Zu viel des Guten: Teamstärken im Overuse

Teamstärken im Overuse – Die Stärken-Retro, die Schattenseiten sichtbar macht

TL;DR: Das Team sammelt zuerst seine Top-Stärken und schaut dann, welche Schattenseiten entstehen, wenn es diese Stärken zu stark einsetzt. So werden Entwicklungsfelder sichtbar, ohne dass jemand über Schwächen sprechen muss.

Worum geht es?

Jan liebt es, stärkenbasiert zu arbeiten. Gemeinsam mit anderen Coaches hat er überlegt, wie Stärken-Retros aussehen könnten. Eine Methode daraus bringt er in dieser Folge mit: für die Phasen Gather Data und Generate Insights.

Der Kniff liegt in der Reihenfolge. Erst darf sich das Team in seinen Stärken „suhlen“. Dann kommt die Wendung: Jede Stärke, die zu viel genutzt wird, kommt in den Overuse – und wird dann anstrengend für das Team und für die Menschen drumherum.

Die Methode auf einen Blick (Methoden-Steckbrief)

Kriterium Details
Einsatzgebiet Retrospektive (Gather Data, Generate Insights), Teamentwicklung
Zielgruppe / Größe Teams
Dauer Nicht spezifiziert
Material Karten oder Post-its, Wand oder Board
Schwierigkeitsgrad Niedrig

Der konkrete Mehrwert für das Team

  • Positiver Einstieg: Das Team beginnt mit dem, worin es richtig gut ist.
  • Lernzone statt Panikzone: Schattenseiten sind eng mit den Stärken verbunden und lassen sich leichter besprechen als Schwächen.
  • Überraschende Erkenntnisse: Das Team erkennt Muster, die es im Umfeld auslöst – oft mit einem „Ah, stimmt“.
  • Ohne Vorbereitung: Kein Stärkentest, kein Budget, keine Vorkenntnisse nötig.

Schritt-für-Schritt-Anleitung

  1. Stärken sammeln: Frage: Was sind unsere Top-Team-Stärken? Jede Person schreibt drei auf.
  2. Verdichten: Mit 1-2-4-All im Team die wichtigsten Stärken herausarbeiten und an die Wand bringen.
  3. Overuse erklären: Jede Stärke, die zu stark genutzt wird, wird für das Team und sein Umfeld anstrengend.
  4. Schattenseiten erkunden: In Kleingruppen zu jeder Stärke sammeln: Was passiert, wenn wir das zu doll machen?
  5. Markieren: Kennzeichnen, wo das heute schon so ist.
  6. Weiterarbeiten: In Decide What to Do an den markierten Stellen tiefer einsteigen.

Stolpersteine & Tipps für die Moderation

Jan erklärt die Wirkung mit dem Lernzonen-Modell: Über Stärken zu sprechen ist Komfortzone, über Schwächen zu sprechen führt in die Panikzone. Die Schattenseiten der eigenen Stärken halten das Team in der Lernzone.

Florian ergänzt: Das feste Vokabular eines Stärkentests ist nicht nötig. Auch „wir haben eine tolle Teamharmonie“ ist eine Stärke – und deren Schattenseite kann sein, dass das Team andere ausschließt oder keine Konflikte austrägt.

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Braucht das Team einen Stärkentest?

Nein. Jan betont, dass man dafür keinen Gallup-Test braucht. Die Stärken dürfen frei formuliert werden.

In welche Retro-Phasen passt die Methode?

Das Sammeln der Stärken passt zu Gather Data, die Schattenseiten zu Generate Insights. Danach geht es in Decide What to Do weiter.

Warum nicht direkt über Schwächen sprechen?

Über Schwächen zu sprechen bringt Menschen leicht in die Panikzone. Schattenseiten sind eng mit den Stärken verbunden und halten das Team in der Lernzone.

Wie sehen Schattenseiten konkret aus?

Ein sehr schnelles Team hängt andere ab, ein gut kommunizierendes Team nervt sein Umfeld, ein harmonisches Team schließt andere aus oder trägt keine Konflikte aus.

Tiefer eintauchen: Die komplette Folge

Zu viel des Guten: Teamstärken im Overuse

Was passiert, wenn ein Team seine größten Stärken zu stark einsetzt? In dieser Folge zeigt Jan eine einfache Retro-Methode, mit der Teams erst ihre Top-Stärken sichtbar machen und anschließend deren mögliche Schattenseiten erkunden. So entstehen überraschende Erkenntnisse über Zusammenarbeit, blinde Flecken und konkrete Entwicklungsfelder – ohne direkt über Schwächen sprechen zu müssen.

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