Sonderfolge Kommunikation: Fragen stellen mit Christine Hilper

Effektive Fragen stellen: Probleme selbst erkennen – Die Kunst der Kommunikation im Coaching

TL;DR: Lerne, wie du durch gezieltes Fragenstellen andere dazu bringst, ihre Probleme selbst zu erkennen und nachhaltige Lösungen zu finden. Das entscheidende Mindset hinter der Frage und unkonventionelle Fragetypen fördern tiefgreifende Erkenntnisse und Selbstreflexion.

Worum geht es?

In dieser besonderen Folge des Methoden-Montags tauchen Florian und Jan tief in das Thema Kommunikation ein und beleuchten, wie man Fragen stellt, die wirklich helfen. Gemeinsam mit der Expertin Christine Hilper, einer erfahrenen Psychotherapeutin und Coach, geht es darum, wie man sein Gegenüber dazu anregt, Probleme eigenständig zu verstehen und Lösungswege zu erarbeiten, anstatt nur oberflächliche Antworten zu erhalten.

Die Methode auf einen Blick (Methoden-Steckbrief)

Kriterium Details
Einsatzgebiet Workshops, Meetings, Retrospektiven, Coaching, allgemeine Gesprächsführung zur Problemlösung
Zielgruppe / Größe Nicht spezifiziert (impliziert für Coaches, Moderatoren, Führungskräfte, Teams)
Dauer Nicht spezifiziert
Material Nicht spezifiziert
Schwierigkeitsgrad Fortgeschritten (erfordert spezifisches Mindset und Übung)

Der konkrete Mehrwert für das Team

  • Fördert die eigenständige Problemerkennung und -lösung bei Teammitgliedern.
  • Unterstützt eine tiefere Selbstreflexion und das Verständnis eigener Motivationen.
  • Reduziert Rechtfertigungsdruck und schafft einen offeneren Gesprächsraum.
  • Ermöglicht dem Team, über den Tellerrand zu blicken und neue Perspektiven einzunehmen.

Schritt-für-Schritt-Anleitung

  1. Haltung bewahren: Stelle Fragen ohne eigene Meinung oder Vorannahmen. Das Mindset, keine Antwort vorwegzunehmen, ist entscheidender als die Frageformulierung selbst.
  2. Offene Fragen bevorzugen: Nutze Fragen, die deinem Gegenüber die Möglichkeit geben, frei und ausführlich in eigenen Worten zu antworten (z.B. mit ‚Was‘, ‚Wie‘, ‚Wozu‘). Vermeide geschlossene Ja/Nein-Fragen, wenn du zum Nachdenken anregen möchtest.
  3. Das ‚Wozu‘ erfragen: Statt ‚Warum wurde das so gemacht?‘ frage ‚Wozu hat jemand das gemacht?‘. Dies lenkt den Fokus auf die Motivation und Absicht hinter einer Handlung, anstatt Rechtfertigungen zu provozieren.
  4. Zukunftsfragen stellen: Fordere dein Gegenüber auf, sich eine positive Zukunft vorzustellen. Zum Beispiel: ‚Was wäre passiert, wenn wir jetzt fünf Jahre weiter blicken und alles gut gelaufen ist?‘
  5. Inverse Fragen nutzen: Bitte darum, das Gegenteil eines gewünschten Zustands zu betrachten, um Prozesse besser zu verstehen. Beispiel: ‚Was muss eigentlich passieren, damit es schief geht?‘
  6. Rhetorische Fragen bewusst einsetzen: Wenn du als Fragenleiter das Gespräch lenken und eine bestimmte Richtung vorgeben möchtest, können rhetorische Fragen hilfreich sein. Im reinen Coaching-Kontext, wo die Lösung vom Coachee kommen soll, sind sie jedoch zu vermeiden, um nicht die Haltung als Coach zu verlieren.

Stolpersteine & Tipps für die Moderation

Ein zentraler Stolperstein ist es, die eigene Meinung in die Frage einfließen zu lassen. Dies verfälscht die Haltung des Coaches und überstülpt dem Gegenüber eine Richtung, anstatt ihm Raum für eigene Erkenntnisse zu geben. Um dies zu vermeiden, ist es wichtig, Fragen zu stellen, die das Gegenüber nicht erwartet. Unerwartete Fragen zwingen zum tieferen Nachdenken und erhöhen die Chance auf neue Einsichten.

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Was ist eine offene Frage?

Eine offene Frage gibt dem Gegenüber die Möglichkeit, die Frage in seinen eigenen Worten, mit eigenem Inhalt und so offen wie möglich zu beantworten, ohne sich auf ein Ja oder Nein beschränken zu müssen.

Was ist der Unterschied zwischen einer offenen und einer geschlossenen Frage?

Offene Fragen ermöglichen ausführliche Antworten und fördern das Nachdenken, während geschlossene Fragen in der Regel nur eine Ja/Nein-Antwort zulassen und somit weniger zur Selbstreflexion anregen.

Warum sollte man ‚Wozu‘ statt ‚Warum‘ fragen?

Die Frage ‚Wozu?‘ erfragt die Motivation und Absicht hinter einer Handlung, was zu einem tieferen Verständnis des Prozesses und der Person führt. Die Frage ‚Warum?‘ kann oft einen verteidigenden oder rechtfertigenden Ton hervorrufen.

Wann sind rhetorische Fragen sinnvoll und wann nicht?

Rhetorische Fragen sind sinnvoll, um ein Gespräch zu lenken oder einen Punkt zu unterstreichen, wenn dies die Intention des Fragenleiters ist. Als Coach sollten sie vermieden werden, da sie dem Gegenüber eine bestimmte Antwort oder Lösung suggerieren und somit die Haltung der neutralen Begleitung untergraben.

Der Kopf hinter dem Impuls

Christine Hilper ist Psychotherapeutin und arbeitet zudem in der Ausbildung für Coaching und Supervision. Sie übernimmt eigene Coaching-Aufträge und hat Florian und Jan auf ihrem Weg zum Agilen Coach intensiv begleitet.

Tiefer eintauchen: Die komplette Folge

Sonderfolge Kommunikation: Fragen stellen mit Christine Hilper

Mit Fragen können wir unser Gegenüber in der Kommunikation richtig weiterbringen. Doch was macht eine hilfreiche Frage aus? Das haben wir Christine Hilper gefragt – eine echte Expertin auf dem Gebiet der lösungsorientierten Fragen.

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