So bereiten wir nun die erste Retro des neuen Jahres vor

Wunschbaum-Retro: Gemeinsam Wünsche für das neue Jahr formulieren – Ein Blick in die Zukunft der Teamarbeit

TL;DR: Die Wunschbaum-Retro ist eine innovative Methode zum Jahresauftakt, bei der Teams gemeinsam ihre Wünsche für die zukünftige Zusammenarbeit formulieren. Sie löst das Problem des Rückblicks in der Jahresend-Retro, indem sie den Fokus auf die Gestaltung des kommenden Jahres legt und durch eine einzigartige Priorisierung sowie die persönliche Verantwortung für Wünsche deren nachhaltige Verfolgung sicherstellt.

Worum geht es?

Willkommen zum Methodenmontag! Im Jahresendspurt bereiten wir uns auf die erste Retro des neuen Jahres vor. Anstatt die übliche Rückschau zu halten und alte Themen aufzuwärmen, drehen wir den Spieß um: Was wünschen wir uns als Team für das kommende Jahr? Die Wunschbaum-Retro ermöglicht es Teams, proaktiv und positiv in das neue Jahr zu starten und die Weichen für eine wirksame Zusammenarbeit zu stellen.

Die Methode auf einen Blick (Methoden-Steckbrief)

Kriterium Details
Einsatzgebiet Jahresauftakt-Retrospektive, Zukunftsplanung, Teamentwicklung
Zielgruppe / Größe Teams
Dauer Nicht spezifiziert
Material Blätter (für Wünsche), Stifte, ein Wunschbaum (virtuell oder physisch)
Schwierigkeitsgrad Nicht spezifiziert

Der konkrete Mehrwert für das Team

  • Zukunftsorientierung statt Rückblick: Die Methode fördert einen positiven Blick nach vorne und vermeidet das Wühlen in Vergangenem, indem sie gezielt Wünsche für die zukünftige Zusammenarbeit adressiert.
  • Innovative Priorisierung: Durch das Hinzufügen des eigenen Namens zu gewünschten Themen wird eine intuitive und persönliche Priorisierung geschaffen, die die gemeinsame Relevanz eines Wunsches sichtbar macht.
  • Nachhaltige Umsetzung: Jedes Teammitglied übernimmt die Verantwortung für die Verfolgung eines Wunsches über das gesamte Jahr, was sicherstellt, dass die Themen nicht in Vergessenheit geraten.
  • Einblicke in Team-Bedürfnisse: Die Retro bietet dem Scrum Master und dem Team tiefe Einblicke, welche Themen und Bedürfnisse die Teammitglieder tatsächlich bewegen und wie sie die Zusammenarbeit gestalten möchten.

Schritt-für-Schritt-Anleitung

  1. Wünsche formulieren: Jedes Teammitglied formuliert einen oder mehrere Wünsche für die Zusammenarbeit im nächsten Jahr.
  2. Wunschbaum aufbauen: Die formulierten Wünsche werden auf Blätter geschrieben und an einen Wunschbaum gehängt (virtuell oder physisch).
  3. Wünsche priorisieren: Teammitglieder, die einen bestimmten Wunsch teilen, schreiben ihren Namen auf das entsprechende Blatt. Dadurch wird sichtbar, welche Wünsche von vielen getragen werden.
  4. Maßnahmen für den größten Wunsch entwickeln: Für den Wunsch mit den meisten Namen (dem größten Wunsch des Teams) werden konkrete Maßnahmen für die Umsetzung in den nächsten zwei Wochen erarbeitet.
  5. Verantwortung für weitere Wünsche übernehmen: Jedes Teammitglied nimmt sich einen der weiteren Wünsche mit und übernimmt die Verantwortung, diesen in zukünftigen Retrospektiven wieder vorzuschlagen, um sicherzustellen, dass er nicht vergessen wird.
  6. Langfristige Nachverfolgung durch den Scrum Master: Der Scrum Master fotografiert den Wunschbaum, bevor die Blätter mitgenommen werden, und legt sich eine Wiedervorlage für Dezember des Folgejahres an, um dann mit dem Team zu überprüfen, welche Wünsche in Erfüllung gegangen sind.

Stolpersteine & Tipps für die Moderation

Um sicherzustellen, dass die Wunschbaum-Retro ihren vollen Wert entfaltet, ist die Rolle des Scrum Masters entscheidend. Fotografieren Sie den Wunschbaum sorgfältig, bevor die Wünsche individuell mitgenommen werden. Dies dient als Referenzpunkt für die langfristige Nachverfolgung. Ermutigen Sie die Teammitglieder aktiv dazu, Verantwortung für „ihre“ Wünsche zu übernehmen und diese konsequent in späteren Retrospektiven wieder auf die Agenda zu bringen, auch wenn aktuell andere Themen dominieren. Die langfristige Klammer über das Jahr, die der Scrum Master durch die Wiedervorlage im Dezember schafft, ist ein magischer Bestandteil dieser Methode und sorgt für eine nachhaltige Wirkung.

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Warum sollte man diese Retro dem klassischen Jahresrückblick vorziehen?

Diese Methode fokussiert bewusst auf die Zukunft und die Gestaltung des kommenden Jahres, anstatt in der Vergangenheit zu verharren. Sie erzeugt eine positive, vorausschauende Energie und gibt dem Team die Möglichkeit, aktiv Wünsche für eine verbesserte Zusammenarbeit zu formulieren und anzugehen.

Wie genau funktioniert die Priorisierung der Wünsche?

Die Priorisierung erfolgt organisch: Je mehr Teammitglieder ihren Namen auf einen Wunsch schreiben, desto deutlicher wird, dass dieser Wunsch von einer größeren Gruppe getragen wird. Dies macht die kollektive Bedeutung eines Wunsches sofort sichtbar, ohne dass explizite Punktabfragen nötig sind.

Was passiert mit Wünschen, die nicht sofort als „größter Wunsch“ umgesetzt werden?

Jedes Teammitglied übernimmt die Patenschaft für einen dieser Wünsche. Es ist die Aufgabe des Paten, den Wunsch in zukünftigen Retrospektiven wieder auf die Agenda zu bringen, damit er nicht in Vergessenheit gerät und zu einem passenderen Zeitpunkt vom Team gemeinsam besprochen und bearbeitet werden kann.

Welche besondere Rolle hat der Scrum Master bei dieser Methode?

Der Scrum Master ist nicht nur Moderator, sondern auch der Hüter des Wunschbaums über das Jahr. Er dokumentiert die Wünsche (z.B. durch ein Foto) und legt eine Wiedervorlage für das Jahresende an, um mit dem Team den Erfolg der Wunscherfüllung zu überprüfen und so eine inhaltliche Klammer um das gesamte Jahr zu bilden.

Tiefer eintauchen: Die komplette Folge

So bereiten wir nun die erste Retro des neuen Jahres vor

Das Jahr geht auf seine Zielgerade – Zeit also, den Team-Start in 2024 vorzubereiten. Zum Beispiel mit einer Retro, in der es um die Wünsche des Teams fürs neue Jahr geht. Wie das funktioniert, erfahrt ihr in der heutigen Folge.

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