen. Oft wird A als entspannt (keine Verantwortung) und B als belastet (volle Verantwortung, Ideenfindung) beschrieben.
- Runde 2: Stören (1-3 Minuten)
- Aufgabe: Beginnen Sie ein neues Bild auf dem zweiten Blatt. Person A hat nun die Aufgabe, Person B aktiv beim Zeichnen zu stören (z.B. wenn B eine Sonne malen möchte, sorgt A dafür, dass es nach allem, nur nicht nach einer Sonne aussieht).
- Dauer: Beenden Sie diese Runde nach 1 bis 3 Minuten, sobald ausreichend „unproduktive“ Krakelage entstanden ist.
- Reflexion: Fragen Sie nach den Gefühlen. B wird in der Regel genervt sein, da A destruktiv eingegriffen hat.
- Runde 3: Kooperativ ergänzen (Dauer: Nicht spezifiziert)
- Aufgabe: Die Teilnehmenden schauen sich die „Krakelage“ aus Runde 2 an. Person A nimmt den Stift und ergänzt das Bild mit ein bis drei sinnvollen Strichen, um es zu verbessern oder zu verändern. Danach übergibt A den Stift an B. B schaut sich das Ganze an, besonders was A ergänzt hat, und ergänzt das Bild ebenfalls mit ein bis drei sinnvollen Strichen. Dieser Wechsel findet mehrfach statt.
- Ergebnis: Im Plenum stellen die Gruppen ihre entstandenen „Kunstwerke“ vor. Es ist faszinierend zu sehen, wie aus chaotischen Anfängen ein interpretierbares Bild entsteht.
- Abschluss & Erkenntnis: Diskutieren Sie die Erfahrungen und die gewonnenen Erkenntnisse über die Kraft der Kooperation, des Vertrauens und der gemeinsamen Kreativität, selbst unter nonverbalen Bedingungen.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Was ist angewandte Improvisation?
Angewandte Improvisation nutzt die Prinzipien und Übungen des Improvisationstheaters, um nützliche Fähigkeiten wie Kommunikation, Zuhören, Vertrauen, Fehlerkultur und den Umgang mit dem Unerwarteten im realen Leben und Berufskontext zu trainieren und zu etablieren. Es überbrückt die Lücke zwischen theoretischer Erkenntnis und praktischer Anwendung.
Müssen die Teilnehmenden während der Zeichenübung sprechen?
Nein, ein zentraler Bestandteil des „Kooperativen Zeichnens“ ist die nonverbale Kommunikation. Während der Zeichenphasen ist das Sprechen ausdrücklich nicht erlaubt, um die Konzentration auf die visuellen Beiträge und das intuitive Zusammenspiel zu lenken.
Was, wenn die entstandenen Zeichnungen am Ende nicht „gut“ aussehen?Es geht bei dieser Methode nicht darum, perfekte Kunstwerke zu erschaffen. Der Fokus liegt auf dem Prozess der Zusammenarbeit, der gemeinsamen Ideenfindung, dem Umgang mit Beiträgen des anderen und der Erkenntnis, dass durch Kooperation ein Ergebnis entsteht, das der Einzelne so nicht erreicht hätte – unabhängig von der ästhetischen Qualität des Endprodukts.
Welches Problem löst die Methode „Kooperatives Zeichnen“ für Teams?
Die Methode demonstriert eindringlich, dass selbst chaotische Ausgangssituationen durch gemeinsame, kooperative Anstrengung zu einem sinnvollen Ergebnis geführt werden können. Sie fördert das Vertrauen in die Fähigkeiten der Teammitglieder und zeigt den Wert gemeinsamer Verantwortung und geteilter Kreativität auf, um Herausforderungen besser zu meistern.
Der Kopf hinter dem Impuls
Christian Müller ist leitender Angestellter im Process Intelligence Umfeld, passionierter Impro-Schauspieler und erfahrener Trainer für Improvisation und angewandte Improvisation. Er bringt seine vielfältigen Kompetenzen zusammen, um Teams dabei zu unterstützen, durch spielerische Methoden ihre Kommunikations-, Kooperations- und Anpassungsfähigkeiten zu stärken.
Tiefer eintauchen: Die komplette Folge
Kooperativ improvisieren mit Christian Müller
Heute wird mal nicht geplant – sondern improvisiert! Diese Woche ist Christian Müller zu Besuch, ein echter Impro-Experte. Erfahrt in der heutigen Folge, mit welcher simplen Methode ihr mehr Verständnis und Kreativität in eure Teams bringen könnt;