Sonderfolge Kommunikation: Zuhören mit Jens Springmann

Die vier Arten des Zuhörens nach Otto Scharmer – Kommunikation verstehen und Konflikte vermeiden

TL;DR: Dieses Modell nach Otto Scharmer unterscheidet vier Zuhör-Arten: Downloading, faktisches, empathisches und schöpferisches Zuhören. Es hilft Teams und Coaches, ihre Kommunikation zu reflektieren, Missverständnisse zu reduzieren und Offenheit für neue Perspektiven zu fördern, um Veränderungsprozesse erfolgreich zu gestalten.

Worum geht es?

Nachdem wir die Kunst des richtigen Fragens beleuchtet haben, wenden wir uns nun der entscheidenden Rolle des Zuhörens zu. Denn während uns jemand etwas erzählt, arbeiten unterschiedliche Vorgehensweisen in uns. Ob wir bewusst oder unbewusst zuhören, um Bestätigung zu suchen, auf Fakten zu achten oder uns empathisch in unser Gegenüber hineinzuversetzen – all dies beeinflusst das Gespräch und das Ergebnis. Dieses Lernmodul stellt ein Modell vor, das aufzeigt, wie wir zuhören und wie wir diese Erkenntnis nutzen können, um unsere Kommunikation zu verbessern und Missverständnisse zu reduzieren.

Die Methode auf einen Blick (Methoden-Steckbrief)

Kriterium Details
Einsatzgebiet Workshops, Meetings, Retrospektiven, Coaching, Transformationsprozesse
Zielgruppe / Größe Teams, Moderatoren, Coaches, Führungskräfte, Individuen
Dauer Nicht spezifiziert
Material Nicht spezifiziert
Schwierigkeitsgrad Nicht spezifiziert

Der konkrete Mehrwert für das Team

  • Verbessert die Reflektionsfähigkeit über das eigene Zuhörverhalten.
  • Fördert das Verständnis für unterschiedliche Kommunikationsweisen und die dahinterliegenden Perspektiven im Team.
  • Ermöglicht das Erkennen von Blockaden und mangelnder Flexibilität in Veränderungsprozessen.
  • Stärkt empathisches und schöpferisches Zuhören für Innovation, Wandel und eine produktivere Zusammenarbeit.

Schritt-für-Schritt-Anleitung

  1. Stelle das Modell der vier Arten des Zuhörens (Downloading, faktisches, empathisches, schöpferisches) nach Otto Scharmer dem Team vor.
  2. Lade das Team ein, das eigene Zuhörverhalten in spezifischen Situationen zu reflektieren: „Wie habe ich in dieser Situation zugehört?“ und „Worauf habe ich dabei geachtet?“.
  3. Ermögliche einen offenen Austausch über die gegenseitige Wahrnehmung des Zuhörverhaltens im Team, um unterschiedliche Perspektiven und deren Auswirkungen zu beleuchten.
  4. Als Moderator oder Sender einer Botschaft: Bitte den Empfänger, das Gehörte zusammenzufassen oder zu paraphrasieren, um das Verständnis zu überprüfen und sicherzustellen, dass die Botschaft wie beabsichtigt angekommen ist.

Stolpersteine & Tipps für die Moderation

Menschen, die vorwiegend im ‚Downloading‘ oder ‚faktischen Zuhören‘ verharren, sind oft unflexibel für neue Impulse und Veränderungen. Als Moderator oder Coach ist es wichtig, ihnen einen ‚Spiegel von außen‘ anzubieten, idealerweise durch empathisches Spiegeln ihrer Sichtweise. Diese Art der Reflektion kann helfen, die emotionale Kompetenz der Beteiligten zu fördern und Konflikte zu entschärfen.

Coaches und Moderatoren sollten bewusst in das empathische und schöpferische Zuhören wechseln, um Coachees in Veränderungsprozessen effektiv zu unterstützen. Durch die Kenntnis der vier Zuhör-Zustände lässt sich das Gespräch gezielter lenken und es können Impulse generiert werden, die über das Bestehende hinausgehen. Um Missverständnisse zu vermeiden, sollte man den Gesprächspartner bitten, das Gehörte zusammenzufassen oder zu paraphrasieren. Dies hilft dem Sender zu erkennen, wie die Botschaft aufgenommen wurde, und dem Empfänger, sein Verständnis zu überprüfen.

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Was sind die vier Arten des Zuhörens nach Otto Scharmer?

Otto Scharmer unterscheidet vier Ebenen des Zuhörens: „Downloading“ (nach Bestätigung des eigenen Weltbilds suchen), „faktisches Zuhören“ (auf Unterschiede achten, aber bei der eigenen Meinung bleiben), „empathisches Zuhören“ (Perspektive und Gefühlswelt des anderen verstehen wollen) und „schöpferisches Zuhören“ (sich bewusst von der Perspektive des anderen inspirieren lassen und Impulse aufnehmen).

Wer ist Otto Scharmer und was ist die Theory U?

Otto Scharmer ist ein Wissenschaftler, der die Theory U begründet hat. Er hat ein ganz interessantes Modell zu den verschiedenen Arten des Zuhörens entwickelt, das die Grundlage für das Verständnis von Kommunikation und Transformation bildet.

Kann ich meine Art des Zuhörens bewusst steuern oder reflektieren?

Ja, mit entsprechendem Reflektionsvermögen und emotionaler Kompetenz kann man bewusst entscheiden, wie man zuhört. Das Wissen um die verschiedenen Zuhör-Arten hilft, das eigene Zuhörverhalten zu analysieren und gegebenenfalls anzupassen, um effektiver zu kommunizieren und sich auf neue Impulse einzulassen.

Wie kann das Modell im Team genutzt werden, um Konflikte zu vermeiden?

Das Modell kann in Retrospektiven oder Teammeetings eingesetzt werden, um zu reflektieren, wie in kritischen Situationen zugehört wurde. Es hilft, festzustellen, ob Teammitglieder offen für neue Perspektiven waren oder bei ihren manifestierten Ansichten blieben, was zu einem besseren Verständnis, einer effektiveren Problemlösung und der Akzeptanz von Anforderungen führt.

Der Kopf hinter dem Impuls

Jens Springmann ist ein wiederkehrender Gast des Podcasts „Methoden-Montag“ und Experte für Innovation und Transformation. Er diskutiert die Empfängerseite der Kommunikation – das richtige Zuhören – und betont dessen Relevanz, insbesondere im Kontext von Veränderungsprozessen und Coaching, wo das Verständnis unterschiedlicher Zuhör-Zustände essentiell ist.

Tiefer eintauchen: Die komplette Folge

Sonderfolge Kommunikation: Zuhören mit Jens Springmann

Jens ist wieder zu Gast im Podcast. In unserer letzten Folge zum Thema Kommunikation widmen wir uns der vermeintlich passiveren Perspektive – dem „richtigen“ Zuhören.

Unsere allgemeinen Datenschutzrichtlinien finden Sie unter https://art19.com/privacy. Die Datenschutzrichtlinien für Kalifornien sind unter https://art19.com/privacy#do-not-sell-my-info abrufbar.

🎧 Hier geht es direkt zur Episode

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert