2-4-all mal anders mit Janek Panneitz

1-2-4-All Reverse Snowball Methode – Effektive Ideenfindung und Priorisierung für Teams

TL;DR: Die 1-2-4-All Reverse Snowball Methode kombiniert zwei bekannte Ansätze, um Ideen in größeren Gruppen effizient zu sammeln, zu diskutieren und zu priorisieren. Sie stellt sicher, dass alle Stimmen gehört werden, reduziert die Informationsflut und führt zu konkreten, umsetzbaren Ergebnissen.

Worum geht es?

Die vorgestellte Methode ist eine innovative Verknüpfung der Liberating Structure „1-2-4-All“ mit dem „Reverse Snowball“-Prinzip, entwickelt von Janek Panneitz. Sie wurde speziell dafür konzipiert, in Workshops, Meetings und Retrospektiven mit größeren Gruppen zu arbeiten, um von einer Vielzahl von Ideen zu einer prägnanten Auswahl an priorisierten Maßnahmen oder Erkenntnissen zu gelangen. Besonderer Fokus liegt dabei auf der praktischen Anwendbarkeit im virtuellen Raum mittels digitaler Whiteboards.

Die Methode auf einen Blick (Methoden-Steckbrief)

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Kriterium Details
Einsatzgebiet Ideenfindung, Priorisierung von Maßnahmen, Werten, Verhaltensweisen; Reduktion großer Themensammlungen auf entscheidende Punkte.
Zielgruppe / Größe Größere Gruppen (ab ca. 12 Personen aufwärts).
Dauer Nicht spezifiziert (hängt von der Fragestellung und Gruppengröße ab).
Material Virtuelles Whiteboard (z.B. Miroboard, Muroboard), digitale Post-its.
Schwierigkeitsgrad Nicht spezifiziert.

Der konkrete Mehrwert für das Team

  • Jede Stimme im Team wird gehört und ihre Ideen werden berücksichtigt, auch die stilleren Charaktere.
  • Reduziert effektiv die Komplexität und Menge an Ideen, wodurch die spätere Diskussion und das Clustern deutlich vereinfacht werden.
  • Fördert das Setzen von Prioritäten und die bewusste Entscheidung, sich von weniger relevanten Ideen zu trennen.
  • Führt zu konkreten, fokussierten und umsetzbaren Maßnahmen oder Kernwerten, anstatt einer breiten, unübersichtlichen Sammlung.

Schritt-für-Schritt-Anleitung

  1. Vorbereitung auf dem Whiteboard: Jede Person erhält einen eigenen Bereich („Slot“) auf einem virtuellen Whiteboard, in dem sieben digitale Post-its vorbereitet sind.
  2. Individuelle Ideenfindung (1): Jede Person füllt ihre sieben Post-its mit individuellen Antworten auf eine spezifische Fragestellung. Die Dauer hierfür ist flexibel und hängt von der Komplexität der Frage ab (z.B. eine Minute, analog zur „1“ in 1-2-4-All).
  3. Individuelle Priorisierung: Jede Person bringt ihre sieben Post-its in eine klare Prioritätenreihenfolge, vom wichtigsten bis zum am wenigsten relevanten Punkt. Es gibt keine gleichrangigen ersten Plätze.
  4. Individuelle Reduktion: Die beiden am wenigsten relevanten Post-its werden von jeder Person gelöscht oder umgefärbt. Dies schult das Bewusstsein für Priorisierung und das Loslassen von Ideen.
  5. Paar-Arbeit (2): Zwei Personen schieben ihre verbleibenden Post-it-Sammlungen zusammen (insgesamt zehn Post-its). In einem festgelegten Zeitfenster (z.B. zwei Minuten, analog zur „2“) besprechen sie ihre Ideen. Sie dürfen Formulierungen anpassen, Ideen zusammenführen oder neue hinzufügen. Am Ende müssen sie sich gemeinsam auf fünf Post-its einigen, die in die nächste Runde gehen. Es ist wichtig, „und“-Verknüpfungen auf einzelnen Post-its zu vermeiden.
  6. Vierer-Arbeit (4): Zwei Zweier-Paare (die jeweils fünf Ideen mitbringen, also insgesamt zehn Post-its) treffen sich. In einem neuen Zeitfenster (z.B. vier Minuten, analog zur „4“) diskutieren sie die verbleibenden Ideen, suchen nach Überlappungen und einigen sich auf eine gemeinsame Formulierung der Kernpunkte. Auch hier muss eine finale Anzahl von fünf Post-its für die nächste Runde festgelegt werden.
  7. Gruppen-Diskussion („Alle“): Die finalen Post-its aus jeder Vierergruppe werden auf einer gemeinsamen Fläche des Whiteboards zusammengetragen (z.B. bei 20 Personen und 5 Post-its pro Vierergruppe ergeben sich 25 Post-its). Diese werden dann gemeinsam von der gesamten Gruppe geclustert, verdichtet und finalisiert, um zu konkreten Maßnahmen oder Erkenntnissen zu gelangen.

