15 Check-in-Fragen für Retrospektiven – Fragen, die dein Team ins Gespräch bringen
TL;DR: Eine gute Check-in-Frage holt das Team aus dem Alltag in die Retrospektive und macht sichtbar, mit welcher Energie und Stimmung alle im Raum sind. Jan bringt eine Sammlung von Fragen mit – von kreativen Einstiegen über Energie-Checks bis zur direkten Frage nach dem „Elefanten im Raum“. Ein Basic, das in keiner Retro fehlen sollte.
Worum geht es?
Zum Start in die 400er-Folgen des Methoden-Montags geht es zurück zu den Basics: Check-in-Fragen. Jan hat sie sich nach eigener Aussage am Frühstückstisch beim Kaffee aufgeschrieben – manche sind vielleicht schon einmal vorgekommen, alle sind direkt einsetzbar. Florian bereitet gerade selbst neue Retros vor und hört mit dem Stift in der Hand zu.
Die Fragen decken unterschiedliche Absichten ab: Manche sprechen die kreative Seite an und holen Menschen aus der gewohnten Gedankenwelt, andere fragen nach Energie und Stimmung, wieder andere bauen Vertrauen auf oder gehen bewusst an unangenehme Themen heran. Florian bringt es auf den Punkt: Basics sind nicht zu Unrecht Basics – und werden trotzdem oft vernachlässigt, weil man sich lieber um das kleine Schleifchen kümmert.
Die Methode auf einen Blick (Methoden-Steckbrief)
| Kriterium | Details |
|---|---|
| Einsatzgebiet | Einstieg in Retrospektiven (Set the Stage), auch für Workshops und Meetings |
| Zielgruppe / Größe | Teams, z. B. Scrum-Teams; Austausch auch in Zweier- oder Vierergruppen möglich |
| Dauer | Nicht spezifiziert |
| Material | Keines nötig; für den Wetterbericht optional Stifte und Papier, remote z. B. Emojis |
| Schwierigkeitsgrad | Niedrig – die Frage nach dem „Elefanten im Raum“ braucht Erfahrung und das passende Setting |
Die Fragen aus der Folge
- Wenn die Zeit seit der letzten Retro ein Filmgenre oder ein Songtitel wäre – welcher wäre das und warum?
- Welches Emoji beschreibt deine aktuelle Stimmung am besten?
- Wenn du dir jetzt eine Superkraft aussuchen könntest – welche bräuchtest du?
- Wenn unser Team ein Fahrzeug wäre – welches Bauteil wärst du gerade?
- Was hast du am Wochenende gemacht, das dir komplett unabhängig von der Arbeit echte Freude bereitet hat?
- Auf einer Skala von 1 (Batterie komplett leer) bis 10 (voll geladen): Mit wie viel Energie startest du heute in die Retro?
- Wenn du deine aktuelle Gefühlslage in einem Wetterbericht beschreiben müsstest – wie sähe er aus?
- Was hat dir im letzten Sprint Energie geraubt?
- Die letzten Erfahrungen in einem Wort – welches wäre es? (One Word)
- Was brauchst du heute von der Gruppe oder deinem Team, um mit einem guten Gefühl aus dieser Retro rauszugehen?
- Worauf bist du rückblickend seit der letzten Retro am stolzesten?
- Was hat dich an deiner Arbeit überrascht?
- Was ist der Elefant im Raum?
- Wenn du eine Sache seit der letzten Retro mit einem Fingerschnippen verändern könntest – was wäre das?
- Wem aus dem Team möchtest du direkt Danke sagen?
- Welche kleine Sache wollen wir aus dem letzten Sprint mit in den nächsten nehmen?
Der konkrete Mehrwert für das Team
- Kreative Fragen (Filmgenre, Emoji, Fahrzeug) holen Menschen aus der normalen Gedankenwelt und öffnen den Raum.
- Energie-Fragen wie die Batterie-Skala oder „Was hat dir Energie geraubt?“ machen sichtbar, wie das Team gerade drauf ist – gerade bei Teams, die immer sagen, alles sei gut.
- Fragen wie „Was hast du am Wochenende gemacht, das dir echte Freude bereitet hat?“ bauen Vertrauen auf.
- Die Frage nach dem „Elefanten im Raum“ holt das Team aus der Komfortzone und bringt es sofort in die Sprechfähigkeit.
Schritt-für-Schritt-Anleitung
- Absicht klären: Überlege dir vor der Retro, was der Einstieg leisten soll – Kreativität wecken, Energie abfragen, Vertrauen aufbauen oder ein schwieriges Thema öffnen.
- Frage auswählen: Wähle eine passende Frage aus der Sammlung. Für Teams mit viel Energie eignet sich zum Beispiel „Wem aus dem Team möchtest du direkt Danke sagen?“.
- Format festlegen: Kreative Fragen funktionieren remote und in Präsenz, wenn du sie gut vorbereitest. Den Wetterbericht kannst du dem Team vormalen oder alle ihre eigene Wetterkarte malen lassen.
- Antworten sammeln: Lass alle reihum antworten. Beim One-Word-Check-in nennt jede Person ein Wort für die letzten Erfahrungen.
- Ins Gespräch bringen: Beim One-Word-Check-in kannst du fragen, welches Wort jemand am spannendsten findet, und die Teilnehmenden zu zweit oder zu viert austauschen lassen. So sammelt das Team direkt erste Erkenntnisse.
Stolpersteine & Tipps für die Moderation
Die Frage nach dem „Elefanten im Raum“ passt nicht in jede Retro. Sie wirkt dann, wenn du das Team schon länger begleitest, weißt, dass ein großes Thema im Raum steht, und dir klar ist, dass es sonst niemand ansprechen wird. Für Teams, die immer sagen, alles sei gut, kann der direkte Einstieg mit „Was hat dir im letzten Sprint Energie geraubt?“ helfen. Beim Wetterbericht entstehen oft sehr kreative Antworten – bis hin zur Sturmwarnung.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Wozu dient eine Check-in-Frage in der Retrospektive?
Sie holt das Team in den Termin, macht Stimmung und Energie sichtbar und öffnet den Raum für das Gespräch. Je nach Frage weckt sie Kreativität, baut Vertrauen auf oder bringt ein schwieriges Thema auf den Tisch.
Funktionieren die Fragen auch remote?
Ja. Kreative Fragen wie das Filmgenre oder das passende Emoji funktionieren in Remote-Retros genauso wie in Präsenz, wenn du sie gut vorbereitest.
Wann passt die Frage nach dem Elefanten im Raum?
Wenn du das Team kennst und weißt, dass es ein Thema gibt, das alle beschäftigt, aber niemand anspricht. Einfach so in jede Retro hineinzustolpern, funktioniert nicht.
Welche Fragen haben Florian am besten gefallen?
Seine drei Lieblinge: „Welche Superkraft bräuchtest du gerade?“, „Was hat dir zuletzt Energie geraubt?“ und – als absoluter Favorit – „Was ist der Elefant im Raum?“.
Tiefer eintauchen: Die komplette Folge
15 Check-in-Fragen für bessere Retrospektiven
Ein guter Check-in kann den Unterschied machen: In dieser Folge bringt Jan eine ganze Sammlung an Fragen mit, die Teams zum Nachdenken, Lachen und offenen Austausch bringen. Von kreativen Einstiegen über Energie-Checks bis zur direkten Frage nach dem „Elefanten im Raum“ – jede Menge Inspiration für deine nächsten Retrospektiven, Workshops und Meetings.
