Organisationen mit Lego sichtbar machen – mit Nadja Stielau

Organisationen mit Lego sichtbar machen – Aufstellung jenseits des Organigramms

TL;DR: Nadja Stielau stellt Teams und ganze Organisationen mit Lego-Figuren auf einem Tisch auf. So wird sichtbar, wo Wertströme liegen, wie Kapazitäten verteilt sind und welche informellen Strukturen es gibt – und während des Aufstellens entstehen oft schon Lösungsideen.

Worum geht es?

Nadja war schon einmal zu Gast und hat damals den Domino Day mitgebracht. Nachdem Felix Burger in der Folge zuvor Lego Serious Play im Eins-zu-eins vorgestellt hatte, wollte Jan zeigen, was Nadja und Judith Andresen mit ihren Säcken voller Lego-Figuren machen.

Die Figuren – Männlein, Weiblein, Hobbits, alles, was das Lego-Universum an Köpfen, Armen und Beinen hergibt – nutzt Nadja, um Teams und Organisationen aufzustellen. Der Blick geht dabei nicht auf das Organigramm, sondern zum Beispiel darauf, wo die Wertströme liegen.

Die Methode auf einen Blick (Methoden-Steckbrief)

KriteriumDetails
EinsatzgebietOrganisationsentwicklung, Kapazitäten und Wertströme sichtbar machen, Team- oder Bereichsaufstellung
Zielgruppe / GrößeFührungskräfte und Teams, vom einzelnen Team bis zur ganzen Organisation
DauerNicht spezifiziert; im Beispiel allein eine halbe Stunde Vorgespräch
MaterialÜber 200 vorbereitete Lego-Figuren mit Zubehör, viele kleine Bauplatten, ein großer Tisch
SchwierigkeitsgradMittel

Der konkrete Mehrwert für das Team

  • Systemblick: Das Team schaut von oben auf das eigene System.
  • Kapazitäten werden greifbar: Halbe Stellen sitzen, nicht zugeordnete Figuren landen auf einer Potenzialfläche.
  • Lösungen entstehen nebenbei: Im Beispiel kam die Idee für ein Hotfix-System schon während des Aufstellens.
  • Bewegung im Gespräch: Figuren lassen sich auseinanderbauen und neu zusammensetzen – genau wie die Rollen, über die gesprochen wird.

Schritt-für-Schritt-Anleitung

  1. Vorbereiten: Die Figuren vorab zusammenbauen, damit sie im Termin leicht aufzunehmen sind.
  2. Bereiche klären: Erst ohne Figuren besprechen, welche Bereiche und Prozesse es gibt, etwa Vertrieb, Projektkoordination, Entwicklung, altes und neues Produkt.
  3. Ausrechnen: Gemeinsam ermitteln, wie viele Stellen oder Personen jeweils dazugehören.
  4. Aufstellen: Figuren auf die Platten stellen – je nach Fall eine Figur pro Stelle oder pro Person. Halbe Stellen sitzen.
  5. Potenzial sichtbar machen: Figuren, die noch nicht zugeordnet sind, auf einer eigenen Fläche sammeln.
  6. Umbauen und besprechen: Figuren verschieben, auseinandernehmen und neu zusammensetzen, während über die Organisation gesprochen wird.

Stolpersteine & Tipps für die Moderation

Im Beispiel waren Auszubildende als volle Stellen in alle Prozesse eingeplant. Durch das Aufstellen wurde das sichtbar. Nadjas Sicht: Auszubildende gelten nie als volle Stelle.

Nadjas Obacht für die Moderation: Wer mit Einzelpersonen arbeitet, riskiert, dass das Gespräch ins Jammern über bestimmte Menschen kippt. Aufgabe der Moderation ist, beim Auftrag zu bleiben.

Jan ergänzt: Eine Figur vom Tisch zu nehmen fällt viel schwerer, als zu sagen, man löse das Problem einfach. Die Frage „Wenn ich das Team wegnehme, was ist dann?“ führt in die Verantwortung zurück.

Und ein praktischer Tipp: Eine Krone kaufen. Sie wird immer wieder gesucht – und wandert im Gespräch oft zu einer anderen Figur.

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Steht eine Figur für eine Stelle oder für eine Person?

Das hängt vom Anwendungsfall ab. Bei der ganzen Organisation steht eine Figur für eine Stelle, auf Team-Ebene auch für eine konkrete Person.

Welches Material wird gebraucht?

Über 200 Figuren, viele kleine Bauplatten und ein großer Tisch. Alles passt in einen kleinen Koffer und lässt sich mit dem Zug transportieren.

Womit beginnt die Aufstellung?

Nicht mit den Figuren. Zuerst wird geklärt, welche Bereiche und Prozesse es gibt – im Beispiel eine halbe Stunde lang.

Worauf muss die Moderation achten?

Darauf, dass der Fokus nicht auf Einzelpersonen rutscht und das Gespräch nicht ins Jammern kippt. Die Moderation hält das Gespräch beim eigentlichen Auftrag.

Der Kopf hinter dem Impuls

Nadja Stielau ist Coach und Organisationsentwicklerin bei der Beratung Judith Andresen. In einer früheren Folge hat sie den Domino Day vorgestellt.

Tiefer eintauchen: Die komplette Folge

Organisationen mit Lego sichtbar machen – mit Nadja Stielau

Was passiert, wenn eine Organisation nicht als Organigramm, sondern mit Lego-Figuren auf dem Tisch sichtbar wird? Gemeinsam mit Nadja Stielau sprechen Jan und Florian darüber, wie sich Teams, Wertströme, Kapazitäten und informelle Strukturen aufstellen lassen – und warum dabei oft überraschende Erkenntnisse entstehen.

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