Stolpersteine & Tipps für die Moderation

Ein häufiger Stolperstein ist der Drang, mehrere Ideen auf einem Post-it durch „und“-Verknüpfungen zusammenzufassen. Hier ist es wichtig, die Teilnehmenden konsequent darauf hinzuweisen, dass jeder Punkt separat formuliert werden muss, um die Klarheit und Prägnanz der Ergebnisse zu gewährleisten. Für Moderator:innen bietet die Methode eine gute Möglichkeit, dominante Redner zu „bändigen“, indem die Ideenfindung und erste Verdichtung in kleinen, geschützten Räumen stattfindet, bevor die Ergebnisse in der großen Runde diskutiert werden. Zudem erfordert das Löschen eigener Ideen am Anfang Überwindung; hier kann betont werden, dass es Teil des Priorisierungsprozesses ist und nicht alles umgesetzt werden kann.

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Für welche Gruppengröße ist die 1-2-4-All Reverse Snowball Methode am besten geeignet?

Die Methode entfaltet ihren vollen Nutzen besonders in größeren Gruppen, empfohlen werden Gruppengrößen ab etwa 12 Personen aufwärts.

Dürfen während der Diskussion in den Kleingruppen neue Ideen hinzugefügt oder bestehende umformuliert werden?

Ja, das Anpassen von Formulierungen, das Zusammenführen von Ideen oder das Hinzufügen völlig neuer Gedanken ist ausdrücklich erwünscht, solange die vereinbarte finale Anzahl der Post-its für die jeweilige Runde eingehalten wird.

Warum müssen die Teilnehmenden ihre eigenen Ideen löschen?

Das bewusste Löschen von Ideen dient der Schulung der Priorisierungsfähigkeit und verdeutlicht, dass nicht alle gesammelten Punkte über die Ziellinie gebracht werden können. Es hilft, sich auf die wichtigsten Aspekte zu fokussieren.

Der Kopf hinter dem Impuls

Janek Panneitz ist freiberuflicher Trainer, Berater und Facilitator. Sein Steckenpferd ist es, Erlebnisse zu schaffen, die arbeitspsychologische Theorien praktisch erlebbar machen. Dabei integriert er oft Elemente aus Spielen und setzt stark auf Visualisierung, wodurch auch diese kombinierte Methode entstanden ist.

Tiefer eintauchen: Die komplette Folge

1-2-4-all mal anders mit Janek Panneitz

Für die Suche nach der besten Lösung eines Problems gibt es einige Methoden. Janek hat zwei von ihnen kombiniert und stellt in der heutigen Folge seine besonders spannende Kombi-Methode vor.Unsere allgemeinen Datenschutzrichtlinien finden Sie unter https://art19.com/privacy. Die Datenschutzrichtlinien für Kalifornien sind unter https://art19.com/privacy#do-not-sell-my-info abrufbar.

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