Das Interim-Gespräch – Mitarbeitergespräche auf Augenhöhe unter Kolleg:innen
TL;DR: Beim Interim-Gespräch führen zwei Kolleg:innen das Mitarbeitergespräch: Rückblick auf die letzten Monate, strukturiertes Feedback und Fragen zu Entwicklung und Rahmenbedingungen. So entsteht Entwicklung auf Augenhöhe.
Worum geht es?
Das klassische Mitarbeitergespräch führt die Führungskraft. Jan hat gerade sein erstes Interim-Gespräch erlebt – und dabei führen Kolleg:innen das Gespräch und reflektieren gemeinsam über die Zusammenarbeit.
Jan ist überzeugt, dass das Format nicht nur für Teams taugt, in denen sich Kolleg:innen gegenseitig führen. Auch in einem Team mit Führungskraft würde er es einführen, weil sich Kolleg:innen damit gegenseitig helfen, sich zu entwickeln.
Die Methode auf einen Blick (Methoden-Steckbrief)
| Kriterium | Details |
|---|---|
| Einsatzgebiet | Mitarbeitergespräche, Feedback, Entwicklung in selbstorganisierten Teams |
| Zielgruppe / Größe | Drei Personen: die Person und zwei Begleitende |
| Dauer | Etwa eineinhalb Stunden pro Person, alle drei Monate |
| Material | Optional ein Gesprächsleitfaden |
| Schwierigkeitsgrad | Mittel |
Der konkrete Mehrwert für das Team
- Augenhöhe: Feedback kommt von Kolleg:innen, nicht von oben.
- Gut vorbereitet: Zwei Menschen bereiten sich wie auf ein Mitarbeitergespräch auf dich vor.
- Neuer Blick zurück: Die Nachfragen der Kolleg:innen erweitern die Sicht auf das, was passiert ist.
- Verbindung: Besonders in Remote-Teams bringt das Gespräch Menschen in Kontakt.
Schritt-für-Schritt-Anleitung
- Einladen: Die Person stellt den Termin ein und wählt zwei Kolleg:innen, die ihr bei der Entwicklung helfen sollen. Sie sucht auch den Ort aus.
- Rückblick: Was ist seit dem letzten Interim passiert? Die Begleitenden fragen nach, etwa eine halbe Stunde lang.
- Feedback: Die Person entscheidet, ob sie den Begleitenden Feedback gibt oder selbst Feedback bekommt. Alle haben sich darauf vorbereitet.
- Rahmen klären: In sehr selbstorganisierten Teams: Passen Vergütung, Freizeit oder Weiterbildung, oder soll etwas angepasst werden?
- Wiederholen: Regelmäßig, bei Jan alle drei Monate.
Stolpersteine & Tipps für die Moderation
Das muss nicht gleich so strukturiert sein. Ein Einstieg kann sein, zusätzlich zum klassischen Mitarbeitergespräch einmal im Jahr ein kollegiales Gespräch zu führen.
Teams, die wenig Zeit mit Selbstreflexion verbringen, profitieren von einem Gesprächsleitfaden, an dem sich alle entlanghangeln.
Der Aufwand ist ein echter Invest – drei Personen, eineinhalb Stunden pro Person. Jan hat erlebt, warum es sich trotzdem lohnt.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Wer organisiert das Interim-Gespräch?
Die Person selbst. Bei Jan ist das Gespräch verpflichtend, sie lädt aber eigenständig ein und sucht sich zwei Kolleg:innen aus.
Wie oft und wie lange?
Bei Jan alle drei Monate, mit drei Personen und eineinhalb Stunden pro Person.
Braucht man eine Führungsstruktur ohne Chef:in?
Nein. Jan würde das Format auch in einem Team mit Führungskraft einführen, weil sich Kolleg:innen gegenseitig beim Wachsen helfen.
Wie fange ich an?
Zum Beispiel einmal im Jahr zusätzlich zum klassischen Mitarbeitergespräch oder auf einem Offsite – mit einem einfachen Gesprächsleitfaden.
Tiefer eintauchen: Die komplette Folge
Mitarbeitergespräche auf Augenhöhe: Das Interim-Gespräch
Was wäre, wenn das Mitarbeitergespräch nicht mit der Führungskraft, sondern mit zwei Kolleg stattfinden würde? Jan stellt das Interim-Gespräch vor – ein strukturiertes Format, bei dem Teams gemeinsam auf die vergangenen Monate schauen, Feedback geben und sich gegenseitig bei ihrer Entwicklung unterstützen. Eine Methode für mehr Augenhöhe, Selbstorganisation und echtes Lernen voneinander.
